Stuttgarter Kickers Die wichtigsten Fragen und Antworten vor dem Regionalligastart

Neuzugang Sinan Tekerci (re., gegen Göppingens Domenic Brück) belebt das Offensivspiel der Stuttgarter Kickers. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Die Stuttgarter Kickers starten an diesem Freitag (20 Uhr) bei Kickers Offenbach in die neue Saison der Fußball-Regionalliga. Wo klemmt es noch? Wer steht in der Anfangself? Was ist den Blauen zuzutrauen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Vorhang auf! Nach fünf Jahren Oberliga wird bei den Stuttgarter Kickers immerhin wieder Regionalliga-Fußball geboten. Los geht es am Freitag (20 Uhr) auf dem Bieberer Berg bei Titelfavorit Kickers Offenbach. Wir liefern Antworten auf wichtige Fragen.

 

Welche Probleme gibt es vor dem Start?

Marian Riedinger (Kreuzbandriss) fällt noch bis zum Hinrundenende aus. Zuletzt plagten Malte Moos, Daniel Kalajdzic und Denis Zagaria kleinere Verletzungsprobleme.

Wie könnte die Anfangsformation aussehen?

Nimmt man die Vorbereitung und die Eindrücke von der Generalprobe im WFV-Pokal in Göppingen (4:3 im Elfmeterschießen) zum Maßstab, sind Stammplätze vergeben an Torwart Felix Dornebusch, Rechtsverteidiger Marcel Schmidts, Innenverteidiger Niklas Kolbe, Linksverteidiger David Kammerbauer, den defensiven Mittelfeldspieler Lukas Kiefer, den offensiven Mittelfeldspieler Sinan Tekerci, Kapitän Kevin Dicklhuber (rechte Seite), die Stürmer David Braig und Niklas Antlitz. Um die zweite Innenverteidigerposition kämpfen der zuletzt angeschlagene Denis Zagaria und Paul Polauke. Für die offensiven Außenbahnen liefern sich Konrad Riehle, Flamur Berisha, Christian Mauersberger und Loris Maier ein recht offenes Rennen. Gut möglich ist aber auch, dass in Offenbach einen Tick defensiver begonnen wird, Nico Blank oder Luigi Campagna ins Team rücken und dafür ein Stürmer weicht.

Wo liegen die Stärken und Schwächen der Kickers?

Aus dem Kader, der in souveräner Manier mit 15 Punkten Vorsprung und einem Torverhältnis von 108:17 sich die Oberligameisterschaft sicherte, ging kein Stammspieler verloren. Die Mannschaft ist weitgehend eingespielt, hat durch die Neuzugänge definitiv an Qualität gewonnen und befindet sich körperlich in einem Top-Zustand. Deshalb wird sie weiterhin mit hoher Intensität 90 Minuten lang alles geben. Im Gegensatz zur Oberliga werden die Blauen weitaus weniger Ballbesitz haben. Es wird sich zeigen, wie die Spieler mit dieser Umstellung klar kommen. Steigerungsbedarf gibt es in Sachen Konsequenz, Entschlossenheit und Zielstrebigkeit, wenn es in Richtung gegnerischem Strafraum geht.

Geht Malte Moos?

Welche Veränderungen im Kader kann es noch geben?

Torwart Ramon Castellucci hat aktuell wenig Perspektiven, da als zweiter Torwart Maximilian Otto (auch wegen der U-23-Regel) gesetzt ist. Allerdings fällt Keeper Leon Neaime (Schulterverletzung) bis zum Jahresende aus, weshalb im Fall von Castelluccis Abgang nur zwei Torhüter zur Verfügung stehen würden. Defensiv-Allrounder Leon Maier würde der Verein ebenfalls keine Steine in den Weg legen, das gleiche gilt für Rechtsverteidiger Malte Moos, der seit der vergangenen Winterpause seinen Stammplatz verloren hat. Weitere Kandidaten auf der Streichliste sind die Nachwuchskräfte Jonas Kohler, Marko Pilic und Oguzhan Kececi, die für ihre Entwicklung dringend Spielpraxis benötigen, aber bei den Kickers wenig Aussichten auf Einsatzzeiten haben. Andererseits werden sie auch für das Erfüllen der U-23-Regel benötigt.

Was ist den Kickers zuzutrauen?

Wenn nichts Außergewöhnliches passiert und die Spieler gesund bleiben, ist die mit regionalligaerfahrenen Akteuren gespickte Mannschaft stabil und qualitativ stark genug, um sich von den Abstiegsplätzen fernzuhalten. Im Gegensatz zur Oberliga gehen die Kickers als Aufsteiger naturgemäß nicht als Favorit ins Spiel, gerade im Auftaktmatch in Offenbach liegt der Druck beim Gastgeber. Das kann ein Vorteil sein, genauso wie die Unterstützung der Fans, die Euphorie entfachen können. Ein Mittelplatz ist dem Team von Trainer Mustafa Ünal zuzutrauen. Der Verein wünscht sich eine möglichst frühe Planungssicherheit, um die nächsten Schritte mit dem mittelfristigen Blick Richtung dritte Liga einleiten zu können.

Mit welchem Zuschauerschnitt rechnen die Kickers?

Im Vorjahr in der Oberliga kamen im Schnitt 3456 Zuschauer ins Gazi-Stadion. Aktuell sind rund 1200 Dauerkarten verkauft, in der Regionalliga wird mit 4500 Besuchern pro Spiel gerechnet. Fünf Prozent der Einnahmen fließen an die Regionalliga Südwest GmbH.

Wie ist der Auf- und Abstieg geregelt?

Der Meister steigt direkt in die dritte Liga auf, der Zweite geht leer aus. Am Tabellenende gibt es drei Absteiger. Diese Zahl kann sich auf maximal fünf erhöhen – für den Fall, dass Teams, die der Regionalliga Südwest zugeordnet sind, aus der dritten Liga absteigen. Das wären der SC Freiburg II, Waldhof Mannheim, der 1. FC Saarbrücken, der SV Sandhausen oder der SSV Ulm 1846.

Topfavorit OFC

Wer sind die Favoriten?

Als Topfavorit gilt Auftaktgegner Kickers Offenbach, gefolgt von Vizemeister TSV Steinbach Haiger und dem vom Ex-VfB-Profi Danny Schwarz trainierten FC 08 Homburg. Die zweiten Mannschaften der Bundesligisten (FSV Mainz 05, TSG 1899 Hoffenheim, Eintracht Frankfurt, VfB Stuttgart) kommen oft einer Wundertüte gleich und sind immer wieder für Überraschungen gut.

Wo werden die Spiele übertragen?

Alle Spiele der Regionalliga Südwest werden in einem kostenpflichtigen Livestream gezeigt (leagues.football). Hierfür können die Fans zwischen Einzel- und zwei Saisontickets (alle Auswärtsspiele eines Vereins oder alle Heim- und Auswärtsspiele eines Vereins) wählen. Ebenso werden die Spiele der Regionalliga Südwest über die Fußball-Plattform OneFootball kostenpflichtig abrufbar sein. Neben der Liveübertragung bietet sich für Fans die Möglichkeit, die Highlights aller Spiele im Nachgang kostenfrei über OneFootball genießen zu können.

Herrscht im Verein Ruhe?

Trainer Mustafa Ünal und Sportdirektor Marc Stein müssen keine Freunde fürs Leben werden, sie arbeiten aber nach Aussagen von beiden Seiten professionell im Sinne des Vereins zusammen. Für eine externe beratende Funktion ist der Name Lutz Siebrecht im Gespräch. Der derzeit vereinslose ehemalige Sportliche Leiter der Blauen, der auch bei anderen Clubs gehandelt wird, könnte im Hintergrund mit seinem Fachwissen und seinem Netzwerk unterstützend und vermittelnd tätig sein.

Termine

Regionalliga
1. Spieltag: Kickers Offenbach – Stuttgarter Kickers (Freitag, 4. August, 20 Uhr), 2. Spieltag: Kickers – TuS Koblenz (Samstag, 12. August, 14 Uhr), 3. Spieltag; KSV Hessen Kassel – Kickers (Samstag, 19. August, 14 Uhr), 4. Spieltag: Kickers – 1. FSV Mainz 05 II (Samstag, 26. August, 14 Uhr), 5. Spieltag: TSV Steinbach Haiger – Kickers (Dienstag, 29. August, 19 Uhr), 6. Spieltag: Kickers – TSG Balingen (Samstag, 2. September, 14 Uhr), 7. Spieltag: Kickers – VfR Aalen (Samstag, 9. September, 14 Uhr), 8. Spieltag: Eintracht Frankfurt II – Kickers (Freitag, 15. September, 19 Uhr), 9. Spieltag: Kickers – TSG 1899 Hoffenheim II (Samstag, 23. September, 14 Uhr), 10. Spieltag: SG Barockstadt Fulda-Lehnerz – Kickers (Samstag, 30. September, 14 Uhr), 11. Spieltag: Kickers – TSV Schott Mainz (Mittwoch, 4. Oktober, 19 Uhr), 12. Spieltag: Bahlinger SC – Kickers (Samstag, 7. Oktober, 14 Uhr).

WFV-Pokal
Dritte Runde: TSV Weilimdorf – Kickers (Mittwoch, 9. August, 17.45 Uhr). (jüf)

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