Stuttgarter Kickers So reagiert Marco Wildersinn auf die Trennung am Saisonende

Mit vollem Engagement an der Seitenlinie: Kickers-Coach Marco Wildersinn. Foto: Baumann/Hansi Britsch

Trainer Marco Wildersinn spricht nach der feststehenden Trennung von den Stuttgarter Kickers über den weiteren Saisonverlauf und seine Ziele.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Trainer Marco Wildersinn will die gemeinsame Zeit bei den Stuttgarter Kickers positiv abschließen. Vor dem Regionalligaspiel beim Bahlinger SC (Samstag, 14 Uhr) äußert er sich.

 

Herr Wildersinn, am Montag gab es das Gespräch mit Lutz Siebrecht. Wie sehr hat Sie die Nichtverlängerung Ihres auslaufenden Vertrags überrascht?

Ich war auf alles vorbereitet und eingestellt. Es war grundsätzlich ja alles möglich.

Es war von intensiven Gesprächen und einer umfassenden sportlichen Analyse die Rede, nach der man gemeinsam zu der Überzeugung gekommen sei, zur neuen Saison einen neuen Impuls zu setzen. In solchen Pressemitteilung klingt immer alles sehr harmonisch?

Die Aussage mit den Gesprächen und der Analyse war vor allem auf den Austausch von Lutz mit dem Präsidium bezogen. Die gemeinsame Überzeugung, die Zusammenarbeit am Saisonende zu beenden, war dann das Ergebnis unseres Gesprächs am Montag. Und das lief dann trotz dessen harmonisch ab, was auch völlig normal ist, wenn man professionell zusammenarbeitet.

Sie hatten aber doch stets betont, dass Sie die Zusammenarbeit über den Sommer hinaus gerne fortsetzen würden.

Meine Bereitschaft, darüber zu sprechen, war auch zu 100 Prozent gegeben, weil mir die Arbeit mit der Mannschaft und dem Trainerteam sehr viel Spaß macht. Deshalb werde ich die Entwicklung bis zum Saisonende mit voller Hingabe begleiten. Grundsätzlich müssen für eine Zusammenarbeit gewisse Voraussetzungen gegeben sein, eine gemeinsame Basis. Das ist immer eine Grundvoraussetzung und darüber muss man sprechen. Das haben wir getan.

Warum war diese für eine Zusammenarbeit über den Sommer hinaus aus Ihrer Sicht nicht mehr gegeben?

Weil es zu gewissen Themen unterschiedliche Ansichten gibt und der Verein sich entschieden hat, es so zu handhaben. Das respektiere ich.

Sie haben sich vor allem in der Winterpause in Sachen System und Spielweise flexibel gezeigt.

Das muss man als Trainer sein. Du musst mit gewissen Vorstellungen, die der Arbeitgeber an dich hat, umgehen. Als ich bei den Kickers gestartet bin, gab es noch andere Vorstellungen. Seitdem hat sich einiges getan. Sich nun im Sommer anders aufstellen zu wollen, ist eine Entscheidung des Vereins, die ich akzeptiere. Jetzt gilt meine volle Konzentration auf die restlichen Spiele.

Oft ist vom Lame-Duck-Phänomen die Rede, wenn ein Abschied feststeht.

Ich gebe alles für den Verein, weil mir der Verein sehr am Herzen liegt und ich ihm jeglichen Erfolg gönne, auch wenn sich die Wege im Sommer trennen. Aber ich mache es natürlich auch für mich, genauso wie die Spieler. Wir wollen unsere gemeinsame Zeit positiv abschließen.

Sie können sich mit einem Titel verabschieden.

Das wäre eine tolle Sache. Es geht darum, diese zwei Jahre mit dem maximalen Erfolg abzuschließen. Wir wollen ins Endspiel in unserem Stadion einziehen, aber wir wollen auch in der Liga noch den einen oder anderen Platz gutmachen.

Wie sehen Sie Ihre persönliche sportliche Zukunft?

Ich sehe meiner Zukunft positiv entgegen. Bei meinen bisherigen Stationen habe ich gezeigt, dass ich Mannschaften entwickeln und erfolgreich arbeiten kann. Jetzt gilt aber erst einmal: voller Fokus auf die Kickers bis zum letzten Tag. Wir haben noch was vor.

Weitere Themen