Keiner macht sich etwas vor, jeder kann die Tabelle lesen: Nur ein Sieg hilft den Stuttgarter Kickers am kommenden Sonntag (14 /Dietmar-Hopp-Stadion) bei der TSG 1899 Hoffenheim II weiter. Dann würde der Rückstand auf den Spitzenreiter der Fußball-Regionalliga immer noch acht Punkte betragen, könnte mit einem weiteren Sieg im Nachholspiel am kommenden Mittwoch (19 Uhr/Gazi-Stadion) gegen den Tabellenzweiten SGV Freiberg aber auf fünf Zähler verkürzt werden.
„Kein Harakiri“
„Dass mit einem Sieg von uns am Sonntag mehr Spannung da ist, muss man keinem erzählen“, erklärt Kickers-Trainer Marco Wildersinn und gibt folgerichtig die Parole aus: „Wir wollen mit aller Macht gewinnen.“ Was nicht heiße, dass man „Harakiri“ spielen werde. Man wolle vielmehr, wie beim 1:0-Sieg vor einer Woche beim FSV Frankfurt, das eigene Spiel durchziehen.
Wildersinn plant zum dritten Mal hintereinander mit einer Abwehr-Dreierkette zu agieren, selbst die kurzfristige Verletzung von Mario Borac (Adduktorenprobleme) dürfte daran wenig ändern. Hinter welcher Abwehrformation auch immer wird höchstwahrscheinlich wieder Leon Neaime im Tor stehen. Seine Hüftprellung ist abgeklungen. „Leon macht im Training alles mit, es sieht gut aus“, sagt der Chefcoach. Auch Louis Lord macht nach seinem Muskelfaserriss täglich Fortschritte. So dass noch offen ist, ob die Leihgabe vom Drittligisten FC Erzgebirge Aue oder David Mitrovic, der in Frankfurt ein starkes Regionalliga-Debüt feierte, auf der Bank sitzt.
Wer ersetzt Mauersberger?
Verzichten müssen die Blauen im Kraichgau neben Borac auch auf Offensivmann Christian Mauersberger, der die Sperre nach seiner fünften Gelben Karte abbrummt. Der Ausfall tut weh. Der 29-Jährige harmonierte zuletzt sehr gut mit David Kammerbauer auf der linken Seite. „Schade, dass er gerade in diesem Spiel nicht dabei ist, da wir nicht so viele Offensivaktionen bekommen werden, wie etwa in den Heimspielen gegen Gießen oder Göppingen“, sagt Wildersinn.
Vor allem vier Spieler kommen in Frage, ihn zu ersetzen: Sinan Tekerci, Nevio Schembri, Flamur Berisha und Arlind Rexhepi. Der Winter-Neuzugang vom SV Waldhof Mannheim bringe mit seiner Ballsicherheit, seinem Zug zum Tor laut Coach gute Anlagen mit, ohne sie im Training immer optimal auf den Platz zu bringen. Dennoch spricht einiges dafür, dass der 21-Jährige mit den albanischen Wurzeln die Rolle von Mauersberger am Sonntag übernehmen wird.
„Keine besonderen Gefühle“
Wildersinn selbst kehrt erstmals als Trainer wieder an seine alte Wirkungsstätte zurück, von 2013 bis 2020 war er Coach bei der TSG Hoffenheim II. „Der Fokus liegt auf unserer Herangehensweise. Bisher spüre ich keine besonderen Gefühle, vielleicht kommt es noch, wenn ich aus dem Bus aussteige“, sagt der 44-Jährige und betont: „Die Vorfreude auf dieses Spiel ist aber sehr groß.“
Ergebnisse und Termine 2025
Regionalliga
Kickers – FC Gießen 3:0, FC-Astoria Walldorf – Kickers 3:2, Kickers – 1. Göppinger SV 3:0, TSV Steinbach Haiger – Kickers 2:1, Kickers – Kickers Offenbach 1:1, FSV Frankfurt – Kickers 0:1, TSG 1899 Hoffenheim II – Kickers (6. April, 14 Uhr), Kickers – SGV Freiberg (9. April, 19 Uhr), Kickers – Bahlinger SC (12. April, 14 Uhr), SG Barockstadt Fulda-Lehnerz – Kickers (19. April, 14 Uhr), Kickers – Eintracht Trier (27. April, 14 Uhr), Kickers – SC Freiburg II (3. Mai, 14 Uhr), 1. FSV Mainz 05 – Kickers (10. Mai, 14 Uhr), Kickers – KSV Hessen Kassel (17. Mai, 14 Uhr). (jüf)