Das Aufstiegsrennen zur dritten Liga bleibt drei Spieltage vor Saisonschluss der Fußball-Regionalliga hoch spannend. Wir haben die Reaktionen nach dem 2:2 zwischen den Stuttgarter Kickers und der U21 des VfB Stuttgart.
Mustafa Ünal (Kickers-Trainer): „Der VfB war von Beginn an gefährlich in den Umschaltaktionen, da hält Dornebusch ein-, zweimal super. Danach hat der VfB sehr reif gespielt, diese Qualität am Ball, diese Ruhe – das war schon richtig gut. Nach dem 0:2 waren wir gefühlt tot, versuchen noch einmal mit allem, was wir haben, die Wende zu schaffen. Die Kreativität und die öffnenden Pässe fehlten uns lange, nach dem 1:2 aber explodiert das Stadion und die Fans haben uns getragen. Nur so war es möglich, noch etwas Zählbares zu holen. Das Ergebnis ist gerecht. Wir sind froh, dass wir nur noch drei Spiele haben und immer noch vorne stehen. Ich bin sehr stolz über die Willensleistung.“
Markus Fiedler (VfB-Trainer): „Wir haben ein Derby gesehen, in dem alles drin war: Emotionen, Dramatik, schöne Tore. Unser Matchplan ist 75 Minuten lang maximal aufgegangen, bis dahin sind wir hoch verdient in Führung gelegen. Zu diesem Zeitpunkt hat keiner einen Pfifferling darauf gewettet, dass dieses Spiel noch einmal eine Wendung nimmt. Mit dem Anschlusstreffer und der Wucht der Zuschauer war klar, dass es noch einmal spannend wird. Am Ende ging es nur noch darum, zu überleben und den Punkt mitzunehmen. Dennoch sind wir sehr enttäuscht über den Ausgang des Spiels und gleichzeitig aber auch stolz über die 75 Minuten, die über weite Strecken extrem reif und dominant waren. Wir haben einen deutlichen Entwicklungsschritt gegenüber dem Hinspiel erkennen lassen.“
Marc Stein (Kickers-Sportdirektor): „Am Ende war das ein Punkt der Emotionen. Der VfB hat das schon sehr gut gemacht und verdient mit 2:0 geführt, fühlte sich dann vielleicht zu sicher. Wir haben dieser Mannschaft mit ihrer hohen individuellen Qualität zu viel Räume gegeben, wir hatten wohl zu viel Respekt vor der Situationen. Doch mit enormer Willenskraft sind wir zurückgekommen. Wir haben weiter zwei Punkte Vorsprung und es ist ein Spieltag weniger. Insgesamt war das ein tolles Spiel bei tollen Rahmenbedingungen – eine Werbung für die Regionalliga und den Stuttgarter Sport.“
Dejan Galjen (VfB-Stürmer): „Wir hatten das Spiel im Griff, waren klar überlegen und hätten den Deckel drauf machen müssen. Nach dem 1:2 geben wir das Spiel aus der Hand, das ist sehr ärgerlich. Das sind zwei verlorene Punkte.“
Raul Paula (VfB-Mittelfeldspieler): „Das war eine schwierige Kulisse für uns. Die Atmosphäre war einfach überragend. Das sind wir als U21 nicht gewohnt. Doch wir haben gezeigt, dass wir dem stand halten können. Schade, wir hätten gewinnen können. Der Aufstieg ist für uns nicht das Riesenthema, aber wir werden weiter dranbleiben und hoffen, dass die Konkurrenz patzt.“
Kevin Dicklhuber (Kickers-Kapitän): „Wir standen nach dem 0:2 mit dem Rücken zur Wand, waren gefühlt tot. Doch mit dem Anschlusstor kam die Wende. Der Kessel brannte dann. Wir haben es verpasst, uns abzusetzen und werden versuchen, es in den letzten drei Spielen besser zu machen. Aber es hat Riesenspaß gemacht, vor dieser Kulisse zu spielen.“
Paul Polauke (Kickers-Verteidiger): „Es lag an unseren Fehlern, dass der VfB lange überlegen war. Irgendwie hat da bei uns die letzte Überzeugung gefehlt. Am Ende hätten wir das Spiel gewinnen können, auch ich habe eine Großchance vergeben. Ich finde mein Innenverteidigerkollege Mario Borac hat im letzten halben Jahr eine brutale Entwicklung genommen. Er hat auch in diesem Derby nicht zurückgesteckt. Seine Auswechslung, denke ich, lag nicht an der Leistung, sondern an seiner Gelben Karte.“
Daniel Kalajdzic (Kickers-Stürmer): „Das war ein geiles Derby und für uns ein gewonnener Punkt – wegen des Spielverlaufs und auch weil Hoffenheim nicht gegen Schott Mainz gewonnen hat. Wir haben unser Herz auf dem Platz gelassen, und wir brennen jetzt alle auf die drei letzten Spiele. Wir müssen demütig bleiben, ich bin sehr guter Dinge, dass wir mit unserer Erfahrung den ersten Platz ins Ziel retten.“
Lukas Kiefer (Kickers-Mittelfeldspieler): „Das war ein extrem heißes Match. Die Nackenschläge nach der Halbzeit waren brutal, aber ich bin stolz, wie die Mannschaft das weggesteckt hat. Wenn wir die letzten drei Spiele mit der Intensität über 90 Minuten absolvieren, dann wird es schwer uns noch Punkte wegzunehmen.“