Die Richtung in Sachen Ergebnisse stimmt – Marco Wildersinn würde die Entwicklung bei den Stuttgarter Kickers gerne über das Saisonende hinaus vorantreiben. Foto: Baumann
Die Gespräche mit Trainer und Spielern über ihre Zukunft bei den Stuttgarter Kickers sollen Ende März anlaufen. Bei den Entscheidungen spielt der Budgetrahmen eine wichtige Rolle.
Der Zuschauer auf der Haupttribüne des Gazi-Stadions schrie in der Nachspielzeit lautstark in Richtung Schiedsrichter: „Erlöse uns, pfeif ab!“ Die Bitte an den Unparteiischen Niklas Diehm aus dem DFB-Perspektivkader (beobachtet von Felix Brych/Leiter für Talententwicklung und Spitzencoaching der Schiedsrichter) lag zum einen an den extrem ungemütlichen, nasskalten äußeren Bedingungen. Zum anderen aber auch an der wenig erwärmenden Darbietung der Stuttgarter Kickers im Regionalligaspiel gegen den FC Bayern Alzenau.
Doch letztendlich stimmte das, auf was es im Fußball ankommt: das Ergebnis. 3:0 hieß es am Ende, und Trainer Marco Wildersinn sah die Sache pragmatisch: „Unterm Strich stehen drei Tore, drei Punkte, wir haben zu null gespielt gegen einen unbequemen Gegner – und deshalb sind wir sehr zufrieden.“
Die Kickers haben damit nach dem 0:1 gegen den KSV Hessen Kassel sofort wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden. Die Bilanz aus den vergangenen acht Pflichtspielen kann sich mehr als sehen lassen: sechs Siege, ein Unentschieden, nur eine Niederlage. „Das ist eine sehr erfreuliche Bilanz“, sagt auch Lutz Siebrecht, der Geschäftsführer Sport. Er wird demnächst die Gespräche aufnehmen mit den Personen, deren Vertrag am Saisonende ausläuft.
Auch bei den Vertragsgesprächen mit Torwart Felix Dornebusch spielen die finanziellen Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle. Foto: Baumann/Alexander Keppler
Dies betrifft die Spieler Per Lockl, Felix Dornebusch, Flamur Berisha, Milan Petrovic, David Braig, Meris Skenderovic, Thomas Bromma und Marlon Faß/Leihende. Und das betrifft Cheftrainer Marco Wildersinn sowie seine Assistenten Dominik Lang und Kerem Arslan. Siebrecht selbst ist im Übrigen bis 30. Juni 2027 an die Blauen gebunden. Auf Ende März hatte der 57-Jährige den Start der Gespräche angekündigt. Dabei bleibt es auch, wobei exakte Termine bisher noch nicht festgelegt wurden. Auch ein Zeitfenster, bis wann der Austausch abgeschlossen sein soll und Ergebnisse präsentiert werden, ist offen.
„Zu Personalthemen äußere ich mich erst, wenn etwas entschieden ist“, sagt Siebrecht dazu das, was er immer sagt, wenn er darauf angesprochen wird. Generell gehe er ergebnisoffen in die Gespräche und lasse sich bei solch wichtigen Entscheidungen die nötige Zeit. Mit der entsprechenden Sorgfalt, sachlich und ohne Emotionen sollen die Argumente ausgetauscht werden. Dann erfolgt die Kommunikation mit der Vereinsführung.
Das Präsidium muss das Ganze absegnen, am Ende sollen alle hinter den Entscheidungen stehen. Diese gehen einher mit den Antworten auf die Schlüssel-Fragen: Wie kann der Verein mit seinen Möglichkeiten den bestmöglichen Erfolg erzielen? In welche Richtung soll es gehen? Wo will der Verein genau hin? Mit welcher Strategie und Philosophie will er dort landen? Wer also sind die richtigen Personen, um die Ziele zu verwirklichen?
Dabei spielen auch die Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle. Mit Blick auf das vorhandene Budget sind die Gehaltsvorstellungen des Verhandlungspartners das Hauptkriterium, auch die Vertragslaufzeit kann ein Thema sein. Dies betrifft sowohl die Trainer als auch die Spieler.
Zunächst aber gilt die volle Konzentration der nächsten Aufgabe in der Regionalliga, die herausfordernder nicht sein könnte: Am Ostermontag (14 Uhr) geht es zu Spitzenreiter SGV Freiberg. Zuvor wird an diesem Mittwoch (17 Uhr) im Duell FC Holzhausen gegen FV Ravensburg der Kickers-Gegner im WFV-Halbfinale (laut Rahmenterminkalender 29. April) ermittelt.