Stuttgarter des Jahres Eine herzliche Umarmung

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Die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Versicherungsgruppe zeichnen ehrenamtlich engagierte Menschen aus. Den Pokal, den die Gewinner bei der Preisverleihung erhalten werden, hat die Agentur Phoenix Design entworfen.

Marco Flaig von der Agentur Phoenix Design hat den Pokal für den Stuttgarter des Jahres entworfen. Die Juroren des Ehrenamtspreises stellen wir in der folgenden Bilderstrecke vor. Foto: Michael Steinert 7 Bilder
Marco Flaig von der Agentur Phoenix Design hat den Pokal für den Stuttgarter des Jahres entworfen. Die Juroren des Ehrenamtspreises stellen wir in der folgenden Bilderstrecke vor. Foto: Michael Steinert

Stuttgart - Zerlegt man das Logo zum Stuttgarter des Jahres in seine Einzelteile, erkennt man die Geste einer Umarmung in den ineinander greifenden Kreisabschnitten. Im Inneren verbirgt sich der edle Kern – eben der Stuttgarter des Jahres.“ Mit diesen Worten erklärt Marco Flaig das Modell eines Pokals, den er für die zehn Gewinner des Ehrenamtspreises der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Versicherung entworfen hat. Der 39-Jährige arbeitet für die Agentur Phoenix Design in Stuttgart Münster. Der Entwurf ist auch eine Art Ehrenamt, denn Geld bekommt die Phoenix Design dafür nicht. Der Werbeagentur Joussen Karliczek ist gelungen, die Produktdesigner zu diesem Engagement zu bewegen. Die Schorndorfer Werbeprofis haben auch das Logo für den Stuttgarter des Jahres entworfen.

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Das Ergebnis ist etwas Besonderes: etwa 28 Zentimeter hoch, fünf Zentimeter breit, weiß, oben schräg angeschnitten und vergoldet. Dadurch bekommt der Pokal eine Art Gesicht. „Mir war wichtig, dass sich der Pokal sehr zurück nimmt“, erklärt Marco Flaig. „Nur oben im Anschnitt habe ich die Farbe Gold verwendet, um so den Wert des Inneren zu zeigen, so wie die Preisträger auch wegen ihrer inneren Werte ausgezeichnet werden.“

Für die Mitarbeiter des 1987 gegründeten Unternehmens mit rund 50 Beschäftigten war es eine spezielle Aufgabe. Normalerweise sind große Unternehmen ihre Kunden. Phoenix Design entwirft Fernseher, Mobiltelefone, Badewannen, Kaffeeautomaten und vieles mehr. Zu den Kunden zählen Firmen wie der Armaturenhersteller Hansgrohe, die TV-Firma Loewe oder der Siemenskonzern. Zahlreiche internationale Design-Preise haben die Mitarbeiter bereits gewonnen.

Hausinterner Wettbewerb bei Phoenix Design

„In diesem Fall war der Auftrag anders als sonst“, erklärt Flaig. „Es gab keine Vorgaben. Wir waren völlig frei in unserer Arbeit.“ Unter den Mitarbeitern von Phoenix Design wurde deshalb ein hausinterner Wettbewerb ausgelobt. Sieben Designer und ein Modellbauer haben sich beteiligt. Von den acht Entwürfen kamen drei in die engere Auswahl. Die Entscheidung fiel schließlich für den Entwurf von Marco Flaig. Es war ein enges Rennen. Vertreter der Stuttgarter Versicherung, der Stuttgarter Zeitung und der Designfirma haben die Vorschläge gesichtet. „Wir haben es uns nicht leicht gemacht“, sagt der 36-jährige Johann Dück von Phoenix Design. „Aber Design ist kein Thema für eine Diskussion in großer Runde. Man muss in einem kleinen Kreis entscheiden und diese Entscheidung dann begründen.“ Und wie bei jedem Wettbewerb gab es auch etwas zu gewinnen. „Bei uns war es ein romantisches Abendessen zu zweit“, erzählt Marco Flaig

Ein Arbeitsprinzip von Phoenix Design ist, dass hinter den Ergebnissen eine Geschichte stehen muss. „Was symbolisiert der Entwurf? Wofür steht er? Die Story darf nicht zu kompliziert sein, aber der Entwurf darf sich auch nicht auf Anhieb selbst erklären. Irgendwo dazwischen soll das Ergebnis liegen“, sagt Johann Dück.

Beim Siegerentwurf von Marco Flaig waren es die Halbkreise, die sich umarmen. Der schräge Anschnitt ergibt zusätzlich noch das Logo für den Stuttgarter des Jahres. „Da kommt man nicht so einfach drauf“, sagt Marco Flaig. „Ich hatte die Idee, als ich in der Stuttgarter Innenstadt unterwegs war und sah, wie sich zwei Personen innig umarmten.“ Flaig war begeistert vom Ehrenamtspreis zum Stuttgarter des Jahres. „Ich finde es toll, wenn Leute geehrt werden, die dort helfen, wo Not am Mann ist. Aber mir war lange nicht klar, wie ich das zum Ausdruck bringen kann. So etwas braucht Zeit, um zu reifen, so wie bei einem guten Wein.“

Bislang mehr als 150 Vorschläge für den „Stuttgarter des Jahres“

Für den Johann Dück ist der Entwurf von Flaig deshalb gelungen, „weil man etwas erkennt und auch etwas dazu erzählen kann“.

Am Montag, 31. März, werden zehn Stuttgarter diesen Preis in den Händen halten. Dann werden sie und die geladenen Gäste die Geschichte ihres Pokals hören. An dem Abend findet die feierliche Preisverleihung der Stuttgarter Versicherung und der Stuttgarter Zeitung zum Stuttgarter des Jahres in den Wagenhallen statt.

Mehr als 150 Vorschläge sind bisher eingegangen. Ende dieser Woche ist Einsendeschluss. Dann macht sich die Jury daran, die Vorschläge zu sichten. Ein leichter Job wird das nicht. Denn hinter fast allen Einsendungen steckt ein einzigartiger Mensch, ein stiller Held eben, der kein Aufhebens um sich macht, sondern anpackt und hilft.

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