Fußball-Oberligist Stuttgarter Kickers und ihr Trainer Mustafa Ünal ändern vor dem DFB-Pokal-Knüller gegen Eintracht Frankfurt nichts am Ablauf.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Ob sich am Ablauf irgendetwas ändern wird? „Nein, es wird komplett der gleiche sein. Ich gehe morgens in die Schule und komme danach zum Spiel“, sagte Mustafa Ünal am Montag. Was hätte vor dem DFB-Pokal-Zweitrundenspiel zwischen Fünftligist Stuttgarter Kickers und Champions-League-Teilnehmer Eintracht Frankfurt (Dienstag, 18 Uhr) die David-gegen-Goliath-Konstellation deutlicher unterstreichen können als diese Aussage des Trainers der Blauen, der an der Körschtalschule Plieningen die Fächer Informatik, Wirtschaftslehre, Sport und Technik unterrichtet.

Zumal auch alle Spieler tagsüber ihren Verpflichtungen nachkommen, wie der 39-Jährige weiter ausführte und sicherheitshalber klarstellte: „Das wird aber nichts daran ändern, dass wir abends auf Knopfdruck voll da sein werden.“ Das wird auch nötig sein, wenn die Kickers vor den 10 000 Zuschauern im ausverkauften Gazi-Stadion auf der Waldau eine Chance haben wollen.

Was er denn besser machen werde als der Trainerkollege Xabi Alonso, der mit Bayer Leverkusen von der Eintracht in der Bundesliga mit 1:5 eins übergebraten bekam? „Ich hoffe einfach, dass Frankfurt nicht einen solch super Tag erwischt“, antwortete Ünal.

Genau diese Wechselhaftigkeit war zur gleichen Zeit gut 200 Kilometer weiter bei der Pressekonferenz der Frankfurter Eintracht das Thema. Was gedenkt der Coach Oliver Glasner zu tun, damit die „launische Diva vom Main“ nicht wie etwa beim 0:3 in Bochum nach einem Hoch wieder ins Tal der Tränen fällt?, lautete die Einstiegsfrage. „Wir werden uns nach dem Kantersieg gegen Bayer sicher nicht tagelang auf die Schulter klopfen. Uns allen ist klar, dass das ein ganz anderes Spiel wird“, sagte Glasner und versprach, den unterklassigen ernst zu nehmen. Was hätte der Österreicher auch sonst sagen sollen? Was tatsächlich in den Köpfen der Profis vorgeht, wird sich an diesem Dienstag auf dem Platz zeigen.

Auf der Tribüne werden dann auch viele Schüler und Lehrerkollegen von Ünal zuschauen – und ihm und den Kickers beim ungleichen Duell die Daumen drücken.