Keine Zukunft bei den Kickers „Enttäuschung ist groß“ – Kammerbauer spricht über Abgang

David Kammerbauer – hier nach dem Nichtaufstieg in Homburg – war bei den Fans sehr beliebt. Foto: Pressefoto Baumann

Nach 176 Pflichtspielen in sechs Jahren musste David Kammerbauer bei den Stuttgarter Kickers gehen. Der Linksverteidiger spricht über seine Enttäuschung.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

David Kammerbauer fühlte sich mit den Stuttgarter Kickers sehr verbunden und macht aus der Enttäuschung über die Nichtverlängerung seines Vertrags beim Fußball-Regionalligisten keinen Hehl. Der 28-Jährige kann sich dennoch eine Rückkehr vorstellen.

 

Herr Kammerbauer, was fällt Ihnen zum 1:5 im letzten Saisonspiel gegen Hessen Kassel ein?

Das war bodenlos. Sonst fällt mir nichts ein.

Wie enttäuscht sind Sie, dass es bei den Kickers für Sie nicht weiterging?

Die Enttäuschung ist sehr groß, weil ich finde, dass ich sechs Jahre lang meine Leistung gebracht habe und diesen Verein mit jeder Faser gelebt habe. Ich fühlte mich hier pudelwohl, ich bin im besten Fußballalter, hätte auch weiterhin richtig Bock gehabt auf die Kickers und wäre liebend gerne geblieben.

Wie wurde die Nichtverlängerung Ihres Vertrages begründet?

Es hieß, es sei eine sportliche Entscheidung und es werde ein anderer Spielertyp für meine Position gesucht.

Den hat der Verein mit dem körperlich robusteren Nico Fundel vom FV Illertissen gefunden.

Das ist legitim, ich hätte nur erwartet, dass man das einem Spieler, der über 150 Spiele gemacht hat und so lange da ist wie ich, dann auch frühzeitig, offen und ehrlich mitteilt.

Nach vorne haben Sie mit Christian Mauersberger auf der linken Seite oft erfolgreich gewirbelt, kritisiert wurde Ihre Defensivleistung.

Das kann ich nicht nachvollziehen. Wir haben über die linke Seite nur selten Gegentore bekommen. Ich glaube ganz einfach, dass der Trainer eher auf andere Spielertypen steht.

„Mit den Fans durch dick und dünn“

Was nehmen Sie mit von der Zeit bei den Kickers?

Den WFV-Pokal-Sieg 2022 gegen meinen Ex-Club SSV Ulm 1846, die DFB-Pokal-Highlights gegen die SpVgg Greuther Fürth und Eintracht Frankfurt. Diese unglaubliche Achterbahn der Gefühle in Dorfmerkingen und das Drama beim entscheidenden Aufstiegsspiel in Trier. Natürlich dann als Höhepunkt den langersehnten Aufstieg 2023 in die Regionalliga, den wir ausgerechnet an der Reutlinger Kreuzeiche klarmachten. Aber vor allem sind mir diese unfassbaren Fans ans Herz gewachsen, die mit uns durch dick und dünn gegangen sind.

Sie waren unter anderem auch bei Ligarivale FC 08 Homburg im Gespräch, aktuell werden Sie bei Eintracht Trier hoch gehandelt. Steht schon fest, wohin Sie wechseln?

Noch ist nichts offiziell. Ich würde zwar gerne in der Region bleiben, aber das ist nicht einfach. Vielleicht kehre ich ja in zwei, drei Jahren wieder zu den Kickers zurück (lacht).

Wo stehen die Blauen dann?

Puh, ich wünsche ihnen wirklich nur das Allerbeste. Die Stimmung in und um die Mannschaft war zuletzt aber nicht gerade optimal. Das war ich von den Kickers nicht gewohnt.

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