Stuttgarter Gemeinderat forciert Schulgründung Ratsbeschluss als Lehrstück

Der Stuttgarter Gemeinderat möchte, dass in Hedelfingen eine Gemeinschaftsschule entsteht. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Der Stuttgarter Gemeinderat möchte, dass in Hedelfingen eine Gemeinschaftsschule entsteht. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Eine Gemeinschaftsschule kann man nicht so einfach verordnen – auch der Stuttgarter Gemeinderat nicht, findet Redakteurin Inge Jacobs.

Lokales: Inge Jacobs (ja)

Stuttgart - Stuttgart - Es mutet absurd an, ist aber so gewollt: Stadtverwaltung und Schulverwaltung setzen alles dran, um eine Gemeinschaftsschule in einem Gebiet einzurichten, wo eigentlich mehr Gymnasialplätze gebraucht werden. Dabei läuft (fast) alles nach Plan. Der Gemeinderat hatte das im November 2015 so beschlossen. Und jetzt muss die Verwaltung und müssen die Pädagogen liefern.

Konzept kann nicht einfach verordnet werden

Doch so einfach ist das nicht. Denn die Entwicklung neuer Schulkonzepte kann ein Gemeinderat nicht einfach verordnen, weil ihm das so gefällt. Das zeigt sich jetzt in voller Deutlichkeit. Schon damals war es eine Fehlentscheidung, den von Stadtverwaltung und Regierungspräsidium ermittelten Bedarf an Schulplätzen zu ignorieren. Ein weiterer Fehler war es, zu einem Zeitpunkt die Steinenbergschule zu ermuntern, ein Konzept für eine Gemeinschaftsschule zu entwickeln, als deren weiterführender Werkrealschulzweig längst zum Auslaufmodell erklärt worden war – übrigens von demselben Gemeinderat. Da hatten sich viele Hauptschullehrer längst anderweitig orientieren müssen.

Es liegt auf der Hand, dass die weiterführenden Nachbarschulen wenig Interesse daran haben, engagierte Lehrer in einen Arbeitskreis zu schicken, aus dem heraus eine Gemeinschaftsschule gegründet werden soll, die den Bestandsschulen ihre Schüler wegnimmt. Denn nur so geht die Bedarfsrechnung auf. Es ist kaum zu erwarten, dass Eltern, die ihr Kind aufs Gymnasium schicken wollen, sich mit einem Platz auf einer Gemeinschaftsschule zufrieden geben werden.

Aktuelle Bedarfszahlen ermitteln und neuen Vorschlag machen

Dass Schulbürgermeisterin Isabel Fezer im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin Susanne Eisenmann ein neues, zweizügiges Gymnasium am Standort Steinenberg ablehnt, dafür gibt es gute Gründe. Fezer sollte aber rasch klären, wie lange der Gemeinderatsauftrag weiterverfolgt wird. Und sie sollte auf Basis aktueller Bedarfszahlen einen Vorschlag machen, wie es mit den weiterführenden Schulen am Oberen Neckar weitergehen soll.




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