Eine Entleih- und Rückgabestation befindet sich in der Benzstraße, an der Ecke zur Mercedesstraße. Foto: Sebastian Steegmüller
Während des Frühlingsfests können Leihroller vor Ort nur an vier festen Stationen abgegeben und ausgeliehen werden. Wer nachts betrunken fahren will, muss einen Reaktionstest bestehen.
Der Cannstatter Wasen und Teile der angrenzenden Wohngebiete werden auch während des 86. Stuttgarter Frühlingsfests einmal mehr zur Sperrzone für Leihroller. Egal, ob E-Scooter von Bolt, Dott, Lime oder Voi – von Samstag, 18. April, bis Sonntag, 10. Mai, können die Flitzer aus Sicherheitsgründen nur in vier Bereichen abgegeben werden. Sie liegen außerhalb des Festgeländes, etwas abseits des Trubels.
Das Konzept aus dem Vorjahr hat sich offenbar bewährt und wird nicht verändert. Die Abstellzonen befinden sich in der Benzstraße (wenige Meter von der Mercedesstraße entfernt), in der Schönestraße (Ecke König-Karl-Straße) sowie in der Eisenbahnstraße und Frösnerstraße am Bahnhof Bad Cannstatt. „Wir möchten ein geordnetes Bild abgeben“, sagt Lime-Sprecherin Rania Bouaouina. Daher würden Mitarbeiter aller E-Scooter-Anbieter nicht nur dort im Einsatz sein, sondern rund um das Festgelände auch zu Fuß patrouillieren. Ihr Ziel: Die Nutzer von Leihrollern zu informieren und zu lotsen. Außerdem werde dafür gesorgt, dass genügend Fahrzeuge an den Stationen zur Verfügung stehen.
Direkt am Festgelände können E-Scooter nicht mehr abgestellt werden. Foto: Sebastian Steegmüller
Nutzerzahlen nennt die Lime-Sprecherin nicht, dennoch stellen die Leihroller für so manchen Frühlingsfest-Besucher eine Alternative zum eigenen Auto oder Bus und Bahn dar. Doch es ist Vorsicht geboten: Es gelten die gleichen Promillegrenzen wie für Autofahrer. Wird man von der Polizei erwischt, droht der Führerscheinentzug. Verursacht man betrunken einen Unfall, erlischt unter Umständen der Versicherungsschutz.
Um Nutzer für die Risiken von Alkohol im Straßenverkehr zu sensibilisieren, wird zwischen 22 und 5 Uhr „in der App ein Reaktionstest aktiviert“, sagt Rania Bouaouina. Je nach Anbieter unterscheiden sich die Simulationen. „Wer nicht besteht, kann kein Fahrzeug mieten.“ Nach dem dritten erfolglosen Versuch wird der Account für zwei Stunden gesperrt. In den vergangenen Jahren war dieser Schritt nur in 13 von 10.000 Fällen notwendig. Etwa 2,2 Prozent der Nutzer scheiterten beim ersten Versuch an der Hürde und haben es nicht erneut versucht. Sie entschieden sich für ein anderes Verkehrsmittel oder gingen zu Fuß.