Stuttgarter Kickers Welches Pärchen spielt in der Innenverteidigung?
Im Abwehrzentrum inklusive Torwart fehlt ein erfahrener Spieler im Kickers-Kader. Vor dem Spiel in Homburg stellt sich die Frage, welches Pärchen in der Innenverteidigung aufläuft?
Im Abwehrzentrum inklusive Torwart fehlt ein erfahrener Spieler im Kickers-Kader. Vor dem Spiel in Homburg stellt sich die Frage, welches Pärchen in der Innenverteidigung aufläuft?
Recht jung sind sie alle. Die ganz große Erfahrung bringt keiner mit. Einen routinierten Nebenmann, der unterstützt und an dem man wachsen kann, gibt es nicht. Das Innenverteidiger-Trio der Stuttgarter Kickers mit Milan Petrovic (22), Jacob Danquah (20) und Vincent Schwab (21) muss sich in dieser Saison selbst helfen. Was die Sache nicht leichter macht: Mit Leon Neaime steht ein Torwart zwischen den Pfosten, der an diesem Mittwoch seinen 21. Geburtstag feiert. Fakt ist aber auch: Nur drei Teams in der Liga haben weniger Gegentore kassiert als die Kickers.
Lange Zeit stellte sich das Pärchen im Abwehrzentrum von selbst auf. Am kommenden Sonntag (14 Uhr) im Regionalligaspiel beim FC 08 Homburg sind alle drei fit und zwei davon werden spielen. „Es ist ein enges Rennen, ich habe mich noch nicht entschieden“, sagt Trainer Marco Wildersinn, der in seiner aktiven Karriere ebenfalls als Innenverteidiger auflief.
Da sich Schwab in der Vorbereitung Ende Juni die Hand brach, war der Neuzugang vom Ligarivalen TSV Steinbach Haiger längere Zeit kein Thema. Milan Petrovic bildete zusammen mit Eigengewächs Jacob Danquah, dem Rückkehrer von Hannover 96 II, das Duo in der Innenverteidigung. Achtmal war dies in den ersten 14 Spieltagen der Fall.
Als Schwab wieder einsatzfähig war, spielte er je zweimal an der Seite von Petrovic und Danquah. Gegen den SGV Freiberg (1:1) bildete das Trio gemeinsam eine Dreierkette. In diesem Spiel sah dann Danquah die Rote Karte, Wildersinn hielt dennoch im darauf folgenden Spiel beim FSV Frankfurt (0:3) zunächst an der Dreierkette fest (mit Nico Blank neben Petrovic und Schwab), stellte aber nach einer schwachen ersten halben Stunde auf Viererkette um.
Was zeichnet die drei Innenverteidiger aus? Trainer Wildersinn beschreibt ihre Stärken und Schwächen
„Vincent Schwab ist der einzige Linksfuß von unseren Innenverteidigern, was unserem Spiel gut tut. Er ist am Ball gut, findet gute fußballerische Lösungen. Vincent muss sich einfach noch mehr zutrauen. Er kann viel mehr am Ball, als das, was er bisher gezeigt hat. Er ist ein beweglicher Innenverteidiger, recht schnell auf Strecke. Ihm fehlt vielleicht noch der Punch, den Petrovic und Danquah haben. Da muss er körperlich zulegen, doch Vincent hat ein spannendes Profil.
„Milan Petrovic ist von unserem Trio der erfahrenste Mann. Milan hat sich in seiner zweiten Saison bei uns reingebissen. Er lebt von seiner Physis, ist robust und zweikampfstark, er bringt auch die nötige Ruhe am Ball mit. Er muss aber die Abwehrkette noch besser steuern, noch mehr kommunizieren und ab und zu Situationen schneller erkennen, besser vorausahnen.“
Wie schnell es über die Kickers nach oben gehen kann, zeigt das Beispiel Nyamekye Awortwie-Grant (25), der sich nach seinem Abgang im Sommer bei Drittligist Energie Cottbus einen Stammplatz erobert hat. Er spielte bei den Kickers, laut eigenen Angaben, gerne neben Brian Behrendt. Der 34-Jährige war aufgrund seiner Vita vom Grundsatz her der Typ, an dem ein junger Innenverteidiger wachsen konnte.
Behrendt unterstützte gut, das Problem war aber, dass er selbst in seinem Spiel Wackler drin hatte, und nicht zur Stabilität der Defensive beitrug, weshalb man sich im Juli auf eine Vertragsauflösung einigte. „Grundsätzlich würde jedem unserer Innenverteidiger ein Nebenmann gut tun, der sie an die Hand nimmt und führt. Auch die verbale Unterstützung ist extrem hilfreich. Diesen lautstarken Routinier haben wir nicht, also müssen es die drei untereinander regeln“, sagt Wildersinn. Das Problem: Meistens sind die noch relativ unerfahrenen Abwehrstrategen damit beschäftigt, ihren eigenen Job sauber zu erledigen. Auch noch dem Nebenmann zu helfen, damit sind sie zumindest teilweise noch überfordert, dennoch haben nur der SGV Freiberg (14), Mainz 05 II (17) und der FSV Frankfurt (17) weniger Gegentreffer hinnehmen müssen als die Kickers (19). Und am Anfang ihrer Entwicklung stehen die jungen Verteidiger schließlich auch noch.
Ergebnisse
1. Göppinger SV – Kickers (0:2/zweite WFV-Pokal-Runde), SG Barockstadt Fulda-Lehnerz – Stuttgarter Kickers 0:1, Kickers – SV Sandhausen 3:2, VfR Aalen – Kickers (0:2/dritte WFV-Pokal-Runde), Kickers – Eintracht Trier 1:1, 1. FSV Mainz 05 II – Kickers 3:0, Kickers – Kickers Offenbach 1:2, TSV Weilimdorf – Kickers (1:2/WFV-Pokal-Achtelfinale), TSV Steinbach Haiger – Kickers 0:1, Kickers – SC Freiburg II 4:0, KSV Hessen Kassel – Kickers 3:0, FC Bayern Alzenau – Kickers 3:0, Kickers – SGV Freiberg 1:1, FSV Frankfurt – Kickers 3:0, Kickers – Bahlinger SC 3:0, TSG Balingen – Kickers 0:2, Kickers – TSV Schott Mainz 2:1.
Termine
FC 08 Homburg – Kickers (Sonntag, 2. November, 14 Uhr), Kickers – FC-Astoria Walldorf (Samstag, 8. November, 14 Uhr), SG Sonnenhof Großaspach – Kickers (Samstag, 15. November, 14 Uhr), Kickers – SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (Samstag, 22. November, 14 Uhr), SV Sandhausen – Kickers (Sonntag, 30. November, 14 Uhr), Eintracht Trier – Kickers (5./6./7. Dezember). (jüf)