InterviewStuttgarter des Jahres: Stephan Rauscher Die Situation hat sich entspannt

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Stephan Rauscher war gemeinsam mit Simon Reichenauer und Christian Menzel Stuttgarter des Jahres. Die Ärzte organisierten eine Sprechstunde für Flüchtlinge.

Stephan Rauscher arbeitet als Arzt in der Notaufnahme des Katharinenhospitals Foto: Lichtgut/Verena Ecker
Stephan Rauscher arbeitet als Arzt in der Notaufnahme des Katharinenhospitals Foto: Lichtgut/Verena Ecker

Stuttgart - Stephan Rauscher war gemeinsam mit Simon Reichenauer und Christian Menzel Stuttgarter des Jahres. Die Ärzte organisierten eine Sprechstunde für Flüchtlinge. Im Interview erzählt er, was seither passiert ist.

Wie ist es Ihnen seit der Verleihung ergangen?
Da wir in den Notaufnahmelagern des Landes und nicht in städtischen Einrichtungen tätig waren und die letzten Bewohner die Landeseinrichtungen im Juni verlassen haben, sind wir seither nicht mehr tätig. Das erarbeitete Konzept läuft im kleineren Maßstab mit mobilen Sprechstunden in großen städtischen Unterkünften weiter. Aber auch hier hat sich der Bedarf reduziert. Aktuell wird nur noch eine Unterkunft angefahren.
Hat sich für Sie und Ihre Kollegen die Auszeichnung auf Alltag und Beruf ausgewirkt?
Die Verleihung des Preises gar nicht. Die Arbeit in der Versorgung der Flüchtlinge hat allerdings sehr wohl neue Horizonte eröffnet. Wir konnten viele Kontakte knüpfen, die auch bei der täglichen Arbeit in der Notaufnahme hilfreich sind.
Wie schätzen Sie die Situation, die Flüchtlinge betreffend, momentan ein? Gibt es Verbesserungsbedarf?
Mir scheint die medizinische Versorgung im Großen und Ganzen zu funktionieren. Das Ziel ist ja, keine Parallelstrukturen aufrechtzuerhalten, sondern die Patienten möglichst früh in die vorhandenen Strukturen zu integrieren. Das schließt nicht aus, dass es auch immer wieder lange Wartezeiten gibt und Flüchtlinge keinen Arzt finden. Das geht allerdings auch anderen Patienten so. Wir sehen natürlich immer noch Flüchtlinge in der Notaufnahme, aber nicht in sehr großer Zahl. Problematisch scheint weiterhin die Vergabe von Terminen bei Kinderärzten zu sein.
Wie haben Sie das Preisgeld aufgeteilt?
Ein Teil wurde in ein Abendessen für die wichtigsten Helfer aus dem Klinikum, vom Roten Kreuz und dem Malteser Hilfsdienst investiert. Der Rest ging an die Organisation „Jugend rettet“, die Gelder zur Seenotrettung aus dem Mittelmeer sammelt.

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