Stuttgarter Kickers 8:0 beim 1. FC Bruchsal Ein Sieg für die Geschichtsbücher

Torflut der Stuttgarter Kickers in Bruchsal: Abwehrchef Denis Zagaria gratuliert dem zweifachen Torschützen Markus Obernosterer, der vor seinen beiden Treffern einen Elfmeter verschoss. Foto: Baumann
Torflut der Stuttgarter Kickers in Bruchsal: Abwehrchef Denis Zagaria gratuliert dem zweifachen Torschützen Markus Obernosterer, der vor seinen beiden Treffern einen Elfmeter verschoss. Foto: Baumann

Nicht nur der SGV Freiberg kann Kantersiege herausschießen, sondern auch die Stuttgarter Kickers: 8:0 beim 1. FC Bruchsal. Noch nie haben die Blauen in der Nachkriegszeit in einem Punktspiel auswärts höher gewonnen.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Bruchsal - „Wir haben ein sehr gutes Spiel gezeigt, Selbstvertrauen getankt und können das bis morgen genießen.“ Das Fazit von Lutz Siebrecht, dem Sportlichen Leiter des Fußball-Oberligisten Stuttgarter Kickers, nach dem 8:0 (3:0) bei Aufsteiger 1. FC Bruchsal fiel ziemlich sachlich aus. Aus gutem Grund: Der 52-Jährige ist lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass wegen diesem einen Kantersieg noch lange kein Anlass zur Euphorie besteht. Zumal der Rückstand auf Spitzenreiter SGV Freiberg (4:1 beim SSV Reutlingen nach 0:1-Rückstand) weiterhin fünf Punkte beträgt. „Wir schauen nur auf uns und wollen uns weiterentwickeln“, sagte Siebrecht mit Blick auf die Situation an der Tabellenspitze.

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An der Torflut der Kickers in Bruchsal waren fünf Spieler direkt beteiligt: Mijo Tunjic (12. und 24., Foulelfmeter) mit seinen Saisontreffern 13 und 14, Cristian Giles (35., 57.), David Braig (78.), Niko Dobros (80.) und Markus Obernosterer (86., 88.) mit seinen Saisontoren acht und neun. Kurz vor seinem Doppelpack hatte Obernosterer einen Elfmeter verschossen.

8:0 gab es schon mal in Ulm

Die Mannschaft von Trainer Ramon Gehrmann hat mit dem Sieg Geschichte geschrieben. Es ist zusammen mit dem 8:0 in der Zweitligasaison 1987/88 beim SSV Ulm 1846 der höchste Auswärtssieg in einem Punktspiel seit 1945. Zu Hause hatte es laut Kickers-Archiv auch nur gegen Viktoria Aschaffenburg 1947 (12:1), gegen den VfL Konstanz 1951 (10:1) und gegen den VfL Neckarau 1947 (9:0) höhere Punktspielerfolge gegeben.

Trainer Gehrmann kritisch

Ramon Gehrmann war dennoch nicht zu 100 Prozent zufrieden: „Ehrlich gesagt gibt es viele Momente und Spielsituationen, die mir nicht so gefallen haben, gerade im Umschaltspiel. Aber was soll ich der Mannschaft sagen, denn wir haben acht Tore gemacht und noch einen Elfmeter verschossen, da kann man als Trainer auch nicht zu hart ins Gericht gehen mit der Mannschaft nach diesem Spielstand“, sagte der Kickers-Coach.

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Im Spiel beim Aufsteiger waren die Blauen von Beginn an sehr gut im Spiel. „Wir haben es dann auch sehr konsequent zu Ende gespielt, und auch die Einwechselspieler haben ordentlich auf die Tube gedrückt“, freute sich Siebrecht. Zur Stabilität trug die Rückkehr von Abwehrchef Denis Zagaria bei, dessen Rotsperre verkürzt worden war. Deshalb kehrte Gehrmann auch wieder zur Dreierkette zurück. Vorteil für die Kickers: Mit Blick auf die kommende englische Woche konnten die Mittelfeldspieler Nico Blank und Marvin Weiss, der zu Beginn der vergangenen Woche leicht Oberschenkelprobleme hatte, sogar komplett geschont werden.

Mittwoch im WFV-Pokal

Am Mittwoch (19 Uhr) geht es nun im Gazi-Stadion im WFV-Pokal-Viertelfinale gegen Ligarivale FV Ravensburg. Am Samstag (14 Uhr) kommt der FC Nöttingen zum Verfolgerduell auf die Waldau. „Das werden zwei harte Spiele, wobei wir zunächst nur das Pokalspiel im Kopf haben“, sagte Siebrecht. „Wir haben die schöne Chance, im eigenen Stadion ins Halbfinale einzuziehen.“

Aufstellung

Stuttgarter Kickers: Bromma – Reisig, Zagaria, Rieg – Moss (57. Landwehr), Kling (57. Dobros), Obernosterer, Benkeser, Kammerbauer – Tunjic (69. Visoka) , Giles (57. Braig).




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