Stuttgarter Kickers Viele Gewinner – und ein paar wenige Verlierer

Das Innenverteidiger-Duo Denis Zagaria (li.) und Niklas Kolbe besticht durch beständig gute Leistungen. Foto: Baumann/Julia Rahn

Dass die Stuttgarter Kickers souverän an der Spitze der Fußball-Oberliga stehen, ist der Verdienst vieler. Wir nennen vor dem letzten Spiel 2022 die größten Gewinner des bisherigen Saisonverlaufs und die wenigen, die nicht ganz so glücklich sind.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

An diesem Samstag (14 Uhr) steigt im Gazi-Stadion auf der Waldau das letzte Spiel des Fußball-Oberligisten Stuttgarter Kickers in diesem Jahr. Schon vor dem Duell mit dem Tabellendritten FSV 08 Bietigheim-Bissingen steht fest, dass die komplette Mannschaft und das Trainerteam gute Arbeit geleistet haben und die Blauen als Spitzenreiter mit mindestens vier Punkten Vorsprung überwintern werden. Ein paar Ausreißer nach oben und unten gab es dennoch.

 

Gewinner

Torjäger-Duo Die Routiniers unter den Kickers-Fans erinnern sich noch an die Regionalliga-Saison 1994 /95. Damals hießen die Toremacher vom Dienst Jonathan Akpoborie (37 Saisontreffer) und Markus „Toni“ Sailer (20 Treffer). Seitdem hatten es nie wieder zwei Kickers-Spieler geschafft, in einer Runde mindestens 15-mal zu treffen. Bis zu dieser Saison: Denn die aktuellen Torjäger Kevin Dicklhuber (17 Treffer) und David Braig (15) haben diese Marke schon nach 19 Spieltagen geknackt. Die beiden Offensivspieler liefern konstant Leistung und Tore ab. Dicklhuber hat durch die Beförderung zum Kapitän vor Saisonbeginn noch einmal eine Schippe draufgelegt.

Der 33-Jährige reißt seine Mitspieler mit und übernimmt stets Verantwortung. Selten traf der Begriff Unterschiedsspieler dermaßen auf einen Akteur im Dress der Blauen zu wie auf den Ex-Göppinger. Noch einen Tick rasanter verlief die Entwicklung bei David Braig. Vor einem Jahr war der Stürmer in der Winterpause noch ein heißer Kandidat für einen Abflug. Der Ex-Ulmer, der als absoluter Teamplayer gilt, aber biss sich durch, ließ nie locker und entwickelte sich vom Bankdrücker zur Führungsfigur. Der 31-Jährige ist aus dem Sturmzentrum nicht mehr wegzudenken und harmoniert auch gut mit dem um ihn herum spielenden Konrad Riehle.

Innenverteidiger-Duo Nur elf Gegentore in 19 Spielen – das sagt schon einiges über die stabile Defensive der Kickers aus. Der Hauptverdienst liegt beim Duo im Abwehrzentrum. Denis Zagaria und Niklas Kolbe harmonieren auf und neben dem Platz gleichermaßen, halten den Laden zusammen und stehen durch ihre technischen Fähigkeiten auch für einen gepflegten Spielaufbau.

Besonders wichtig: Das Duo leistet sich weniger Leichtsinnsfehler, das Zusammenspiel mit Keeper Ramon Castellucci sowie den Außenverteidigern David Kammerbauer und Malte Moos klappt sehr gut. Auch die Verzahnung mit den defensiven Mittelfeldspielern Luigi Campagna und Nico Blank passt, die Restverteidigung bei eigenen Ballverlusten wird nicht vernachlässigt. Das war nicht immer so.

Trainer In den Anfangsformationen der vergangenen Spiele stand in Flamur Berisha zuletzt nur ein Neuzugang. Mustafa Ünal ist es trotz der großen Enttäuschung Nichtaufstieg gelungen, mit der nahezu gleichen Mannschaft noch dominanter, wuchtiger und konstanter aufzutreten als in der vergangenen Saison. Ein Rädchen greift ins andere.

Der Coach zieht seine Linie konsequent und mit der nötigen Strenge durch. Seine ehrliche, authentische Art kommt bei der Mannschaft an. Der 39-Jährige hat sich eine sehr gute Ausgangsposition erarbeitet für die in der Winterpause anstehenden Verhandlungen über seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag.

Fans Der ohnehin schon gute Zuschauerzuspruch hat sich weiter verbessert. Ein Schnitt von 2450 Besuchern pro Heimspiel in der fünften Liga ist außergewöhnlich. „Wie uns die Fans zu Hause, aber auch auswärts unterstützen, ist überragend und zeigt die Strahlkraft unseres Vereins“, sagt Präsident Rainer Lorz.

Verlierer

Reservisten An erster Stelle ist David Nieland zu nennen. Der Stürmer wurde kurz vor Saisonbeginn vom Regionalligisten TSV Steinbach Haiger verpflichtet. Er kam, zum Teil auch verletzungsbedingt, nur zu drei Kurzeinsätzen mit insgesamt 54 Spielminuten.

Ähnlich ergeht es Tyron Profis – beim Stürmer stehen zwei Einsätze mit 31 Minuten zu Buche. Eine Trennung zur Winterpause scheint bei beiden nicht ausgeschlossen. Nur sporadisch zum Einsatz kommen auch Linksverteidiger Cedric Guarino und Defensiv-Allrounder Leon Maier. Auch der drittligaerfahrene Offensivmann Markus Obernosterer läuft seinen eigenen Ansprüchen hinterher, er stand nur einmal in der Startformation.

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