Ein Vorstoß über die linke Außenbahn, eine scharfe Hereingabe und ein wuchtiger Kopfball von Ruben Müller, gegen den Felix Dornebusch aus kurzer Distanz machtlos war. So entstand am 14. Juli, beim 4:2-Testspielsieg gegen die U 23 des SC Freiburg, das bislang letzte Gegentor der Stuttgarter Kickers.
Bereits in den abschließenden Vorbereitungspartien gegen den FC Holzhausen (4:0) und den 1. CfR Pforzheim (3:0) mussten die neue Nummer eins und sein Stellvertreter Maximilian Otto nicht hinter sich greifen. In den WFV-Pokalbegegnungen beim 1. Göppinger SV (4:3 i. E.) und beim TSV Weilimdorf (7:0) sowie an den ersten beiden Regionalligaspieltagen bei den Kickers Offenbach (1:0) und gegen die TuS Koblenz (7:0) landete der Ball – klammert man das Elfmeterschießen beim GSV aus – ebenfalls nicht ein einziges Mal im Kickers-Tor.
„Allein geht es nicht. Wir verteidigen als Mannschaft gut“, sagte Felix Dornebusch nach dem Kantersieg gegen die TuS Koblenz . „Wenn hinten die Null steht, ist das, denke ich, die wichtigste Basis im Fußball“, fügte der 1,93 Meter große, zweitligaerfahrene Neuzugang vom Drittligaabsteiger VfB Oldenburg an, der seit dem Pflichtspielstart in Göppingen dauerhaft zwischen den Pfosten steht.
Der Keeper strahlt Ruhe aus und ist in den entscheidenden Momenten zur Stelle. Auch dann, wenn er zuvor über einen längeren Zeitraum nicht vom Gegner geprüft wurde. „Das sind die Situationen, in denen du als Torwart für die Mannschaft da sein musst. Das geht nur, wenn du dich nicht ablenken lässt und voll fokussiert bist“, sagte der 29-Jährige, dem bewusst ist: „Irgendwann werden wir auch ein Gegentor einstecken müssen. Die Liga ist ja nicht schlecht. Aber selbst wenn das passiert, müssen wir als Mannschaft einfach weiterhin so arbeiten und verteidigen wie zuletzt. Ich glaube, dann wird es für jeden Gegner schwer gegen uns.“ Dennoch sah er nach dem 7:0 „noch deutlich Luft nach oben“.
Die Einsatzbereitschaft stimmt
Wie wichtig Mustafa Ünal die Defensivarbeit über die Abwehrkette hinaus ist, machte der Trainer der Blauen, dessen Team in der Aufstiegssaison 2022/23 in 34 Partien nur 17 Gegentreffer kassierte, am Samstag nach der Partie erneut deutlich. „Wenn er seine Leistungen mit Toren vergoldet, ist das super“, äußerte sich der 39-Jährige zu seinem Kapitän Kevin Dicklhuber, der einen Treffer auflegte und drei – aus anspruchsvollen Positionen heraus – selbst erzielte. „Aber ich habe es ihm auch gesagt: Ich feiere nicht sein Eckballtor, sondern die Grätsche kurz vor der Halbzeit, für die er für seine Mannschaft rückwärts marschiert“, nannte Mustafa Ünal eine beispielhafte Szene für den Einsatz, den er fordert – und von seinem Aufgebot zu sehen bekam.
Der erfolgreiche Saisonstart beschert den Stuttgarter Kickers die Teilnahme am WFV-Pokal-Achtelfinale im November und – auch wenn das nach zwei Spieltagen nicht überbewertet werden sollte – mit sechs Punkten und 8:0 Toren die Tabellenführung in der Regionalliga.
Termine
Regionalliga
3. Spieltag: KSV Hessen Kassel – Kickers (Samstag, 19. August, 14 Uhr), 4. Spieltag: Kickers – 1. FSV Mainz 05 II (Samstag, 26. August, 14 Uhr), 5. Spieltag: TSV Steinbach Haiger – Kickers (Dienstag, 29. August, 19 Uhr), 6. Spieltag: Kickers – TSG Balingen (Samstag, 2. September, 14 Uhr), 7. Spieltag: Kickers – VfR Aalen (Samstag, 9. September, 14 Uhr), 8. Spieltag: Eintracht Frankfurt II – Kickers (Freitag, 15. September, 19 Uhr), 9. Spieltag: Kickers – TSG 1899 Hoffenheim II (Samstag, 23. September, 14 Uhr), 10. Spieltag: SG Barockstadt Fulda-Lehnerz – Kickers (Samstag, 30. September, 14 Uhr), 11. Spieltag: Kickers – TSV Schott Mainz (Mittwoch, 4. Oktober, 19 Uhr), 12. Spieltag: Bahlinger SC – Kickers (Samstag, 7. Oktober, 14 Uhr). (jüf)