Stuttgarter Friedensschule Stadt übernimmt Speisung

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Die Werkrealschüler der Friedensschule im Stuttgarter Westen müssen nicht mit knurrendem Magen lernen. Die Stadt springt für die Evangelische Gesellschaft ein, die die Speisung gestrichen hatte.

Für die Schülerspeisung ist eine Lösung gefunden worden. Foto: dpa
Für die Schülerspeisung ist eine Lösung gefunden worden. Foto: dpa

Stuttgart - Für die Schülerspeisung an der Friedensschule im Stuttgarter Westen hat die Stadtverwaltung jetzt eine Lösung gefunden, die am Mittwoch vom Verwaltungsausschuss des Gemeinderats einstimmig begrüßt wurde: Für das Schuljahr 2014/15 übernimmt die Kommune freiwillig die Kosten in Höhe von 55 000 Euro, damit die Werkrealschüler nicht plötzlich ohne Mittagessen da stehen. Wie berichtet, hatte die Evangelische Gesellschaft (eva) nach sieben Jahren zum Ende dieses Schuljahrs die Schülerspeisung gestrichen. Der Grund: das Mittagessen wurde aus Spenden finanziert, doch die seien zurückgegangen.Im Verwaltungsausschuss kam der Vorschlag aus dem Schulreferat von Bürgermeisterin Susanne Eisenmann (CDU) gut an. Die Friedensschule sei in einer schwierigen Situation, gab Vittorio Lazaridis (Grüne) zu bedenken: „Es wäre ein falsches Signal gewesen, hier nicht zu handeln.“ Grüne und SPD hatten gemeinsam die Stadt aufgefordert, nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Einspringen müssen hätte die Kommune nicht. Denn für Brennpunktschulen wie die Friedensschule, die nicht zu den formal beim Land beantragten Ganztagsschulen gehört, ist ein warmes Mittagessen nicht vorgesehen. Doch die Argumente der Stadtverwaltung überzeugten auch die Fraktionen. Schließlich sei die Friedensschule ohnehin als Werkrealschule ein Auslaufmodell und werde bereits im Schuljahr 2015/16 organisatorisch zur Falkertschule gehören, die bereits Ganztagsschule ist und somit für alle Kinder ein Mittagessen anbieten muss. Es gehe also nur darum, fürs kommende Schuljahr eine Übergangslösung zu finden, da so kurzfristig keine anderen Alternativen realistisch seien, etwa die Mithilfe ehrenamtlich helfender Eltern.

Fraktionen zeigen sich mit der Lösung zufrieden

„Sehr zufrieden“ mit der nun gefundenen Lösung zeigten sich unisono alle Fraktionen. Marita Gröger (SPD) betonte, es gehe ja nicht allein um eine Versorgung mit Nahrung, sondern auch darum, Kindern eine Art Mittagessen zu bieten, wie es viele von ihnen es aus dem häuslichen Bereich gar nicht kennten. Lazaridis begrüßte, dass die eva bereit sei, mit der nun beschlossenen Finanzierung durch die Stadt weiterhin die Organisation des Mittagessens an der Friedensschule zu übernehmen.

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