Stuttgarter Kickers Wer sponsert künftig die Blauen?

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Der Vertrag des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers mit dem Hauptsponsor Subaru läuft nach dieser Saison aus. Über eine Verlängerung ist noch nicht entschieden. Auch Porsche soll im Gespräch sein.

Subaru prangt auf der Kickers-Brust, zumindest noch diese Saison. Foto: Pressefoto Baumann
Subaru prangt auf der Kickers-Brust, zumindest noch diese Saison. Foto: Pressefoto Baumann

Stuttgart - Man stelle sich einmal vor, die Stuttgarter Kickers spielen am Samstag im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund in der Mercedes-Benz-Arena – mit Porsche als Trikotsponsor. Zugegeben, das ist im Moment noch eher eine Vision, aber vielleicht auch mal eine Option. Denn es halten sich durchaus hartnäckig Gerüchte, dass der Sportwagenhersteller auf der Wunschliste des Traditionsvereins steht. Gewissermaßen als Neuzugang der besonderen Art.

Nicht auszuschließen, dass dieses Interesse sogar auf Gegenseitigkeit beruht. Und sei es nur als Seitenhieb auf den großen Lokalrivalen VfB, der bekanntlich auf Sponsorenebene gleich mehrfach mit dem automobilen Rivalen Mercedes verbandelt ist. Auch wenn es aus der Zentrale in Zuffenhausen derzeit offiziell lediglich heißt: „Die Porsche AG unterstützt seit vielen Jahren Sportvereine und -verbände überwiegend an unseren Standorten. Dabei zielt der Sportwagenhersteller vor allem auf die Nachwuchsförderung sowohl in der Breite als auch in der Spitze. Ein Trikotsponsoring von Fußballvereinen passt nicht in diese Strategie und ist auch nicht beabsichtigt.“ Und auch der Kickers-Präsident Rainer Lorz gibt sich – anders als die Mannschaft auf dem Platz – betont defensiv. „Zunächst einmal ist Subaru unser erster Ansprechpartner.“ Der Vertrag läuft zum Saisonende aus, „aber wir haben noch eine Option“, sagt der Subaru-Geschäftsführer Deutschland, Volker Dannath, gegenüber der StZ. „Für eine Entscheidung ist es aber zu früh“, berichtet er aus dem Urlaub in Italien, „Wir werden uns im Herbst mit den Kickers zusammensetzen und dann schauen, wie es weitergeht.“

Kickers wollen Partner nicht vor den Kopf stoßen

Gute Frage. Angeblich wäre Porsche sogar schon in diesem Sommer zum Einstieg bereit gewesen, doch Subaru soll sein Veto eingelegt haben. Kein Wunder, der weltweit größte Pkw-Allrad-Spezialist legt Wert auf eine längerfristige Zusammenarbeit. „Unsere kürzeste Laufzeit im Sponsoring sind drei Jahre“, betont Dannath und verweist auf Parallelen, zum Beispiel die Handballer von Eisenach, denen Subaru selbst nach dem Bundesligaabstieg in diesem Jahr die Treue gehalten hat. Auch der Kickers-Kontrakt hätte in der Fußball-Regionalliga Gültigkeit besessen.

Aufgrund dieser Loyalität wollen die Kickers den Partner kaum vor den Kopf stoßen. Zumal der bei seinem Einstieg mit nicht dementierten 450 000 Euro pro Saison deutlich über dem finanziellen Engagement des langjährigen Vorgängers Gazi lag, der zwischenzeitlich bekanntlich beim VfB auf der Brust prangte. Zunächst einmal liegt der Ball also bei Subaru, das aktuell noch auf die Auswertung der Mediadaten aus der vergangenen Saison wartet. Die dritte Liga ist im wichtigsten Segment Fernsehen durchaus präsent, vorwiegend allerdings in den dritten Programmen. „Aber wir waren mit den Zahlen in der Vergangenheit nicht unzufrieden“, sagt Dannath. Euphorie klingt anders.

Hinzu kommt, dass der Partner der Blauen bei den Absatzzahlen ein Minus hinnehmen musste. Für Dannath allerdings kein Grund zur Panik. Er begründet das Minus zum Beispiel mit dem reduzierten Engagement im Mietwagensegment, wo kein Geld zu verdienen sei. Dannath: „Wir konzentrieren uns auf eine wertorientierte Vertriebsstrategie.“ Dass bei Vertragsunterschrift 2011 im Waldhotel Degerloch noch Guido Buchwald als Markenbotschafter im Kickers-Präsidium saß, aus dem der Weltmeister inzwischen ausgeschieden ist, spiele bei der Entscheidungsfindung indes keine Rolle. „Das besprechen wir in Ruhe mit Herrn Professor Dr. Lorz“, sagt Dannath. Quasi auf dem kleinen Dienstweg. ­Interessante  Bande am Rande: der Kickers-Vermarkter Ufa Sports war außen vor und ist es auch: „Die sind zwar in ge­wisse Marketingmaßnahmen eingebunden“, sagt Dannath – aber eben nicht in die Vertragsgespräche.

Subaru oder Porsche (oder am Ende ein Dritter)– egal wer das Rennen macht, eines dürfte schon vor dem Spiel des Jahres am Samstag im DFB-Pokal klar sein: Mit solchen Partnern sind die Stuttgarter Kickers nicht schwach auf der Brust.