Stuttgarts OB Frank Nopper hat sich in der Debatte um Sexismus auf dem Stuttgarter Frühlingsfest zu Wort gemeldet. Und erntet dafür Kritik von den Grünen und dem Linksbündnis.

Die Diskussion um sexistische und rassistische Darstellungen auf dem Frühlingsfest geht weiter. Nun äußert sich Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper. Er sagt: „Ich rate uns zur Gelassenheit, zu Maß und Mitte sowie zur Konzentration auf das, was wirklich wichtig ist. Der Gemeinderat sollte keine Zensurbehörde, kein Hoher Rat der Tugend- und Sittenwächter, der Inquisitoren und Diskriminierungsfahnder werden.“

Wirtschaftlicher Überlebenskampf der Schausteller

Und er ergänzt, dass sich die Schausteller nach zwei Jahren der Pandemie in einem wirtschaftlichen Überlebenskampf befänden und ihre Kräfte auf existenzielle Themen konzentrieren müssten. Die Gemeinderats-Fraktion der Grünen hatte sexistische Darstellungen an den Fassaden der Schausteller entdeckt und gefordert, diese müssten sofort entfernt werden. Zudem müssten die Verträge mit den Schaustellern so gestaltet werden, „dass derartige diskriminierende Abbildungen in Zukunft nicht mehr vorkommen“. Die Schausteller hatten sich dagegen verwahrt, sexistisch zu sein und bemängelt, dass niemand von den Grünen mit ihnen geredet habe.

Reaktionen der Stadträte

Die Grünen im Gemeinderat haben mittlerweile reagiert und raten Nopper, „Gelassenheit zu bewahren und Maß und Mitte zu wahren, sollte er sich selbst zu Herzen nehmen. Der Oberbürgermeister sollte dringend abrüsten und sich die Zeit nehmen, über diese Formulierungen neu nachzudenken.“ Dringend erscheine den Grünen geboten, angesichts mancher Einlassungen in den sozialen Medien aber auch angesichts einer wenig gelassen wirkenden Pressemitteilung des Oberbürgermeisters, dass die Gleichstellungsstelle der Stadt eine Fortbildungskampagne zum Thema Sexismus mache.

Das Linksbündnis, die Fraktion, wirft Nopper vor: „Mit seinen verbalen Entgleisungen im Zusammenhang mit den Sexismus-Vorwürfen auf dem Frühlingsfest zeigt der Oberbürgermeister erneut seine Unkenntnis der Beschlusslage des Gemeinderats.“