Stuttgarter Hochschule für Technik Elektroauto als Reallabor

Von  

Stuttgarter Studenten der Informationslogistik erforschen an einem e-Cell Vito, mit welcher Beladung und Route der Tranporter Stuttgarts schwierige Topografie am besten stemmt.

Wie weit reicht der Elektroantrieb eines beladenen Transporters wohl? Foto:  
Wie weit reicht der Elektroantrieb eines beladenen Transporters wohl? Foto:  

Stuttgart - Geräuschlos verlässt der Mercedes ­e-Cell Vito den Innenhof der Hochschule für Technik. Am Dienstag ist der Elektrotransporter den Studierenden und Professoren des Bachelorstudiengangs Informationslogistik übergeben worden. Das heißt, eigentlich ist es ein Dienstwagen, den die Hochschule für vier Jahre von Daimler geleast hat. Denn so lange soll das Projekt „Reallabor zur Entwicklung neuer e-Logistikkonzepte“ dauern. Die Hochschule bezahlt, dass Studenten mit dem Wagen Logistikforschung betreiben.

Denn mittels dieses Real­labors sollen die Studenten etwa untersuchen, wie die Reichweite des Elektrotransporters unter Berücksichtigung der Beladung und der speziellen Stuttgarter Topografie optimiert werden kann. Zunächst seien die Studenten von der Vorstellung verblüfft gewesen, dass man einen Transporter überhaupt mit Elektroantrieb ausstatte, berichtet Dieter Uckelmann, Professor für Informationslogistik: „Die hatten alle gesagt, Elektrofahrzeuge, das geht doch gar nicht – wir können doch nicht mit einer Reichweite von 100 Kilometern klarkommen.“ Geht aber doch, meint Uckelmann – gerade für Fahrten innerhalb der Stadt, selbst in Stuttgart.

Routenplanung optimieren und Beladungskonzepte entwickeln

Und nun gehe es darum, mit Hilfe dieses Fahrzeugs Routenplanungen zu optimieren, Beladungskonzepte auszutüfteln und neue Geschäftsmodelle für e-Mobilität in der Logistik zu entwickeln, erklärt Uckelmann – zum Beispiel, indem man solche Fahrzeuge bei Möbel- und Baumärkten stationiere. Auch die Ladung werde elektrisch über Transponder erfasst, statt wie bisher über einen Barcode.

Allerdings ist das keineswegs der einzige Einsatzzweck des neuen Hochschulfahrzeugs. Ziel sei es, „einen aktiven Beitrag zur Einsparung von CO2 in der Logistik zu leisten und die Einsatzpotenziale für Forschung, Lehre und Verwaltung“ zu erforschen, heißt es in dem Projektantrag. Und: „Die Nutzung des Fahrzeugs für Transportzwecke wird allen Fakultäten und der Verwaltung empfohlen“, auch für Besorgungs- und Lieferfahrten.

Auch eine Studentin möchte das Fahrzeug testen

Sechstsemester wie Eylem Aydin und ihre Gruppe haben bereits die Anwendungsbereiche für den e-Vito analysiert. Die Studentin meint: „Es wär halt schön, wenn man das selber testen könnte.“ Doch eigentlich dürfen Studenten das Fahrzeug gar nicht fahren, aus Versicherungsgründen. Allerdings sieht der Projektantrag vor, dass ein Bachelorand damit beauftragt wird, ein Verleihsystem zur hochschulinternen Buchung samt Website aufzubauen. Zudem soll ein digitales „CO2- Sparbuch“ anzeigen, wie viel gegenüber konventionellen Transporten gespart wird.

Sonderthemen