Stuttgarter Händler im Corona-Lockdown Breuninger stellt Eilantrag auf Öffnung vor Gericht

Viele Händler versuchen seit Wochen, einen Teil ihrer wegbrechenden Umsätze mit dem Onlinehandel auszugleichen. Doch dieser kann die reale Handelswelt nicht ersetzen. Foto: Lichtgut/Leif-Hendrik Piechowski
Viele Händler versuchen seit Wochen, einen Teil ihrer wegbrechenden Umsätze mit dem Onlinehandel auszugleichen. Doch dieser kann die reale Handelswelt nicht ersetzen. Foto: Lichtgut/Leif-Hendrik Piechowski

Das Handelsunternehmen Breuninger will seine Häuser nach Wochen des Corona-Lockdowns wieder öffnen. Dazu hat das Traditionshaus aus Stuttgart einen Eilantrag beim Verwaltungsgerichtshof Mannheim gestellt.

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Stuttgart - Die Appelle von umsatzstarken Handelsunternehmen in der Republik auf finanzielle Unterstützung in der Coronakrise und eine baldige Öffnung haben in Berlin nicht gefruchtet. Die Unternehmen, zu denen auch das Handelshaus Breuninger zählt, sehen sich inzwischen in einer existenziellen Krise. Der monatelange Lockdown gehe an die Substanz. Man brauche eine Perspektive und wolle gerecht behandelt werden, sagte s.Oliver-Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs unserer Redaktion.

Ab 35 könnte geöffnet werden

Breuninger selbst hat nun Konsequenzen aus der weiteren Ungewissheit gezogen. Zwar dürfen Friseure vom 1. März an ihre Kunden nach einer vorherigen Terminvereinbarung wieder bedienen, was auch für die Studios in den Häusern von Breuninger gilt, ob der Handel aber nach dem 7. März öffnen kann ist weiter ungewiss. Die Bundesregierung hat erklärt, dass weitere Schritte „vor dem Hintergrund der Virusmutanten vorsichtig und schrittweise erfolgen“ könnten. Der nächste Öffnungsschritt könne bei einer „stabilen 7-Tage-Inzidenz von höchstens 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner durch die Länder erfolgen. Dann solle der Einzelhandel mit einer Begrenzung von einer Kundin oder einem Kunden pro 20 Quadratmeter öffnen können.

 

Breuninger hat zu der Thematik einen Eilantrag beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim gestellt. Der 1. Senat, der sich mit Fragen zu den Beschränkungen durch die Coronakrise befasst, kam an diesem Dienstag zu einer längeren Beratung zusammen. Ob über die Handelsfrage entschieden wird, ist unklar.

Mehrere Landkreise erreichen den Wert

Diese Öffnung, so kann man den Beschluss aus der Videokonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten lesen, solle nur landesweit erfolgen. Mit benachbarten Gebieten mit höheren Inzidenzen seien „gemeinsame Vorkehrungen zu treffen, um länderübergreifende Inanspruchnahme der geöffneten Angebote möglichst zu vermeiden“, heißt es. Der 35-er Wert ist in den Landkreisen Ludwigsburg und Böblingen, in denen Breuninger Häuser hat, und in Stuttgart mit dem Breuninger-Stammhaus inzwischen teils seit einigen Tagen unterschritten. Im nahen Landkreis Calw lag er am Dienstag aber noch bei 72,9 im Stadtkreis Pforzheim bei 50,8, in Landkreis Karlsruhe, wo Breuniger in der Kaiserstraße in Karlsruhe auch vertreten ist, bei 66,5.

 




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