Es war das von der Papierform her leichteste Spiel der vergangenen Wochen. Doch es entpuppte sich als das Schwerste. Mit Müh’ und Not zog der seit neun Pflichtspielen ungeschlagene Fußball-Regionalligist FC 08 Homburg am vergangenen Mittwoch im Saarlandpokal ins Achtelfinale ein. Trainer Danny Schwarz wollte nach dem 1:0 beim zwei Klassen tieferen SV Bliesmengen-Bolchen auch nichts beschönigen: „Zwar waren wir heute eine neu zusammengewürfelte Mannschaft, aber trotzdem war das von den meisten Spielern individuell zu wenig. Am Ende sind wir glücklich weitergekommen“, sagte der 48-Jährige.
Am kommenden Sonntag (14 Uhr/Gazi-Stadion) wartet eine ganz andere Herausforderung auf ihn und sein Team. Es geht zum Hinrundenabschluss zum Spitzenreiter Stuttgarter Kickers. „Das wird ein Härtetest. Die Blauen haben ein eingespieltes Team, das von begeisterungsfähigen Fans unterstützt wird“, sagt Schwarz. Doch auch seine Mannschaft bekommt Rückendeckung. Zwei Fan-Busse rollen aus dem Saarland nach Degerloch.
Große Euphorie
Die Euphorie ist groß beim ehemaligen Bundesligisten (1986 bis 88 und 19989/90) nach den DFB-Pokal-Triumphen gegen Erstligist SV Darmstadt 98 und Zweitligist SpVgg Greuther Fürth. Vom Achtelfinalspiel gegen den Zweitliga-Spitzenreiter FC St. Pauli (5. Dezember, 20.45 Uhr) will Schwarz aber aktuell noch überhaupt nichts wissen: „Wenn es so weit ist, freuen wir uns auf dieses Duell mit diesem Kult-Club, aber derzeit ist das noch ganz weit weg.“
Ganz nah ist dagegen der Auftritt in Degerloch. Schwarz fiebert dem Spitzenspiel Erster gegen Dritter entgegen. Zumal auch einige Familienmitglieder und Freunde dabei sein werden – wie schon beim fulminanten 8:1-Kantersieg am 16. September beim VfB Stuttgart II. Schwarz und seine Frau Pamela stammen aus dem Kreis Göppingen. Vom Landesligisten 1. FC Eislingen zog es ihn einst mit 22 Jahren als Spieler zum VfB Stuttgart, mit dem er 1997 den DFB-Pokal-Sieg feierte. Der damalige Coach Joachim Löw wechselte den Mittelfeldspieler im Finale gegen Energie Cottbus (2:0) kurz vor Schluss für Doppel-Torschütze Giovane Elber ein.
Erlebnis mit Unterhaching
Weiter ging es für den Mittelfeldspieler zum Karlsruher SC, danach zur SpVgg Unterhaching, wo Schwarz sein zweitspektakulärstes Erlebnis hatte nach dem DFB-Pokalsieg mit dem VfB: Den 2:0-Coup mit Unterhaching am 20. Mai 2000 gegen Bayer Leverkusen am letzten Bundesliga-Spieltag, durch den der FC Bayern noch deutscher Meister wurde. „Das war der helle Wahnsinn damals“, erinnert sich Schwarz an dieses denkwürdige Saisonfinale in München. Er spielte danach auch noch bei 1860 München und beim FC Bayern II. Zehn Jahre lang trainierte er von 2012 an Nachwuchsteams beim deutschen Rekordmeister. Nach der Zwischenstation Würzburger Kickers (Oktober 2021 bis Februar 2022) heuerte Schwarz in Homburg an.
Seine Wurzeln in Württemberg sind ihm weiterhin wichtig. Und mit dem einen oder anderen in seinem aktuellen Team kann er sich bestens auf Schwäbisch unterhalten: Die Homburger Offensivkräfte David Hummel und Fabian Eisele stammen aus der Region und haben eine VfB-Vergangenheit, genauso der aktuell verletzte Mart Ristl. Ebenfalls schon den weiß-roten Dress trug Benjamin Kirchhoff. Markus Mendler spielte früher für die Kickers, genauso Sven Sökler, einer der beiden Co-Trainer von Danny Schwarz. Es steckt also nicht nur wegen der Tabellenkonstellation eine gewisse Brisanz in diesem Regionalliga-Duell am Sonntag im Gazi-Stadion auf der Waldau.
Info
Kickers-Buch
Am Sonntag können sich Besucher des Topspiels bei einem Sonderverkauf im Stadion mit dem neuesten SVK-Buch „Rauf, die Blaue!“ eindecken – und dabei gleichzeitig die Kickers-Jugend unterstützen! 20 Prozent des Verkaufspreises von 24,90 Euro für das Fußballbuch über die Blauen gehen bei dieser einmaligen Aktion rund um die Partie der Kickers gegen den FC 08 Homburg direkt an den Kickers-Nachwuchs. Klaus Teichmann: „Rauf, die Blaue! Die Stuttgarter Kickers, die blaue Fußball-Perle von der Waldau“; 144 Seiten; DIN A4; Hardcover; 24,90 Euro; ISBN 978-3-00-073174-7