Stuttgarter des Jahres Ehre für die Helden im Hintergrund

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Benefizaktion: Die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Versicherung suchen zum vierten mal zehn „Stuttgarter des Jahres“.

Das waren die Gewinner, die Paten und die Juroren im Jahr 2016. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth 7 Bilder
Das waren die Gewinner, die Paten und die Juroren im Jahr 2016. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - Gerade in Zeiten der Unsicherheit wissen wir das zuverlässige Wirken von so vielen Menschen zu schätzen. Nicht weil sie etwas Außergewöhnliches tun, sondern weil sie das Gewöhnliche außergewöhnlich gut tun. So können wir uns zu Hause fühlen in unserem Land.“ Das sagte der noch amtierende Bundespräsident Joachim Gauck in seiner Weihnachtsansprache 2016 zum Thema Ehrenamt.

Unser Staatsoberhaupt hat die richtigen Worte gefunden. Was die Ehrenamtlichen in unserer Stadt, in unserem Land, tun, ist nicht „gewöhnlich“. Sie leisten „Außergewöhnliches“ – neben ihren Jobs, neben ihrem Familienleben. Aber sie tun dies im Stillen, im Hintergrund. Sie hängen ihre Arbeit nicht an die große Glocke.

Mit der Aktion Stuttgarter des Jahres wollen die Stuttgarter Versicherungsgruppe und die Stuttgarter Zeitung zum vierten Mal zehn dieser stillen Helden hervorheben – stellvertretend für die zahllosen Ehrenamtlichen in der Stadt. Allein in Stuttgart engagieren sich fast zwei Drittel aller Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich. Wer heute über das Ehrenamt redet, spricht oft über die Arbeit mit Geflüchteten. Das ist verständlich. Denn das Thema Zuwanderung beherrscht seit Jahren im Allgemeinen und im derzeitigen Wahljahr im Besonderen die Schlagzeilen. Und ohne dieses Engagement sähe es in Sachen Flüchtlingshilfe traurig aus.

Bescheidene Arbeiter für ihre Nächsten

Doch darüber dürfen nicht die zahllosen anderen engagierten Helfer vergessen werden, die sich regelmäßig seit Jahrzehnten in Vereinen, karitativen Organisationen oder einfach in der Nachbarschaft für andere Menschen einsetzen. Sie tun dies wie selbstverständlich. Sie sind bescheidene Arbeiter für ihre Nächsten.

Zehn dieser unermüdlichen Schaffer wollen wir kennenlernen. Menschen, die viel leisten, ohne etwas dafür zu bekommen. Diese zehn Personen wollen wir ehren, wohlwissend, dass wir eigentlich Hunderte, wenn nicht Tausende ehren müssten.

Im vergangenen Jahr haben wir bei einem großen Festakt die Stuttgarter des Jahres 2016 gefeiert. Unter ihnen war zum Beispiel ein junges Ärzteteam, das eine kostenlose Sprechstunde für Flüchtlinge eingerichtet hat; ein pensionierter Lehrer, der mit Blinden und Sehbehinderten musiziert; ein ehemaliger Manager, der mit seiner Initiative die Zahl der Ausbildungsabbrüche von Jugendlichen verringern will; eine Studentin, die sich ehrenamtlich für Demenzkranke einsetzt; eine engagierte Frau, die ein Tanzprojekt für Menschen mit und ohne Handicap ins Leben gerufen hat; eine ehemalige Krankenschwester, die sich in der Obdachlosenarbeit einbringt; oder die Angestellte, die eine Second-Hand-Boutique für Langzeitarbeitslose eröffnet hat.

Solche Menschen suchen wir jetzt wieder. Schreiben Sie uns, wer Ihr Stuttgarter des Jahres ist. Wenn Sie es schon einmal probiert haben sollten, versuchen Sie es gern noch einmal. In den vergangenen Jahren war die Auswahl so schwer, dass es eigentlich viel mehr Menschen unter die ersten Zehn hätten schaffen können.

Weil das Engagement so unterschiedlich ist, wird es keinen ersten, zweiten oder dritten Platz geben. Alle zehn stehen gleichberechtigt nebeneinander Die zehn Gewinner erhalten als Anerkennung jeweils 3000 Euro. Und natürlich werden neben den Gewinnern und zahlreichen Ehrengästen die Paten zu der großen Abschlussveranstaltung am Montag, 16. Oktober, eingeladen.

Sechs Juroren stehen vor einer denkbar schweren Aufgabe

Folgende vier Personen werden neben dem Vorstandsvorsitzenden der Stuttgarter Versicherungsgruppe, Frank Karsten, und dem Chefredakteur der Stuttgarter Zeitung, Joachim Dorfs, unter den Vorschlägen die Gewinner auswählen: Professor Inês de Castro, die Leiterin des Stuttgarter Linden-Museums, Barbara Traub, die Vorstandssprecherin der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs und Mitglied im Präsidium des Zentralrates der Juden in Deutschland; Guido Buchwald, Fußballweltmeister von 1990 und langjähriger VfB-Profi, und die Stuttgarter Komponistin und Sängerin Mary Summer.

Dieser Kreis muss sich der denkbar schweren Aufgabe stellen, unter durchweg guten Vorschlägen die zehn diesjährigen Stuttgarter des Jahres auszusuchen. Diese Wahl war in den vergangenen Jahren schwer, und sie wird in diesem Jahr wieder schwer werden. Denn es gibt in unserer Stadt so viele Menschen, die Gutes tun.

Aber dieser Qual der Wahl unterziehen sich die Juroren gern, denn sie werden außergewöhnliche Menschen kennenlernen, die Außergewöhnliches tun.

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