Stuttgarter Kickers Rätseln über den regelmäßigen Bruch im Spiel der Blauen
Nicht zum ersten Mal in dieser Saison verlieren die Stuttgarter Kickers beim 2:2 in Freiberg nach einer Führung und kontrolliertem Spiel Stabilität, Ordnung und Zugriff.
Nicht zum ersten Mal in dieser Saison verlieren die Stuttgarter Kickers beim 2:2 in Freiberg nach einer Führung und kontrolliertem Spiel Stabilität, Ordnung und Zugriff.
Kevin Dicklhuber ging vom Spielfeld in Richtung seiner Familie und wollte einfach gar nichts sagen: „Ich bin sprachlos.“ Dass dem Offensivmann der Stuttgarter Kickers nichts zu entlocken war, lag nicht an den Nachwirkungen überschäumender Freude über den Ausgleichstreffer von David Tomic in der Nachspielzeit, sondern vielmehr an der Leistung der Blauen nach der 1:0-Führung durch Nico Blank (8.). Zwar hatten die Kickers die Partie vor den 2000 Zuschauern im Wasenstadion danach noch gut 20 Minuten im Griff, verpassten in dieser Phase aber, das 2:0 nachzulegen – und verloren danach ihre Linie, ihre Ordnung, den kompletten Zugriff.
Und das beileibe nicht zum ersten Mal in dieser Saison: Auch bei den Auswärtsspielen in Homburg (1:1) und Gießen (2:2) sowie im WFV-Pokal-Achtelfinalspiel gegen den SGV Freiberg (1:3 n.V.) kam nach überlegen geführtem Spiel und einer Führung ein Bruch ins Spiel. Kein (Führungs-)Spieler war in der Lage, die Dinge auf dem Feld zu ordnen, seine Mitspieler aufzurütteln und mitzureißen. Ein ähnliches Strickmuster gab auch im vergangenen Heimspiel gegen den FSV Frankfurt. Die Blauen beherrschten den Gegner nach Belieben, schossen aber kein Tor, ließen nach der Pause immer mehr nach – und verloren noch mit 0:1.
Diesmal gelang nach den Freiberger Toren durch Dennis Owusu (47.) und Zeki Koca (66.) immerhin noch der Last-Minute-Ausgleich. Was aber bei Marco Wildersinn zu keinem Feuerwerk an Emotionen führte: „Wenn man in der späten Nachspielzeit noch einen Ausgleichstreffer erzielt, müsste man sich eigentlich freuen, doch so richtig freuen tut sich bei uns keiner. Denn wir sind hier hergekommen, um drei Punkte zu holen“, sagte der Kickers-Coach.
Auch bei Offensivmann Christian Mauersberger überwog die Enttäuschung: „Das war deutlich zu wenig für unsere Ansprüche. Nach der Pause hat uns die Gier gefehlt, wir haben zu viele Zweikämpfe verloren und zu viele Chancen des Gegners zugelassen.“ Warum das so ist? Warum dieser Bruch ins Spiel kommt? Das Rätselraten ist groß. Eine Erklärung dafür konnte aus dem Umfeld der Mannschaft keiner geben. Mauersberger sagte nur: „Wir müssen diese Phase jetzt einfach überstehen.“ Torwart Felix Dornebusch knallharte Maloche: „Wir müssen in einigen Bereichen richtig hart arbeiten, sonst wird es schwer in dieser Liga.“
Klar ist, wenn die Blauen in Sachen Intensität und Robustheit nicht an ihr Limit gehen, wenn sie es nicht schaffen über 90 Minuten ihre Kompaktheit zu halten, tun sie sich gegen jeden Gegner schwer. Erst recht gegen spielstarke, temporeiche Teams wie die TSG 1899 Hoffenheim II, die an diesem Freitag (19 Uhr) ins Gazi-Stadion kommt.