Stuttgarter Künstler Yves Findling Dr. Dre im Ackermanns
Der Stuttgarter Künstler Yves Findling stellt seine Werke derzeit in der Kneipe Ackermanns aus. Zu sehen sind die Stuttgarter Türme, aber auch bekannte US-Rapper wie Dr. Dre.
Stuttgart - Erst Künstlerbund, Art und Antik, dann Ackermanns und schließlich ins Molou: Der Stuttgarter Künstler Yves Findling tourt mit seinen Bildern derzeit durch die Stadt. „Ich finde es schön, meine Bilder dort zu zeigen, wo ich auch selbst gerne bin“, sagt der 37-Jährige.
Der Künstler wohnt im Stuttgarter Westen, das Ackermanns ist nur wenige Minuten von seinem Zuhause entfernt. Der urige Gastraum an der Bebelstraße wird nun bis zum 12. Januar von seinen Werken gesäumt. Von farbigen Großformaten in Acryl sowie Handgezeichnetem und Kunst auf Skateboards. Seine Bilder können für sich alleine stehen, kommen aber nie alleine daher. Der Stuttgarter arbeitet in Serien.
Eine seiner Serien zeigt die Stuttgarter Türme: den Tagblattturm, den Rathausturm und den Bahnhofsturm. Und seit Kurzem auch – davor hat er sich lange gesträubt – den unvermeidlichen Fernsehturm.
Ebenfalls als Fine Art Print, noch markanter schwarz gezeichnet mit knallig rotem Hintergrund, hängt im Ackermanns ein Porträt vom US-Rapper Dr. Dre.
Kreativität in die Wiege gelegt
Findling nennt seine Kunst selbst „leicht zugänglich“. „Ich mache keine Concept Art, sondern Kunst, die für ein breites Publikum gedacht ist“, sagte er. Dafür verwandelt er das, was ihm begegnet und was ihn beschäftigt in Kunst. Das ist zum einen die Musik, mit der er aufgewachsen ist und seine Heimat. Das sind Menschen, denen er begegnet ist und Orte, die er bereist hat. Auf Reisen hat er immer die Kamera mit dabei und macht Fotos von Gebäuden, die später als Print an der Wand landen.
Architektur ist etwas, das Findling sein Leben lang begleitet, sein Großvater war in den Bau des Rathauses involviert, sein Vater ist ebenfalls Architekt, seine Mutter Innenarchitektin. Die Kreativität ist ihm praktisch in die Wiege gelegt. Während andere Fußball gespielt haben, hat Findling schon in seiner Kindheit lieber gezeichnet.
Zehn Jahre selbstständig
Manche Motive findet er aber auch in Cafés, wenn er den Skizzenblock herausholt und Menschen zeichnet. Was er jedoch nicht mehr so häufig mache wie früher, dem Skizzenblock ist inzwischen ein Notizbuch gewichen, in dem Ideen ausformuliert werden und höchstens ganz grobe Zeichnungen angedeutet.
Findling hat an der Hochschule für Gestaltung in Pforzheim visuelle Kommunikation studiert und später einen Master im Fachbereich Illustration in England gemacht. Zeitweise war er in Pforzheim als Dozent tätig. Mit seinem Bureau of Art and Design ist er als Grafikdesigner und Illustrator selbstständig. In diesem Jahr feiert er den zehnten Geburtstag seiner Selbstständigkeit.
Kunst und Ausstellungen laufen seit jeher nebenher, ohne dass er davon leben kann. „In meinem Beruf sitze ich hauptsächlich am Computer. Als Ausgleich habe ich ziemlich schnell angefangen nach Feierabend zu zeichnen“, sagt er.
Boards sind Unikate
Ganz neu in seinem Repertoire sind die bemalten Skateboards. Auch wenn er nie ein großer Skater war. „Ich habe es schon mal ausprobiert, habe die Decks aber immer lieber bemalt“, sagt er und lacht. Dreißig Stück habe er sich zugelegt, vier davon hängen nun im Ackermanns und erzählen die Geschichte von Dr. Dre. Auch die Skateboards sind ein Schritt in die Richtung, wieder mehr von Hand zu zeichnen. Die Boards sind Unikate.
Die Bilder könne alle während der Ausstellung gekauft werden – oder Online. Auf der von ihm gegründeten Plattform www.syndicate-of-artists.com sind seine Bilder zu kaufen und in Zukunft auch von Künstlern, die er unterstützen möchte.
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