Ohne die Diakonissen gäbe es heute das Karl-Olga-Krankenhaus nicht. Vor 150 Jahren begannen sie mit ihrer wohltätigen Arbeit für kranke Menschen. Heute gehört das betreute Wohnen zu ihrem Metier.

Lokales: Barbara Czimmer (czi)

Mit einem Kurs zur Ausbildung von Krankenpflegerinnen nahm vor 150 Jahren in Heilbronn alles seinen Anfang. Den Vorschlag dazu hat Christoph Ulrich Hahn, gemacht, das württembergische Königshaus hat ihn gern aufgegriffen. In mehrmonatigen Kursen sind am Städtischen Krankenhaus Heilbronn junge Frauen aus dem ländlichen Raum medizinisch geschult worden. Zum Einsatz kommen sollten sie in Kriegszeiten in Lazaretten, in Friedenszeiten in ihren Heimatgemeinden als Krankenschwestern.

Vor allem Männer waren vormals in Pflegeberufen tätig, doch im 19. Jahrhundert überstieg die Zahl der Frauen die der männlichen Kräfte. Wissenschaftlerinnen belegen, dass die Ärzte Schwestern gern in christlichen Ordensgemeinschaften rekrutiert haben, weil sie die Pflege der Kranken als Dienst an ihrem Nächsten angesehen haben und daher auch eine schlechtere Bezahlung akzeptiert hätten.

Als Gründerinnen aktiv

Aus dem Krankenpflegerinnenverein entstand eine evangelische Schwesternschaft, die ihr Mutterhaus nach Königin Olga benannt hat. Von 1893 an wurden die Olgaschwestern im Stuttgarter Osten heimisch, der vornehmlich von Arbeiterfamilien bewohnt war, und gründeten das Karl-Olga-Krankenhaus. Die Frauen blieben unverheiratet, bekamen ein Taschengeld und konnten sich im Gegenzug darauf verlassen, dass sie ihren Ruhestand ohne Sorgen im so genannten Feierabendhaus verbringen konnten. Mit dem Eintritt in den Kaiserswerther Verband wurden sie offiziell Diakonissen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es immer weniger Neueintritte, die Schwesternschaft vergreiste. Das Krankenhaus wurde zu 74 Prozent an die Sana verkauft, die Schwestern engagieren sich seitdem primär in der Altenpflege.

Blick nach vorn

Die Olgaschwestern investieren derzeit in die Zukunft: in der Hackstraße entsteht das neue Olgahaus, in dem von 2026 an mehr als 50 neue Wohnungen für Menschen ab 70 Jahren zur Verfügung stehen sollen. Außerdem ist dort ein medizinisches Zentrum mit Praxen und gesundheitlichen Einrichtungen entstehen. So konnte bei der Jubiläumsfeier am vergangenen Wochenende nicht nur der Blick 150 Jahre zurück gehen, sondern auch mit Optimismus nach vorn wandern.

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