Fußball-Regionalligist in der Krise Alarmsignale bei den Stuttgarter Kickers

Der Geduldsfaden bei den Fans ist gerissen – die Kickers-Spieler mussten sich nach dem 1:2 gegen die TSG 1899 Hoffenheim II vor allem aus dem B-Block einiges anhören. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Die Stimmung bei den Stuttgarter Kickers ist gekippt. Dieses deutliche Alarmsignal sollten alle Beteiligten im Lager der Blauen für eine offene und schonungslose Analyse ohne Schönreden nutzen, fordert unser Autor Jürgen Frey.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Für viele war es unverständlich, manche hat es sogar genervt: Die Fans im B-Block haben die Spieler des Regionalligisten Stuttgarter Kickers selbst nach fürchterlichen Auswärtsauftritten auf der Zielgeraden der vergangenen Saison in Walldorf, beim FSV Frankfurt und in Homburg gefeiert. Auch bei den drei sieglosen Spielen nacheinander in dieser Saison gab es nach Abpfiff aufmunternden Applaus. Das ist seit Freitagabend vorbei. Nach dem 1:2 gegen die TSG 1899 Hoffenheim II ist die Stimmung gekippt. Pfiffe, teils auch Beleidigungen, gab es von den Treuesten der Treuen in Richtung Mannschaft.

 

Dies sollten alle im Lager der Blauen als sehr deutliches Alarmsignal sehen. Durchhalteparolen, Schönreden, von einer Ergebniskrise zu sprechen – all das ist nach zuletzt nur einem Sieg aus den vergangenen sieben Pflichtspielen komplett fehl am Platz.

Klartext ist angesagt

Es ist allerhöchste Zeit, dass sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen, offen, ehrlich und schonungslos Ursachenforschung betreiben, Lösungswege finden. Klartext ist angesagt. Antworten müssen gefunden werden. Warum fehlt es in so vielen Bereichen an der letzten Konsequenz, an der letzten Überzeugung, an Willen und Biss?

Letztendlich trägt der Trainer dafür die Verantwortung. Deshalb steht Marco Wildersinn in der Kritik. Mindestens ebenso Marc Stein, der für die Transferpolitik die Verantwortung trägt, den Kader mit den entsprechenden Charakteren zusammengestellt hat. Doch spielt die Mannschaft besser, wenn der Sportdirektor nicht mehr da ist? Für eine Diskussion über diese Personalie ist jetzt nicht unbedingt der richtige Zeitpunkt.

Blinder Aktionismus hilft aktuell nicht weiter. Die Mannschaft ist in der Pflicht zu liefern. Damit die Stimmung wieder ins Positive kippt.

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