Stuttgarter Kickers unterliegen TSG Hoffenheim II Die Stimmen der Beteiligten

Große Enttäuschung bei den Spielern der Stuttgarter Kickers Foto: Pressefoto Baumann/Alexander Keppler

Nach dem 1:2 von Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers gegen die TSG 1899 Hoffenheim II war die Enttäuschung im Lager der Blauen groß. Wir fassen die Stimmen zusammen.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers verliert vor 4020 Zuschauern im Gazi-Stadion gegen die TSG 1899 Hoffenheim II mit 1:2. So haben sich die Beteiligten hinterher geäußert.

 

Marco Wildersinn (Kickers-Trainer): „Die TSG hat eine sehr gute Struktur und löst enge Situationen am Ball sehr gut. Man darf nicht viel anbieten, zumal Hoffenheim eine sehr hohe Effizienz und fußballerische Qualität nach vorne hat. Da konnten wir nicht alles verhindern. Der große Unterschied zwischen zwei sehr strukturierten Mannschaften war, dass sich Hoffenheim besser aus Drucksituationen löste, den Ball besser ins letzte Drittel brachte und besser zu Ende spielte. Wir hatten nicht die Ruhe, die Frische, die Qualität, um in eigene Ballbesitzphasen zu kommen, um Gefahr ins letzte Drittel zu bringen. Immer wieder haben wir zwar Nadelstiche gesetzt, aber nicht mit der nötigen Präzision, wie es Hoffenheim uns vorgemacht hat. Wir wussten, es ist ein Prozess, der eine Weile dauern wird. Dass nach der letzten Saison die Ansprüche hoch sind und dass, wenn man sich in einer solchen Phase mit nur einem Punkt aus vier Spielen befindet, die Unzufriedenheit groß ist, ist klar. Das betrifft aber nicht nur die Leute im Stadion, sondern vor allem auch die Mannschaft, das Trainerteam und insbesondere auch mich. Wir arbeiten jeden Tag hart, werden dran bleiben, den Kopf oben behalten und wollen nächste Woche wieder Punkte einfahren.“

Vincent Wagner (Hoffenheims Trainer): „Schön, dass es bei nicht ganz so tollem Wetter über 4000 Zuschauer ins Stadion geschafft haben. Wir bringen ja nicht immer ganz so viele Menschen mit, wir versuchen in der Regel, guten Fußball mitzubringen. Das gelingt uns dann meistens. Wir sind glücklich, gegen einen extrem guten Gegner gewonnen zu haben, vor allem nach dem Start. Trotz des frühen Rückstands haben wir sehr stabil und erwachsen gespielt. Was die Kickers betrifft, mache ich mir keine Gedanken. Wenn sie so weiterspielen, wird es schnell wieder in die andere Richtung gehen. Aber man muss die Nerven bewahren, auch wenn es nicht so einfach ist.“

Marc Stein (Kickers-Sportdirektor): „Hoffenheim war sehr homogen, sehr spielstark und hat auf engstem Raum gut kombiniert. Die TSG zeigte sich auch kreativer in der Box, das war der Hauptunterschied zu uns. Uns fehlt die Effizienz im letzten Drittel, wir brauchen auch mehr Ballbesitz und mehr Ruhe am Ball. Man hat gesehen, dass wir durch die letzten Ergebnisse nicht vor Selbstvertrauen gestrotzt haben. Wir haben jetzt nur einen Punkt aus den vergangenen vier Spielen geholt, waren dabei aber nicht maßlos unterlegen, es hätten mehr Punkt sein müssen. Man könnte es fast als eine Art Ergebniskrise bezeichnen.“

Felix Dornebusch (Kickers-Keeper): „Das war keine gute Leistung von uns. Wir hatten zu wenig Ballbesitz, zu wenig Entlastung. Wir müssen an unseren Basics arbeiten, damit wir vor der Winterpause noch ordentlich punkten.“

Nico Blank (Kickers-Kapitän): „Die Enttäuschung ist riesig. Wir wollten unbedingt wieder in die Erfolgsspur kommen. Die Gegentore fallen zu einfach und nach vorne waren wir nicht zwingend genug. Wir müssen trotz der vier sieglosen Spiele in Folge den Kopf oben lassen, uns nicht zerfleischen, sondern uns gegenseitig aufbauen.“

Brian Behrendt (Kickers-Spieler): „Das war zu wenig. Wir waren in den entscheidenden Situationen nicht da. Es muss einiges passieren – in allen Mannschaftsteilen. Dann werden wir den Bock auch wieder umstoßen. Heute mussten wir uns nach dem Abpfiff von den Fans teils durchbeleidigen lassen, aber ich kann den Unmut verstehen. Wir haben zwar alles reingeworfen, aber wir haben andere Ansprüche an uns selbst.“

David Braig (Kickers-Stürmer): „Wir kriegen schon seit Wochen einfach zu billige Tore. Da fehlt mir der unbedingte Wille, das Tor zu verteidigen. Auf dem Niveau kannst du kein Spiel gewinnen. Es sollte nicht unser Anspruch sein, vor heimischer Kulisse 90 Minuten tief zu stehen und zu hoffen, dass vorne einer reinfliegt. Ein beschissener Abend. Wir müssen noch mehr Tacheles reden vor dem nächsten Spiel in Bahlingen. Dort ist ein Dreier Pflicht.“

Termine

Pflichtspiele
Stuttgarter Kickers – Eintracht Frankfurt II 2:1, FC Esslingen – Kickers 0:5 (WFV-Pokal), FC 08 Homburg – Kickers 1:1, Kickers – FC 08 Villingen 1:0, FC Normannia Gmünd – Kickers 1:3 n. V., FC Gießen – Kickers 2:2, Kickers – FC-Astoria Walldorf 1:0, 1. Göppinger SV – Kickers 0:0, Kickers – SGV Freiberg 1:3 n. V. (WFV-Pokal), Kickers – TSV Steinbach Haiger 5:1, Kickers Offenbach – Kickers 2:0, Kickers – FSV Frankfurt 0:1, SGV Freiberg – Kickers 2:2, Kickers – TSG 1899 Hoffenheim II 1:2, Bahlinger SC – Kickers (12. Oktober, 14 Uhr), Kickers – SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (19. Oktober, 14 Uhr), Eintracht Trier – Kickers (27. Oktober, 14 Uhr), SC Freiburg II – Kickers (2. November, 14 Uhr), Kickers – 1. FSV Mainz 05 II (9. November, 14 Uhr), KSV Hessen Kassel – Kickers (16. November, 14 Uhr), Eintracht Frankfurt II – Kickers (24. November, 14 Uhr), Kickers – FC 08 Homburg (30. November, 14 Uhr), FC 08 Villingen – Kickers (6./7./8. Dezember). (jüf)

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