Stuttgarter Gemeinderat zeigt kalte Schulter Kein Geld für Fußball-EM der Frauen

2025 spielen die Frauen in der Schweiz um die Fußball-Europameisterschaft. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Sollte die EM im Frauenfußball 2029 nach Deutschland vergeben werden, wird Stuttgart kein Gastgeber sein. Zehn Millionen Euro als Förderung sind der Mehrheit des Gemeinderates zu viel.

Sollte Deutschland für 2029 den Zuschlag für die Ausrichtung der Fußball-Europameisterschaft der Frauen erhalten, wird kein Spiel in Stuttgart stattfinden. Der Gemeinderat hat am Donnerstag mit 28 Stimmen von CDU, SPD/Volt, Linke/SÖS und Puls sowie des Tierschützers beschlossen, kein Geld für die internationale Sportveranstaltung bereitzustellen. Man müsse ein „großes Millionen-Minusgeschäft“ erwarten, so Markus Reiners für die CDU.

 

Begründet wurde die Ablehnung mit der vergleichsweise schwachen Resonanz auf Frauenfußball, der angesichts einer geplanten Rekord-Neuverschuldung nötigen Einsparungen und Kritik an der Uefa, die als korrupt beschrieben wurde. Die Verwaltung hatte für die EM geworben und wollte dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) ein vorläufiges Budget von zehn Millionen Euro zusagen. „Wir sollten unsere Arena nutzen für die EM der Frauen 2029“, so OB Frank Nopper (CDU), man wolle „ein weiteres Fußballmärchen erleben“. Grüne, AfD, Freie Wähler, FDP und der OB (24 Stimmen) waren dafür.

Die Ablehnung im vorberatenden Verwaltungsausschuss am Mittwoch hatte Wellen bis ins Staatsministerium von Winfried Kretschmann (Grüne) geschlagen. Dessen Staatssekretär Florian Hassler hatte kurz vor der Abstimmung für die EM geworben. „Es wäre schade, wenn Stuttgart die Fußball-Frauen-EM ablehnt – und damit keine Spiele in Baden-Württemberg stattfinden“, so Hassler. „ Die EM ist weit mehr als ein sportliches Großereignis: Sie steht für europäischen Zusammenhalt, gelebte Vielfalt und grenzenlose Begeisterung.“ Die EM sei eine „wunderbare Gelegenheit, diese Faszination hautnah zu erleben“.

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