Stuttgarter Fußball-Kreisliga B Schiri betrunken? Eine Beleidigung und ihre Spielabbruch-Folgen

Im Fasanenhof war ein Platzverweis der Auslöser für den Spielabbruch. Foto: Robert Michael/dpa

Zwei Spielabbrüche haben an den vergangenen Spieltagen der Kreisliga B für Aufregung gesorgt. Was steckt hinter den Vorfällen im Fasanenhof und in Untertürkheim?

Sport: Marius Gschwendtner (mgs)

Die Staffeln der Kreisliga B haben in den vergangenen Wochen nicht nur sportlich für Gesprächsstoff gesorgt. Seit dem Rückrundenstart hat es zwei Spielabbrüche auf Stuttgarter Sportplätzen gegeben.

 

Tatort Nummer eins: Fasanenhof. Der Auslöser für den Spielabbruch in der Staffel 3 war ein gelb-roter Platzverweis für einen Spieler des 1. SV Fasanenhof gegen die Spvgg Cannstatt II beim Stand von 1:1 in der 75. Minute. „Der Spieler hat darauf den Schiedsrichter gefragt, ob er betrunken sei“, berichtet Marc Hetzel, der Vorsitzende des Sportgerichts. Im Anschluss setzte sich der vom Platz geflogene Spieler des Tabellenletzten auf die Auswechselbank. Weil dies jedoch nicht erlaubt ist, forderte der Schiedsrichter ihn auf, sich hinter die Bande zu begeben. Anstatt dem zu folgen, habe der betroffene Spieler seine Beleidigung wiederholt. Als Konsequenz brach der Unparteiische die Partie ab. Sämtliche Äußerungen wurden auf einem vom 1. SV Fasanenhof selbst bereitgestellten Video tonaufgezeichnet und sind damit belegbar. Vom Verein war von unserer Zeitung niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

„Der Spieler wird sicherlich über die Sperre hinaus eine Strafe erhalten. Wie wir mit dem Spielabbruch verfahren, müssen wir jedoch noch abschließend bewerten“, sagt Hetzel. Denkbar ist eine 3:0-Wertung für die Spvgg Cannstatt II. Sollte das Sportgericht zu der Auffassung gelangen, dass der Unparteiische nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat, kann es auch zu einer Wiederholung der Partie kommen.

Tatort Nummer zwei: Untertürkheim. In dem Fall vom 16. Spieltag der Staffel 5 von Anfang März hat das Sportgericht bereits ein Urteil gefällt. Das abgebrochene Spiel zwischen dem TB Untertürkheim II und der SG Weilimdorf II wurde mit einer 0:3-Niederlage für beide Mannschaften gewertet. Nach einer Tätlichkeit eines Untertürkheimers, die einem Gegenspieler eine Platzwunde über dem Auge bescherte, stürmten von beiden Seiten Ersatzspieler, Betreuer und Zuschauer auf das Feld. Es kam zu einer größeren Rudelbildung. „Weil von beiden Seiten Leute beteiligt waren, die auf dem Spielfeld nichts zu suchen haben, wurde das Spiel gegen beide Mannschaften gewertet“, sagt Hetzel.

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