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Stuttgarter Kammerorchester Klänge aus Osten in der Liederhalle

Von Widmar Puhl 

Klassik pur: Am 27. November spielt das Stuttgarter Kammerorchester (SKO) mit dem Pianisten Alexander Lonquich als Solist und Gastdirigent in der Liederhalle in Stuttgart.

Pianist und Gastdirigent Alexander Lonquich.  Foto: Francesco Fratto
Pianist und Gastdirigent Alexander Lonquich. Foto: Francesco Fratto

Er wurde 1960 in Trier geboren, gewann mit 16 Jahren den internationalen Klavierwettbewerb im italienischen Terni und legte daraufhin einen Raketenstart als Solist hin. Unter der Leitung von Dirigenten wie Claudio Abbado, Ton Koop­man oder Kurt Sanderling spielte er mit großen Orchestern zusammen, etwa den Wiener Philharmonikern, dem Tonhallenorchester Zürich oder dem Sinfonie­orchester des Hessischen Rundfunks. Auch mit dem SKO stand er schon auf der Bühne.

Es beginnt mit Antonín Dvorák

Das Programm eröffnet die Serenade für Streichorchester E-Dur von Antonín Dvorák, eine der schönsten und bekanntesten Streicherserenaden überhaupt. Mit dieser melodienseligen Hymne an die böhmische Heimat stellt sich Lonquich in Stuttgart auch als Dirigent vor. Hier interessieren ihn vor allem der raffinierte Aufbau und die ausgeklügelte Dynamik.

Pointiert: Dmitri Schostakowitsch

Am Flügel wird er das pointierte Klavierkonzert mit Trompete Nr. 1 von Dmitri Schostakowitsch spielen, bei dem sich Gesten einer zirkushaft drastischen Komik und elegisch-melancholische Passagen ab­lösen. „Das kann man gut vom Flügel aus leiten“, meint Lonquich. Der zweite Solist, der 24-jährige Trompeter Simon Höfele aus Karlsruhe, kommt zwar nicht oft zum Zug, „aber wenn, dann ist es von großer Bedeutung für das Stück“.

Höfele ist einer der interessantesten jungen Trompeter Deutschlands: BBC Radio 3 New Generation Artist, Künstler in der Reihe „Junge Wilde“ beim Konzerthaus Dortmund, SWR 2 New Talent sowie Preisträger des Sonderpreises „U21“ beim internationalen ARD-Musikwettbewerb.

Mozart nach der Pause

Nach der Pause erklingt das spirituelle „Adagio und Fuge“ (KV 546) von Mozart. Es folgt eines der beliebtesten Klavierkonzerte, das Lonquich (wie auch Mozart gern) am Flügel dirigiert. Es ist Louise Victoire Jenamy gewidmet, einer Tochter des Ballettmeisters Jean Georges Noverre aus Straßburg, die in Wien geheiratet hatte – daher wohl das Tänzerische.

Lonquich hält das Stück für Mozarts erstes wirklich bedeutendes Klavierkonzert: „Bahnbrechend ist der langsame zweite Satz, der wie eine Opernszene wirkt.“ Dieses Andantino in Moll von schier überirdischer Schönheit und großem Ernst steht zwischen den lebensfrohen Ecksätzen. Das Ganze bildet eine für Mozart typische Mischung sinfonischer und kammermusikalischer Elemente.

SKO mit Alexander Lonquich (Klavier und Leitung) und Simon Höfele (Trompete): 27. November, 20 Uhr, Liederhalle, Tickets unter 07 11 / 2 24 77 20