Stuttgarter Kickers gegen VfB Stuttgart II Warum die Blauen mit dem Derby-Punkt gut leben können

Kickers-Torschütze bedankt sich bei den Fans. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Es hat sich nichts geändert an der Regionalliga-Spitze nach dem 2:2 zwischen den Stuttgarter Kickers und dem VfB II und dem 1:1 der TSG Hoffenheim II. Mit einer Ausnahme: Es sind nun nur noch drei Spieltage zu absolvieren.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Draußen feierten die Fans der Kickers noch ihre Mannschaft für die mit einer Energieleistung vollbrachten Aufholjagd. Drinnen, in den Katakomben des Gazi-Stadions, stand Marc Stein und strahlte: „Für uns ist das heute ein Punkt der Emotionen und für den Stuttgarter Sport beste Werbung“, sagte der Sportdirektor der Blauen mit VfB-Vergangenheit. Vor der für Viertligaverhältnisse beeindruckenden Kulisse von 9550 Zuschauern war gerade ein 97 Minuten dauerndes packendes, intensives und dramatisches Regionalliga-Derby über die Bühne gegangen.

 

VfB II spielerisch klar besser

Drei Viertel des Spiels hatte der VfB II mit seiner individuellen Klasse dominiert. Die U21 wirkte reifer, ballsicherer – einfach in allen Belangen besser. Schon zur Halbzeit hätte das überlegende Team von Trainer Markus Fiedler führen müssen, mit dem konsequenten Ausnutzen von Torchancen klappte es aber erst mit einem Doppelschlag nach der Pause: Raul Paula knallte den Ball zum 1:0 unter die Latte ins Tor (47.), Laurin Ulrich, der auffälligste VfB-Spieler an diesem Nachmittag, erhöhte mit einer klasse Einzelleistung auf 2:0 (50.).

Nichts deutete in den nächsten Minuten auf eine Wende hin. „Unser Matchplan ist 75 Minuten lang maximal aufgegangen“, sagte Fiedler hinterher. Das reichte aber nicht zum Sieg. Weil der 1:2-Anschlusstreffer von Christian Mauersberger (77.) die Initialzündung für die Blauen war. Oder wie es Trainer Mustafa Ünal ausdrückte: „Danach das Stadion explodiert ist und uns die Fans getragen haben.“

Schlüsselszene Gelb-Rote Karte

Noch eine Schlüsselszene kam hinzu: Die Gelb-Rote Karte für VfB-Verteidiger Moussa Cisse nach einem Foul an Marcel Schmidts (82.). Besonders ärgerlich für die Weiß-Roten: Der 20-Jährige hatte die erste Gelbe Karte wegen eines Wechselfehlers bekommen.

Mit einem Mann mehr nahm der Druck der Kickers nun noch mehr zu. Der Ausgleich durch Daniel Kalajdzic (87.) war die logische Folge. Danach lag beim Sturmlauf der Blauen sogar der Siegtreffer in der Luft, die U21 des VfB hatte einige brenzlige Situationen zu überstehen. „Ich bin stolz auf die Willensleistung meiner Mannschaft. Am Ende hätten wir auch gewinnen können, aber das wäre des Guten zu viel gewesen“, sagte Ünal.

Hoffenheim II wieder sieglos

Seine Mannschaft hat durch das Unentschieden den VfB II weiter vier Zähler auf Distanz gehalten. Auch der Vorsprung auf den schärfsten Verfolger, die TSG 1899 Hoffenheim II, ist gleich geblieben. Da die Bundesligareserve aus dem Kraichgau nach zuletzt zwei 0:1-Auswärtsniederlagen in Steinbach und Fulda auch daheim gegen den als Absteiger feststehenden TSV Schott Mainz nur 1:1 spielte, beträgt der Vorsprung der Kickers auf den Tabellenzweiten weiter zwei Punkte.

Es hat sich also nichts geändert, bis auf den Fakt, dass jetzt nur noch drei Spieltage anstehen. „Es entwickelt sich ein stabiles Schneckenrennen hintenraus“, formulierte es Hoffenheims Trainer Vincent Wagner mit leicht spöttischem Unterton. Der Dreikampf geht am kommenden Wochenende so weiter: Bahlinger SC – TSG Hoffenheim II (Samstag, 14 Uhr), FC-Astoria Walldorf – Kickers und VfB II – VfR Aalen (beide Sonntag, 14 Uhr).

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