Wildersinn hatte die zuletzt dreimal gleiche Anfangsformation auf zwei Positionen verändert. Paul Polauke rückte für den kranken Nyamekye Awortwie-Grant in die Innenverteidigung. Sinan Tekerci kam für Flamur Berisha ins Team, wobei Tekerci auf der Achter-Position spielte und David Tomic dafür auf Berishas Position auf der rechten Seite zum Einsatz kam.
Die Kickers erwischten wieder einmal einen Blitzstart. Nach sieben Minuten schlug der Ball nach einem strammen 20-Meter-Linksschuss von Per Lockl zum 1:0 ein. Zwei Minuten später hatten die Blauen vor den 1257 Zuschauern dann aber Glück. Bahlingens Luca Köbele verwandelte nach einem Foul von Brian Behrendt den Elfmeter, da der Schütze aber ausgerutscht war und sich ans eigene Standbein schoss, annullierte Tim Waldinger (Marburg) den Treffer zu Recht. „So etwas habe ich als Trainer noch nie erlebt“, sagte BSC-Coach Dennis Bührer hinterher.
Braig mit Doppelpack
Die Kickers atmeten durch und übernahmen wieder die Chefrolle im Kaiserstuhlstadion. Nach einer Flanke von Lukas Kiefer erzielte David Braig das 2:0 (19.). Noch vor der Pause sorgten die deutlich überlegenen Blauen für noch klarere Verhältnisse. Der erst 17-jährige BSC-Ersatzkeeper Simeon Castano Bader stieß Tekerci um – den fälligen Strafstoß verwandelte Braig mit seinem fünften Saisontor zum 3:0 (42.).
Die Bahlinger kamen mit weitaus mehr Präsenz und Biss aus der Kabine. Das Tor zum 1:3 (51.) ließ bei den BSC-Fans leise Hoffnung aufkeimen. Kickers-Keeper Felix Dornebusch hatte den Ball nach einer Ecke unglücklich an den Körper von Lockl gefaustet, von dem aus der Ball über die Torlinie trudelte. Das Wildersinn-Team wirkte lange nicht mehr so souverän wie vor dem Wechsel – und der Coach reagierte mit der richtigen Maßnahme: Er brachte Milan Petrovic, stellte auf Dreierkette um, funktionierte Nico Blank (rechts) und David Kammerbauer (links) zu Schienenspielern um, Meris Skenderovic kam als zweite Sturmspitze.
Nach der Umstellung hatten die Kickers die Partie wieder im Griff und wirkten stabil. Der Sieg geriet nie in Gefahr. Im Gegenteil: In der Endphase hatten Skenderovic und Kevin Dicklhuber gute Chancen, auf 4:1 zu erhöhen. „Wir haben eine vernünftige zweite Halbzeit gespielt und Charakter gezeigt“, sagte Bührer.
Und die Kickers? Für die zählten nach der Durststrecke am Ende tatsächlich nur die drei Punkte. „Auch wenn wir das Spiel souveräner hätten runterspielen können, haben wir uns auswärts endlich einmal belohnt und genießen den Sieg“, sagte Sportdirektor Marc Stein. Nachlegen können die Blauen am kommenden Samstag (14 Uhr/Gazi-Stadion) im Heimspiel gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz. Der Gegner wird stärker sein als der Bahlinger SC.
Aufstellung Kickers
Dornebusch – Blank, Polauke, Behrendt, Kammerbauer – Tekerci (85. Dicklhuber), Lockl, Kiefer (75. Meien) – Tomic (63. Petrovic), Braig (75. Kalajdzic), Mauersberger (63. Skenderovic).
Termine
Pflichtspiele
Stuttgarter Kickers – Eintracht Frankfurt II 2:1, FC Esslingen – Kickers 0:5 (WFV-Pokal), FC 08 Homburg – Kickers 1:1, Kickers – FC 08 Villingen 1:0, FC Normannia Gmünd – Kickers 1:3 n. V (WFV-Pokal), FC Gießen – Kickers 2:2, Kickers – FC-Astoria Walldorf 1:0, 1. Göppinger SV – Kickers 0:0, Kickers – SGV Freiberg 1:3 n. V. (WFV-Pokal), Kickers – TSV Steinbach Haiger 5:1, Kickers Offenbach – Kickers 2:0, Kickers – FSV Frankfurt 0:1, SGV Freiberg – Kickers 2:2, Kickers – TSG 1899 Hoffenheim II 1:2, Bahlinger SC – Kickers 1:3, Kickers – SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (19. Oktober, 14 Uhr), Eintracht Trier – Kickers (27. Oktober, 14 Uhr), SC Freiburg II – Kickers (2. November, 14 Uhr), Kickers – 1. FSV Mainz 05 II (9. November, 14 Uhr), KSV Hessen Kassel – Kickers (16. November, 14 Uhr), Eintracht Frankfurt II – Kickers (24. November, 14 Uhr), Kickers – FC 08 Homburg (30. November, 14 Uhr), FC 08 Villingen – Kickers (6./7./8. Dezember). (jüf)