Sie klatschten sich ab, sie lagen sich in den Armen und feierten nach dem Schlusspfiff mit den Fans vor dem B-Block. Obwohl es auf der Zielgeraden dieser Regionalliga-Saison für die Stuttgarter Kickers nur noch um Tabellenkosmetik geht, war die Erleichterung nach dem 3:2 (2:0) gegen Eintracht Trier groß. „Der Sieg war verdient, sehr wichtig, tut allen gut und macht noch einmal frei für die letzten Aufgaben“, sagte Sport-Geschäftsführer Lutz Siebrecht.
Kiefer – der neue Torjäger
Nach zuletzt zwei Niederlagen wollten die Kickers unbedingt wieder in die Spur kommen. Das gelang dem Team von Trainer Marco Wildersinn in einem über weite Strecken unterhaltsamen Spiel vor den 4670 Zuschauern (darunter 450 Trierer) im Gazi-Stadion auf der Waldau. Lukas Kiefer hatte die Kickers mit einem Tor aus spitzem Winkel mit 1:0 in Führung gebracht (18.). Der lange Zeit nicht zwingend für seine Torgefahr bekannte Mittelfeldspieler traf damit im dritten Spiel in Serie.
Der starke Linksverteidiger Mario Borac erhöhte mit einem Flachschuss aus 18 Metern auf 2:0 (24.). Nach der Pause verkürzte Triers Ömer Yavuz auf 1:2 (48.). Doch neun Minuten später stellte David Tomic mit seinem neunten Saisontor auf 3:1. Effizienz in der Chancenverwertung zeichnete die Blauen bis zu diesem Zeitpunkt aus. Doch die abstiegsbedrohte Eintracht, bei der die Kickers im Hinspiel mit 6:0 gewonnen hatten, gab nicht auf, sie wehrte sich in dem offenen Schlagabtausch nach Kräften, agierte mit ihren kopfballstarken Spielern viel mit langen Bällen und war gefährlich bei Standardsituationen. Christopher Spang köpfte nach einer Ecke so unbedrängt zum 2:3 ein (66.).
Wildersinn lobt Einstellung
Die Blauen schalteten danach in den Verwaltungsmodus. Die Wechsel Wildersinns sollten zudem die Defensive stabilisieren. Es musste gezittert werden, doch ernsthaft in Gefahr geriet der Erfolg danach nicht mehr. „Ich bin nicht mit allem zufrieden, aber die Einstellung meiner Spieler war top, sie haben sich reingehauen und das Ding am Ende gezogen. Darauf bin ich stolz“, sagte Wildersinn.
Am kommenden Samstag (14 Uhr) haben die fünftplatzierten Kickers die nächste Chance, noch Boden in der Tabelle gutzumachen. Dann kommt am drittletzten Spieltag der SC Freiburg II ins Gazi-Stadion. „Wir werden alle Kräfte mobilisieren“, versprach Wildersinn, „wir wollen das Maximale aus den letzen Spielen rausholen.“
Aufstellung Kickers
Lord – Blank, Behrendt, Petrovic, Borac – Tomic (82. Meien), Lockl, Kiefer – Schembri (82. Riehle), Braig, Berisha (70. Schmidts).
Bank: Neaime, Mitrovic, Mulaj, Tekerci, Rexhepi, Skenderovic.
Nicht im Kader: Dornebusch, Kammerbauer, Riedinger, Awortwie-Grant, Polauke, de Sousa, Hencke, Mauersberger, Stojak.
Ergebnisse und Termine 2025
Regionalliga
Kickers – FC Gießen 3:0, FC-Astoria Walldorf – Kickers 3:2, Kickers – 1. Göppinger SV 3:0, TSV Steinbach Haiger – Kickers 2:1, Kickers – Kickers Offenbach 1:1, FSV Frankfurt – Kickers 0:1, TSG 1899 Hoffenheim II – Kickers 3:0, Kickers – SGV Freiberg 3:2, Kickers – Bahlinger SC 1:2, SG Barockstadt Fulda-Lehnerz – Kickers 2:1, Kickers – Eintracht Trier3:2, Kickers – SC Freiburg II (3. Mai, 14 Uhr), 1. FSV Mainz 05 – Kickers (10. Mai, 14 Uhr), Kickers – KSV Hessen Kassel (17. Mai, 14 Uhr). (jüf)