Stuttgarter Kickers Wie viel Zeit bekommt Marco Wildersinn?

Kickers-Trainer Marco Wildersinn sieht seine Arbeit als Prozess, muss aber Ergebnisse liefern. Foto: Pressefoto Baumann/Alexander Keppler

Nach dem 1:2 von Regionalligist Stuttgarter Kickers gegen die TSG Hoffenheim II wird der freie Samstag gestrichen und die Kritik an Trainer und Sportdirektor nimmt zu. Wie geht’s bei den Blauen weiter?

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Eigentlich hatte der Trainingsplan bei den Stuttgarter Kickers ein freies Wochenende vorgesehen. Doch nach dem 1:2 gegen die TSG 1899 Hoffenheim II hieß es Kommando zurück. Am Samstag stand für die Reservisten Spielersatztraining an, für die Stammkräfte Regeneration – und für alle Videoanalyse und Aussprache. Auch Sportdirektor Marc Stein richtete in Anbetracht der schwierigen Lage nach zuletzt nur einem Punkt aus vier Regionalligaspielen ein paar Worte an die Mannschaft.

 

Keine Fortschritte erkennbar

Der Druck auf ihn und den Trainer hat gewaltig zugenommen. „Es war klar, dass wenn man die Spielweise ändern möchte, es eine Zeit lang dauert, es ein Prozess ist“, sagte Coach Marco Wildersinn am Freitag nicht zum ersten Mal.

Doch auch der 44-Jährige weiß: Sechs Wochen Vorbereitung und 14 Pflichtspiele müssten reichen, um Fortschritte zu sehen. Wie lange er noch Zeit bekommt? Präsident Rainer Lorz war am Wochenende für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Und der Sportdirektor? Marc Stein steht selbst stark in der Kritik. Er hat den Kader zusammengestellt, setzte im Zuge der Spielsystem-Änderung hin zum dominanten Ballbesitzfußball verstärkt auf kreative, spielstarke Akteure. Doch bisher geht der Plan nicht auf. Weil die Mischung nicht stimmt. Es drängt sich der Verdacht auf, dass es an Typen fehlt, die mit Intensität und Aggressivität das Spiel auf ihre Seite ziehen.

Spieler wie Paul Polauke und Marcel Schmidts, die die Attribute Power und Leidenschaft verkörpern, standen zuletzt nicht im Kader. Ein Charakterkopf wie Luigi Campagna, der mit seiner Mentalität auch in der Kabine ein Faktor war, ist nicht mehr da. „Wir arbeiten an den Themen und lassen den Kopf nicht hängen“, sagt Widersinn, der weiß, dass er Ergebnisse liefern muss. Schon am Samstag (14 Uhr - bei uns im Livestream) beim Schlusslicht Bahlinger SC, dem ersten von drei Auswärtsspielen an den kommenden vier Spieltagen.

Termine

Pflichtspiele
Stuttgarter Kickers – Eintracht Frankfurt II 2:1, FC Esslingen – Kickers 0:5 (WFV-Pokal), FC 08 Homburg – Kickers 1:1, Kickers – FC 08 Villingen 1:0, FC Normannia Gmünd – Kickers 1:3 n. V., FC Gießen – Kickers 2:2, Kickers – FC-Astoria Walldorf 1:0, 1. Göppinger SV – Kickers 0:0, Kickers – SGV Freiberg 1:3 n. V. (WFV-Pokal), Kickers – TSV Steinbach Haiger 5:1, Kickers Offenbach – Kickers 2:0, Kickers – FSV Frankfurt 0:1, SGV Freiberg – Kickers 2:2, Kickers – TSG 1899 Hoffenheim II 1:2, Bahlinger SC – Kickers (12. Oktober, 14 Uhr), Kickers – SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (19. Oktober, 14 Uhr), Eintracht Trier – Kickers (27. Oktober, 14 Uhr), SC Freiburg II – Kickers (2. November, 14 Uhr), Kickers – 1. FSV Mainz 05 II (9. November, 14 Uhr), KSV Hessen Kassel – Kickers (16. November, 14 Uhr), Eintracht Frankfurt II – Kickers (24. November, 14 Uhr), Kickers – FC 08 Homburg (30. November, 14 Uhr), FC 08 Villingen – Kickers (6./7./8. Dezember). (jüf)

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