An diesem Freitag beginnen die Stuttgarter Kriminächte: Die Stadt wird zum Literaturschauplatz aller Arten des Verbrechens.

Kultur: Stefan Kister (kir)

Manche können von den Büchern ihres Lieblingsautors gar nicht genug kriegen. Und wenn es darin nicht so zugeht, wie sie es sich wünschen, kann es für den Schöpfer schon einmal böse enden. Davon handelt Stephen Kings Roman „Misery“, mit dessen Bühnenadaption an diesem Freitag die 13. Stuttgarter Kriminächte im Alten Schauspielhaus beginnen. Und beinahe könnte man denken, dass man auch in der Stadt von dieser Veranstaltungsreihe gar nicht genug kriegen kann. Denn es ist erst ein paar Monate her, dass die letzte Folge dieses kriminalistischen Großvergnügens ausgespielt wurde.

 

Doch das Verbrechen ist unter uns. Und es herrscht kein Mangel an hochkarätigen Autorinnen und Autoren, die Stadt, die zu den sichersten Deutschlands zählt, mit wohligem Grusel zu unterwandern. Da lockt ein unbekannter Anrufer eine junge Kriminaloberkommissarin an einen Tatort im Stuttgarter Westen, wie in Stefan Zehs „Ohnmacht“. „Mörderische Schwestern“ geben sich im Laboratorium ein Stelldichein, im Literaturhaus wird der Fall des Frauenmörders Heinrich Pommerenke aufgerollt. Und Ingrid Noll führt im Friedrichsbau-Varieté vor, was passiert, wenn ein „spätes Mädchen“ die Wollust entdeckt – „Kein Feuer kann brennen so heiß“. Zu den Dauerbrennern zählen die Bierkrimilesungen des Stuttgarter Autors Thomas Lang in der Botnanger Waldklause. Der Forensiker Marcus Schwarz führt in das Einmaleins von Schusswunden, Schmauchspuren und Kalibermaßen ein. Mit David Lagercrantz und Jeffrey Deaver, der einen neuen Fall seines Ermittlers Colter Shaw mitbringt, ist auch die internationale Prominenz vor Ort.

Alles aber läuft auf das große kriminelle Finale am 1. April zu, bei dem die Band Inspektor Noise den Soundtrack für die Verleihung der Krimipreise liefert: allen voran den mit 5000 Euro dotierten Hypovereinsbank-Preis für den besten deutschsprachigen Krimi des Jahres 2021, den Merle Kröger für ihren Roman „Die Experten“ erhält. Darin geht es um die Tätigkeit früherer Nazi-Raketenexperten für arabische Mächte nach dem Zweiten Weltkrieg.

Das gesamte Programm findet sich unter: www.stuttgarter-kriminaechte.de.

Einmaleins eines Forensikers