Stuttgarter Futsal Club gegen TSV Weilimdorf Stuttgarter Futsal-Derby unter ganz neuen Vorzeichen

Weilimdorfs Josip Bozinovic behauptet den Ball gegen drei Spieler des Stuttgarter FC beim Derby in der vergangenen Saison. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Beim Stuttgarter Futsal-Derby ging es in der Vergangenheit um Spitzenplätze im Kampf um die deutsche Meisterschaft. Diesmal steht nur der TSV Weilimdorf oben – dennoch rechnet sich der Stuttgarter Futsal Club im direkten Duell Chancen aus.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Der TSV Weilimdorf feierte 2019 und 2021 die deutsche Futsal-Meisterschaft, der Stuttgarter Futsal Club krönte sich 2022 zum ersten deutschen Meister der neu gegründeten Futsal-Bundesliga. Wenn die beiden Lokalrivalen an diesem Samstag (18.30 Uhr/Sporthalle Hedelfingen, Steinenbergschule) am achten Bundesliga-Spieltag aufeinander treffen, hat nur noch ein Team Meisterschaftsambitionen: Der TSV, der mit 19 Punkten an der Tabellenspitze steht, vier Zähler vor Verfolger Hamburger SV.

 

Der Stuttgarter Futsal Club liegt mit nur vier Punkten auf dem vorletzten Platz des zehn Mannschaften umfassenden Teilnehmerfeldes. Die aktuelle Platzierung würde am Saisonende Relegationsspiele gegen fünf Regionalligatopteams zur Folge haben. Das Schlusslicht steigt direkt ab.

Umbruch beim SFC

Dass es für Vorjahres-Halbfinalist SFC nicht rund läuft und es eigentlich nur um den Klassenverbleib geht, kommt nicht völlig überraschend. Der erst 2020 gegründete Verein setzt aus finanziellen Gründen inzwischen stärker auf Spieler aus der Region, zudem wurde der Kader von Trainer Vojkan Vukmirovic verjüngt. „Wir können uns keine teuren Stars mehr leisten, unsere Spieler gehen einer Arbeit nach und müssen dann zu unsäglichen Zeiten von 21.45 Uhr bis 23.30 Uhr trainieren“, sagt Präsident Miroslav Augustinovic.

Zudem seien die Fahrten zu den Auswärtsspielen weit und kostenintensiv. Nicht zuletzt würde er sich vom Deutschen Fußall-Bund (DFB) und vom Württembergischen Fußballverband (WFV) grundsätzlich mehr Unterstützung für den Futsalsport wünschen.

Kader mit Teamspirit

Weitaus besser ist die Stimmungslage beim TSV Weilimdorf. Der Club hat für seine Futsaler zwar auch keine besseren Trainingszeiten zur Verfügung, doch der stellvertretende Vorsitzende Daniel Nötzold spricht sportlich von einer „bisher herausragenden Saison“ der Mannschaft von Trainer Vitalii Odehov. Vor allem der neue Sportliche Leiter Besim Lamari hätte bei der Kaderzusammenstellung großen Wert auf die Teamfähigkeit der Spieler gelegt, das zahle sich aus. Trotz der eindeutigen Ausgangsposition warnt Nötzold vor Überheblichkeit im Derby: „Das sind immer ganz besondere und heiße Duelle – und im Vorjahr haben wir beide Spiele mit 1:8 und 3:4 verloren.“

SFC-Chef Augustinovic traut seinem Außenseiterteam auch an diesem Samstag einiges zu: „Unsere Formkurve zeigt nach oben. Wir werden einen heißen Fight liefern und wollen eine Überraschung schaffen.“ Unabhängig davon, traut er den Weilimdorfern am Saisonende den großen Wurf zu: „Sie sind das stärkste Team der Liga und spielen den besten Futsal, sie machen die Meisterschaft mit dem HSV aus.“

Nachdem die deutsche Meisterschaft 2023 an Jahn Regensburg Futsal ging, wäre es auch mal wieder an der Zeit, dass der Titel nach Stuttgart kommt.

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