Marco Wildersinn (Kickers-Trainer): „Heute hat es Spaß gemacht, am Dienstag war das nicht der Fall. Wir haben im Pokal gegen Freiberg kein gutes Spiel gemacht. Dass die Unzufriedenheit dann so zu spüren war, war für mich schon überraschend. Sie war aber auch gerechtfertigt, weil auch wir am Dienstag nicht mit unserer Leistung zufrieden waren. Deshalb war klar, dass wir ein anderes Gesicht zeigen wollten. Auch ich habe mich gefragt: Sind wir auf dem richtigen Weg, an welchen Stellschrauben müssen wir drehen, um besser Fußball zu spielen, mehr Power nach vorne zu entwickeln, die Fans mehr mitzunehmen? Wir haben heute eine gute Reaktion gezeigt. Das Tor zum 3:1 hat der Mannschaft Sicherheit gegeben und die Energie für die weiteren Minuten. Das Manko war, dass wir viele Torschüsse des Gegners zugelassen haben, dass wir nicht in jeder Situation gut verteidigt haben, weil wir zu unruhig waren. Am Ende war es endlich ein überzeugender Sieg mit den Stürmertoren, die wir uns gewünscht haben. Der Weg, den wir eingeschlagen haben, der ist richtig. Es ist wichtig, dass wir nach so einem Spiel wie am Dienstag nicht die Nerven verlieren, sondern ruhig und sachlich weiterarbeiten. Die Mannschaft befindet sich in einer Entwicklung, weil wir von der Spielweise her schon etwas umstellen wollten. Dieser Prozess ist nach sieben Regionalliga-Spieltagen sicher noch nicht abgeschlossen.“
Hüsni Tahiri (Steinbachs Trainer): „Ich habe zwar noch nie eine Ohrfeige bekommen, aber so fühlt sich das heute an. Die Enttäuschung ist riesig. Wir hatten die Chance, mit dem Lattenschuss das 2:2 zu machen. Nach dem 3:1 waren wir raus. Wir wollten nach der Pause wie eine Männermannschaft verteidigen, das war nicht der Fall. Wir haben teilweise wie eine U-Mannschaft verteidigt. Vielleicht war die Kulisse für den einen oder anderen meiner Spieler zu viel. Die Kickers waren leidenschaftlicher, schneller vom Kopf her. Letztendlich war das viel zu wenig von uns.“
David Braig (Kickers-Stürmer): „Wir hatten am Dienstag keinen so schönen Abend. Wir wollten eine Reaktion zeigen, das ist uns grandios gelungen. Wir haben heute schneller den Weg nach vorne gesucht. Es kam uns entgegen, dass wir die Chancen diesmal schnell genutzt haben. Wir waren heute mit einer überragenden Wucht unterwegs, was uns vergangene Saison ausgezeichnet hat. Meine beiden Tore tun natürlich gut, mir selbst und der kompletten Mannschaft. Wir sind heute oft in gefährliche Räume gekommen, haben die Zielspieler erreicht und waren kaltschnäuzig vor dem Tor.“
„Teilweise sehr negative Stimmung vor dem Spiel“
Marc Stein (Kickers-Sportdirektor): „Wir haben ein gutes Spiel gemacht und souverän gewonnen. Klar können wir auch noch Dinge besser machen, aber der klare Sieg heute tut gut, wir haben etwas fürs Torverhältnis getan, das beflügelt uns und kann ein Brustlöser sein. Was ich schade fand, war, dass die Stimmung vor der Partie teilweise schon sehr negativ war. Ich kann die Unzufriedenheit nach dem Pokal-Aus verstehen, denn natürlich war das Weiterkommen unser Ziel. Aber wir haben bisher keines der inzwischen zehn Pflichtspiele nach 90 Minuten verloren. Ich glaube, das ist nicht so schlecht. Natürlich gibt es noch Themen, an denen wir arbeiten müssen, das ist doch logisch. Aber nach den Entscheidungen, die wir im Sommer getroffen haben, müssen wir uns Schritt für Schritt weiterentwickeln, das geht nicht von heute auf morgen.
David Kammerbauer (Kickers-Verteidiger): „Wir sind von Anfang gut ins Spiel gekommen, wollten aggressiv sein, vorne draufgehen und Abschlüsse suchen. Das haben wir geschafft, wir haben die Fans mitgenommen, das war unser Ziel und dann rutschen die Dinger auch rein. Ich mache auch noch eins und so schießen wir endlich einmal fünf Tore.“
Rainer Zobel (Ex-Kickers-Trainer): „Ich habe es sehr genossen, mal wieder hier zu sein. Ich freue mich über den Sieg der Kickers, habe aber auch einige Fehler gesehen. Die Kickers waren hinten in der Viererkette zu weit auseinander. Wenn ich der Gegner der anderen Mannschaft gewesen wäre, hätte ich das, glaube ich, ausnutzen können.“