Mathis Bruns (re.) und Jonas Kohler sind beide 19 Jahre jung. Foto: Baumann/Julia Rahn
Der neu justierte Regionalligakader der Stuttgarter Kickers umfasst 25 Feldspieler und vier Torhüter. Insgesamt fallen zehn davon unter die U-23-Regel. Welche Spieler sind das? Wie sind ihre Aussichten zu spielen?
Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers hat einen Kader von insgesamt 29 Spielern, darunter sind zehn Akteure, die unter die U-23-Regel fallen. Dies ist auch formal von Bedeutung, da von den 20 Spielern, die auf dem Spielberichtsbogen eines Regionalligaspiels stehen, mindestens vier Spieler dabei sein müssen, die am 30. Juni vor Beginn des Spieljahres das 23. Lebensjahr noch nicht vollendet haben – und für eine Auswahlmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) spielberechtigt sind. Zudem dürfen sie noch kein A-Länderspiel für einen anderen Nationalverband bestritten haben. Wir nennen die Spieler und beurteilen ihre Perspektiven.
Mathis Bruns, Rückennummer 4, Geboren: 31. März 2004
Mathis Bruns ist von Union Berlin ausgeliehen. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn
Mathis Bruns durchlief alle Jugendteams im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) von Bundesligist Union Berlin und wurde am 24. August bis zum Saisonende an die Stuttgarter Kickers ausgeliehen, um Spielpraxis zu sammeln. Ein Mitglied des Kickers-Trainerstabes hat den Spieler auch bei Union im Training beobachtet. Da nach aktuellem Stand das Innenverteidigerduo Paul Polauke/Niklas Kolbe bei Trainer Mustafa Ünal gesetzt ist, wird es nicht einfach für Bruns, Spielanteile zu bekommen. Bisher stand er überhaupt erst einmal im Kader, ohne zum Einsatz zu kommen. Doch Verletzungen und Sperren kann es immer geben, deshalb muss der 19-Jährige parat sein, wenn sich die Chance bietet. Seine Konkurrenten sind Melvin Ramusovic und Leon Maier. Ünal jedoch hat auch schon die Mittelfeldspieler Nico Blank und Luigi Campagna ins Abwehrzentrum zurückgezogen.
Melvin Ramusovic, Rückennummer 6, 19. Juni 2001
Melvin Ramusovic hatte gegen Aalen seinen ersten Einsatz. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn
Melvin Ramusovic stieß kurz vor Schließung des Transferfensters am 1. September ablösefrei noch zum Kickers-Kader. Er war 2017 von den Blauen zum 1. FC Heidenheim gewechselt, erhielt dort einen Profivertrag, konnte sich aber gegen die starke Konkurrenz beim Bundesligisten nicht durchsetzen. Nun will er sich über Regionalligaeinsätze wieder für höhere Aufgaben empfehlen. Einfach wird das nicht, die Konkurrenzsituation ist ähnlich wie bei Mathis Bruns. Vorteil von Ramusovic: Er ist vielseitig verwendbar. Beim 0:0 gegen den VfR Aalen kam er ab der 73. Minute für Nico Blank im zentralen Mittelfeld erstmals zum Einsatz. Mit seiner Kampfkraft und Mentalität konnte er gleich Pluspunkte sammeln.
Marian Riedinger, Rückennummer 11, 24. August 2001
Marian Riedinger zog sich im Spiel bei der TSG Backnang einen Kreuzbandriss zu. Foto: Baumann/Volker Müller
Marian Riedinger hatte sich nach einer starken Winter-Vorbereitung einen Stammplatz erkämpft – und zog sich im ersten Spiel 2023 bei der TSG Backnang einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu, auch der Innenmeniskus hatte bei der Verletzung etwas abbekommen. Die Reha läuft planmäßig, doch ein Einsatz des Außenverteidigers kommt wohl erst im neuen Jahr in Betracht. Wird er wieder zu 100 Prozent fit, ist er die erste Alternative zu Marcel Schmidts rechts in der Viererkette.
Jonas Kohler, Rückennummer 13, 31. August 2004
Jonas Kohler hat starke Konkurrenz im zentralen defensiven Mittelfeld. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch
Jonas Kohler ist lauf-, einsatz-, willensstark – und bringt damit Eigenschaften mit, die zur Spielphilosophie von Trainer Mustafa Ünal optimal passen. Sein Problem ist, dass die Konkurrenz auf seiner Position im zentralen defensiven Mittelfeld so groß ist, wie nirgendwo anders. Die Routiniers Lukas Kiefer, Nico Blank und Luigi Campagna spielen in der Zentrale vor der Abwehr, auch Leon Maier und Melvin Ramusovic können dort spielen. Kohler braucht Geduld, wird aber seine Chance bekommen.
Maximilian Otto, Rückennummer 16, 2. Februar 2002
Maximilian Otto hat sein Können in der ersten Mannschaft bereits gezeigt. Foto: Baumann/Alexander Keppler
Maximilian Otto hat in der vergangenen Oberligasaison gezeigt, dass er das Zeug zur Nummer eins hat. Vor allem in Eins-gegen-Eins-Situationen hat er manches Gegentor reaktionsschnell verhindert. Neuzugang Felix Dornebusch hat ihm einiges an Erfahrung voraus und bringt mehr Körpergröße mit. Sollte der Routinier ausfallen, stünde mit Otto (neben Ramon Castellucci) ein verlässlicher Ersatz parat.
Konrad Riehle, Rückennummer 17, 15. Januar 2002
Konrad Riehle befindet sich derzeit in einem Leistungstief. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn
Konrad Riehle war lange Zeit Stammspieler, bestach durch seine Schnelligkeit und Technik. Derzeit befindet er sich einem Leistungsloch und hat seinen Platz an den starken Neuzugang Christian Mauersberger verloren. Bis zum Sommer kämpfte Riehle vor allem mit Flamur Berisha um seine Spielanteile, die Konkurrenz hat sich eine Etage höher verschärft. Vergangenen Samstag beim 0:0 gegen den VfR Aalen ereilte Riehle die „Höchststrafe“. Er wurde ein- und wieder ausgewechselt. „Das ist nie persönlich gemeint. Es geht immer nur um die Sache. Darum, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass man Spiele gewinnt. Dann gibt es im Fußball eben auch solche Entscheidungen und Härtefälle, die aber keine weiteren Folgen haben für den Spieler“, sagte Trainer Mustafa Ünal.
Marko Pilic, Rückennummer 23, 11. April 2001
Für Marko Pilic wird es schwer, Spielanteile zu bekommen. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch
Für Marko Pilic wird es in dieser Saison schwierig, überhaupt in den Spieltagskader zu rutschen. Der technisch enorm starke Mittelfeldspieler muss sich vor allem an das intensive Spiel der Blauen gegen den Ball gewöhnen.
David Stojak, Rückennummer 29, 28. Oktober 2004
David Stojak kam aus dem Allgäu vom FC Wangen. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch
David Stojak zeigte in der vergangenen Verbandsligasaison gute Leistungen im Dress des FC Wangen, obwohl er noch für die A-Junioren spielberechtigt war. Der groß gewachsene Mittelstürmer weiß, dass er es in seinem ersten offiziellen Jahr bei den Aktiven schwer haben wird, auf Einsatzzeiten zu kommen. Er will die ersten zwölf Monate bei den Kickers vor allem nutzen, um zu lernen und sich bei professionellen Trainingsbedingungen weiterzuentwickeln.
Halim Eroglu, Rückennummer 34, 5. August 2004
Halim Eroglu ist sprint- und dribbelstark. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch
Halim Eroglu war im vergangenen Jahr noch für die U 19 spielberechtigt, kam aber auch schon regelmäßig zu Einsätzen in der ersten Mannschaft. Er besticht durch seine Unbekümmertheit, seine Schnelligkeit und Dribbelstärke. Trainer Ünal gilt als sein Mentor, packt das Toptalent jedoch – mindestens – genauso hart an wie jeden anderen Spieler. Zeigt Eroglu im Training die falsche Reaktion auf einen Nichteinsatz, kann es gut sein, dass er im nächsten Spiel nicht einmal im Kader steht. Doch fest steht: Gibt der 19-Jährige weiter Gas, wird er seine Chancen bekommen.
Leon Neaime, Rückennummer 35, 29. Oktober 2004
Leon Neaime (re., neben Lucca Telles-Villalobos) feierte mit der U19 den WFV-Pokalsieg 2023. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch
Leon Neaime bringt mit seinen 1,93 Metern für eine Torwartkarriere sehr gute Voraussetzungen mit. Der 18-Jährige, 2019 vom FC Esslingen nach Degerloch gekommen, kuriert derzeit noch eine Schulterverletzung aus. Er wird erst in einigen Wochen wieder im Training angreifen können.