Stuttgarter Kickers Das ist der Stand in Sachen Umbau des Gazi-Stadions

Das Gazi-Stadion wird ab Herbst 2025 umgebaut. Foto:  

Die Haushaltsmittel sind bewilligt, der Neubau der Gegengerade im Gazi-Stadion ist längst beschlossene Sache. Zuletzt gab es neue Diskussionen um den Zugang zum Gäste-Bereich, weshalb der Entwurf überarbeitet werden muss.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Am kommenden Wochenende gibt es wieder einen Doppelpack im Gazi-Stadion auf der Waldau. Am Samstag (14 Uhr) empfängt Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers Aufsteiger FC 08 Villingen, am Sonntag (13 Uhr) geht es für Stuttgart Surge in der European Football League (ELF) gegen die Tirol Raiders aus Innsbruck. Der VfB Stuttgart II trägt dagegen inzwischen alle seine Drittliga-Heimspiele in Großaspach aus – so auch das Duell an diesem Sonntag (16.30 Uhr) gegen den TSV 1860 München.

 

Haushaltsmittel längst bewilligt

In Degerloch stellen sich unterdessen Fans immer wieder die Frage, wie es eigentlich mit der Umsetzung der Umbau-Pläne für das Gazi-Stadions vorangeht. Wie bereits berichtet, steht seit 2022 fest, dass für den Neubau der Gegengerade vom Stuttgarter Gemeinderat Haushaltsmittel in Höhe von neun bis zehn Millionen Euro bewilligt wurden.

Seit längerem klar ist auch, dass die asp-Architekten mit ihrem Entwurf den Zuschlag bekamen, das Baugesuch aber noch gezeichnet und offiziell eingereicht werden muss. Danach folgt eine Bearbeitungsfrist des Baurechtsamts, dann die Baugenehmigung.

Entwurf überarbeitet

Nun musste das Architekturbüro seinen Entwurf aber noch einmal überarbeiten. Konkret geht es dabei um den Zugang zum Gäste-Bereich. Ursprünglich sollte dieser im Zuge des Neubaus der Gegengerade künftig von der Haltestelle Ruhbank aus über den Georgiiweg und den Guts-Muths-Weg erfolgen und nicht wie bisher vom großen Parkplatz vor dem Stadion aus.

Sicherheitsaspekte über allem

Warum eine Umplanung von Seiten der Stadt gefordert wurde? „Grund sind Sicherheitsaspekte“, erklärt Jürgen Kindler, der im Kickers-Präsidium für das Stadion-Thema verantwortliche Mann. Im ursprünglichen Konzept war der Zugang der Gäste-Fans über den Guts-Muths-Weg hinter dem Tor Richtung Wald vorgesehen gewesen. Es kamen aber Bedenken auf, dass die Zufahrt für Feuerwehr und Rettungswägen im schmalen Guts-Muths-Weg dann nicht gewährleistet wäre, vor allem bei einer Anzahl von 1500 bis 2000 Gäste-Fans.

„Das Amt für Sport und Bewegung und wir als Verein reagieren auf die Einwände und arbeiten mit den asp-Architekten an einer möglichst schnellen Lösung, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren“, sagt Kindler. Die Gäste-Fans sollen also, wie bisher auch, über den Parkplatz P2 am Stadion auf ihre Plätze im F-Block kommen.

Geplanter Baugbeginn Herbst 2025

Den ohnehin schon verschobenen, vorgesehenen Baubeginn für Herbst 2025 sieht Kindler nicht gefährdet. Wie berichtet, kann der Abbruch der alten Gegentribüne nur im Herbst/Winter erfolgen. Grund ist die Nähe zum Wald, so die Information des Hochbauamts an die Kickers-Verantwortlichen. Tiere, etwa brütende Vögel, würden dort im Frühjahr durch Lärm und Staubentwicklung zu sehr gestört werden. Klar ist: Während der rund acht- bis zehnmonatigen Umbauphase kann der Spielbetrieb aufrechterhalten werden, das maximale Fassungsvermögen beträgt während dieser Phase aber nur 5000 bis 6000 Zuschauer.

„Wir sind in die Planungen sehr gut eingebunden“, lobt Kindler nach wie vor die Zusammenarbeit mit der Stadt. Die neue Gegengerade wird bei Fertigstellung 6000 Besuchern Platz bieten. Davon sind es 1000 Sitzplätze, die oberhalb der Stehränge angeordnet werden. „Es war der ausdrückliche Wunsch der Fans, dass die Stehplätze erhalten bleiben“, sagt Kindler. Aktuell sieht die Aufteilung auf der Gegentribüne so aus: 880 Zuschauer im A-Block, 1640 im B-Block, 1495 im C-Block sowie 830 im D-Block (ausschließlich für Gäste-Fans). Dieser D-Block wird derzeit als sogenannter Pufferblock benutzt. Er wird in dieser Funktion nach dem Neubau wegfallen.

Keine Veränderungen gibt es zunächst auf den Stehplatzbereichen hinter den Toren: Sie bieten im G-Block 2304 Besuchern Platz, im Gäste-F-Block 2048.

Der Entwurf sieht vor, dass vor der neuen Gegentribüne kein Zaun mehr vorhanden ist. Als Abgrenzung zum Spielfeld dient eine Erhöhung, wie dies auf der Haupttribüne bereits der Fall ist. Der Abstand zur Seitenlinie wird nach dem Neubau statt bisher 2,50 Meter sechs Meter betragen.

Geschäftsstelle bleibt im ADM-Sportpark

Im Bauch der neugestalteten Gegentribüne soll nicht, wie ursprünglich diskutiert, die Geschäftsstelle der Kickers untergebracht werden. Diese wird im ADM-Sportpark bleiben. Die Ansprechpartner der Blauen fühlen sich dort als Anlaufstelle für die Mitglieder, in unmittelbarer Nähe zu den Sportlern, besser aufgehoben. Die Tribüne soll aber Platz für Räumlichkeiten der Polizei, der Sicherheitskräfte und des Amts für Sport und Bewegung bieten.

Ein Parkhaus am Stadion ist zunächst nicht vorgesehen, Grund ist die Nähe zum möglichen Weltkulturerbe Fernsehturm. In zwei bis drei Jahren könnten Überlegungen zu einem Parkhaus in den Gesamtbebauungsplan Waldau aber einfließen.

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