Stuttgarter Frühlingsfest Polizisten vereinen kleinen Amerikaner mit „Daddy“

Von the 

Ein kleiner Wasenbesucher in Lederhose verliert seinen Vater. Die Bundespolizei hilft bei der Suche. Doch wie, wenn der Kleine weder seinen Nachnamen noch seine Adresse kennt und nur Englisch spricht?

Auf dem Cannstatter Wasen hat ein Fünfjähriger aus Ulm seinen Vater verloren. (Symbolfoto) Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Auf dem Cannstatter Wasen hat ein Fünfjähriger aus Ulm seinen Vater verloren. (Symbolfoto) Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart - Nach einem Besuch auf dem Cannstatter Wasen hat ein fünfjähriger Junge aus Ulm seinen Vater verloren. Beamten der Bundespolizei konnten dem Kleinen schließlich helfen. Einfach war das zunächst nicht: Der Junge sprach nur Englisch.

Eine ausführliche Pressemitteilung der Bundespolizei schildert die ganze Geschichte: Demnach sprachen Frühlingsfestbesucher die Bundespolizisten am Mittwochabend an. Sie hatten den Buben zu fortgeschrittener Stunde mutterseelenallein über das Festgelände stapfen sehen – wasenfein gemacht in Lederhose und Karohemdchen.

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Als die Beamten den Kleinen ansprachen, ließ der sich nicht beirren. In Tränen aufgelöst zwar war er sich aber sicher, dass sein Vater bereits am Cannstatter Bahnhof auf ihn wartete. Gemeinsam mit dem Jungen durchkämmten die Bundespolizisten schließlich den Bahnhof - zunächst ohne Erfolg.

Kein Nachname, keine Adresse

Die Beamten fragten den Kleinen daraufhin, ob er Lust habe, sich ins Polizeiauto zu setzen. Schnell und mit breitem Strahlen kam die Antwort: „Yes“. Im Polizeiauto verriet der Bub den Beamten seinen Vornamen – seinen Nachnamen, eine Adresse oder Telefonnummer kannte er jedoch leider nicht.

Dafür erklärte er den verdutzten Beamten, er sei schon ein „big boy“ und schilderte ihnen detailliert, welchen Zug und Bus er für den Heimweg nach Ulm nehmen müsste. Dort könne er dann einfach zu Hause klingeln, denn „Mummy“ sei „at home“.

Facebook hilft bei der Fahndung

Nachdem sich die Polizisten den kompletten Tag des Kleinen auf dem Frühlingsfest schildern hatten lassen, bekamen sie doch noch einen Nachnamen heraus. Die Vornamen der Eltern hatten die Beamten bereits aus dem Jungen herausgekitzelt und so mussten die Bundespolizisten nur noch die richtige Schreibweise des englischsprachigen Nachnamens herausfinden.

Nach einigen Anläufen wurde auf Facebook eine passende Person zu den Beschreibungen gefunden. Nach Anblick des Profilbildes sagte der Fünfjährige erleichtert: „That’s my daddy. And this is mommy and my little brother.“

Dann sei alles recht schnell gegangen, berichtet die Bundespolizei: Kurze Zeit später konnte der Vater seinen aufgeweckten Sprössling sichtlich erleichtert in die Arme schließen. Der Kleine war davon marschiert, als sein Vater eine Pizza gekauft hatte. Vater und Sohn bedankten sich herzlich bei den „officers“ und traten schließlich die Zugfahrt nach Ulm an.