Kickers-Mittelfeldspieler Maximilian Zaiser besticht durch seine Übersicht und Passqualität. Einst kickte er mit Angelo Stiller zusammen. Foto: IMAGO / foto2press/Eibner
Sebastian Hoeneß hat ihn beim FC Bayern II gefördert, der Durchbruch blieb aus. Nun spielt Maximilian Zaiser für die Stuttgarter Kickers. Ein Porträt vor dem Spiel gegen Sandhausen.
Er ist technisch stark und ballsicher. Er bringt viel Übersicht und auch grundsätzlich eine gute und professionelle Einstellung mit. Zudem wurde Maximilian Zaiser ab der U 13 neun Jahre lang beim FC Bayern München ausgebildet. Warum es für den inzwischen 26-Jährigen bisher nicht zum ganz großen Durchbruch gereicht hat? Marco Wildersinnn hat sich darüber auch schon seine Gedanken gemacht und kommt zu der Erkenntnis: „Maxi hat ein hervorragendes Stellungsspiel und sehr gute Fähigkeiten am Ball. Viele Trainer wollen auf der Sechser-Position aber große Spieler, die über körperliche Robustheit und Zweikampfstärke kommen“, erklärt der Fußballlehrer.
Dass Zaiser in Sachen Athletik und Schnelligkeit noch zulegen kann, ist das Glück der Stuttgarter Kickers, denn sonst wäre dieser Spieler für den Viertligisten kaum zu haben gewesen. Vor der Regionalliga-Heimpremiere in dieser Saison am Sonntag (14 Uhr/Gazi-Stadion) gegen den SV Sandhausen ist der Neuzugang von den Würzburger Kickers praktisch nicht mehr aus dem Team wegzudenken. Beim Bayern-Regionalligisten hatte ihn Wildersinn von 2022 bis 2024 trainiert. „Der Kontakt zu Marco ist nie abgerissen“, sagt Zaiser.
Wie er es sich selbst erklärt, dass er, trotz seiner Vita und seines Talents, es nicht nach oben geschafft hat? „Ich war oft sehr, sehr knapp dran“, meint er im Rückblick. So ist er zum Beispiel mit Würzburg hauchdünn in den Aufstiegsspielen zur dritten Liga gescheitert.
Oftmals reicht es, einmal falsch abzubiegen – und die Dinge nehmen einen anderen Lauf als vorgesehen. So etwas wie ein Karriereknick war für Zaiser der Wechsel vom FC Bayern zur TSG 1899 Hoffenheim. Sebastian Hoeneß, sein Trainer und Förderer in der Jugend in München, lotste Zaiser mit in den Kraichgau. Gemeinsam übrigens mit Angelo Stiller, der einen Profivertrag bekam. Im Gegensatz zu Zaiser.
Lob für Sebastian Hoeneß
Ihm wurde ein Plan aufgezeigt, wie der Weg über die zweite Mannschaft ins TSG-Profiteam gelingen könnte, doch in Regionalliga-Elf unter Trainer Kai Herdling lief es nicht wie gewünscht. Unabhängig davon hält Zaiser nach wie vor große Stücke auf den aktuellen VfB-Coach: „Sebastian Hoeneß war ein fachlich brutal guter Trainer, wir waren immer super vorbereitet und hatten eine klare Spielphilosophie, die alle verinnerlicht hatten. Er war menschlich top und hat jeden weiterentwickelt.“
Bei Bayern II feierten sie gemeinsam die Drittliga-Meisterschaft. Überhaupt die Zeit beim deutschen Rekordmeister: In der Saison 2020/21 saß der gebürtige Rosenheimer dreimal in der Champions League auf der Bank, sogar im Viertelfinal-Rückspiel am 13. April 2021 bei Paris Saint-Germain. „Diese Erfahrungen geben mir noch heute Kraft“, sagt der 1,77 Meter große Mittelfeldstratege, dessen großes Vorbild Toni Kroos ist. Kein Wunder, dass ihm dessen Real-Trikot heilig ist. Das hatte Zaiser bekommen, als er mit den Bayern-Profis auf der USA-Reise gegen die Königlichen aus Madrid spielte.
Wildersinns Spielidee bekannt
Wie Kroos möchte Zaiser gerne den Fuß am Ball haben, ein Spiel leiten, seine Technik auf den Platz bringen, Verantwortung übernehmen. Bisher ist ihm das bei den Stuttgarter Kickers sehr gut gelungen. Er hat sich schnell eingewöhnt. Dass er Wildersinns Spielidee aus den zwei gemeinsamen Jahren in Würzburg schon kannte – alles andere als ein Nachteil.
Der Stratege im Mittelfeld Foto: IMAGO/Pressefoto Baumann
Und vor allem mit seinen Mittelfeldmitstreitern Lukas Kiefer, David Tomic und Per Lockl kommt er glänzend klar. „Wir ergänzen uns einfach sehr gut, weil jeder seine Stärken für das Team einbringt.“ Insgesamt sieht er „sehr viel Potenzial“ in der Mannschaft: „Wir brauchen uns vor keinem in der Liga verstecken.“
Und was hat er persönlich noch für Pläne? Zunächst einmal ist er froh, dass Freundin Lena inzwischen nach Stuttgart nachgezogen ist. Zudem möchte er sein Fernstudium in Sportmanagement weiter vorantreiben und später einmal in diesem Bereich arbeiten. Doch bis dahin ist noch viel Zeit. Ganz nach dem Motto „26 – jetzt erst recht“ sagt er: „Meine besten Jahre kommen noch“, und schiebt mit einem Schmunzeln hinterher: „Am liebsten natürlich mit den Stuttgarter Kickers.“