Stuttgarter Liebesgeschichten Wer ist der Fahrer des schwarzen SUVs?

Flirten in Stuttgart? Klar, geht das auch in Stuttgart, sagen unsere Leser. Foto: dpa
Flirten in Stuttgart? Klar, geht das auch in Stuttgart, sagen unsere Leser. Foto: dpa

Flirten im Alltag? Läuft in Stuttgart nicht, hat die Kunstvermittlerin Sara Dahme letzte Woche behauptet. Leserin Petra sieht das anders. Sie findet, es liegt am Alter. Sie bekommt auf ein Lächeln häufig ein Lächeln zurück. Und erst neulich hat sie mit jemandem im Straßenverkehr geflirtet - nun ist sie auf der Suche nach dem Mann.

Wissenschaft und Gesellschaft: Nina Ayerle (nay)

Stuttgart - Ein Blick, ein Lächeln, zufällig auf der Straße, in der Bar. Egal. Flirten kann man überall. Man muss nur die Augen offen halten. Spontan sein. Und offen sein für neue Begegnungen. Funkioniert in Stuttgart nicht, hat uns letzte Woche Sara Dahme, Kunstvermittlerin unter anderem im Theater Rampe und in der Staatsgalerie, gesagt. Die Schwaben seien zu unlocker. Nicht nur beim Flirten, schrieb uns Leser Uwe aus Stuttgart. Das gelte auch für den normalen Alltag. „Um gegenteilige Erfahrungen zu machen, dass fremde Leute im Alltag miteinander reden, sich anlächeln, oder einen ‚sogar‘ mal an der Supermarktkasse vorlassen, wenn man nur mit einem Pfund Butter kommt, muss man nicht nach New York“, so seine Erfahrung. Nürnberg oder Berlin reiche schon aus. Und das, obwohl die Franken als auch die Berliner als „Grantler und unfreundlich“ gelten. Im Alltag rede man oft freundlich und nett miteinander.

Leserin Petra hat davon eine ganz andere Auffassung: Vielleicht liege es ja nicht an der Stadt, sondern am Alter, wenn es mit dem Flirten nicht klappe. „Die Männer meines Alters beherrschen das Flirten offensichtlich besser als ihre Söhne“, vermutet Petra. Sie ernte auf ein Lächeln immer ein Gegenlächeln.

Der Straßenverkehr hat die beiden getrennt

Erst neulich habe sie wieder eine schöne Begegnung durch ihre offene Art gehabt. Bis jetzt habe sie den Mann auch nicht vergessen. Am letzten Wochenende des Stuttgarter Weindorfs fuhr Petra auf der B27 vom Nordbahnhof in Richtung Innenstadt. „Es war ein schöner, warmer Abend und so hatte ich die Scheiben meines kleinen blauen Autos heruntergekurbelt“, erzählt sie uns. „Ich hörte meine Lieblingsmusik und sang laut mit.“

Viel Verkehr sei gewesen. „Wir Autofahrer schlichen gemeinsam von Ampel zu Ampel“, sagt Petra. Plötzlich hat sie beim Singen entdeckt, dass der Fahrer des schwarzen SUVs, der auf der Nebenspur schräg vor ihr gefahren ist, sie beobachtet. „Als ich auf gleicher Höhe war, schenkte ich ihm ein herzliches Lächeln, das er sofort erwiderte.“ Doch das war noch nicht alles: „Die Blicke flogen hin und her zwischen uns“, sagt Petra. Aber natürlich habe sie auch auf den Verkehr achten müssen, auch wenn der Mann so nett ausgesehen hat. Irgendwann hat das Schicksal, äh der Straßenverkehr, die beiden getrennt. Petra musste abbiegen, der Mann fuhr gerade aus.

Flirten lohnt sich immer

„Ich habe ihn leider nicht wieder gesehen“, sagt Petra. Nun könne sie auch nicht mit einer schönen Liebesgeschichte punkten. Aber gerne wiedersehen würde sie den „netten Mann“ schon. Vielleicht sei er auch verheiratet, vergeben. Missen möchte sie die wenigen schönen Sekunden dennoch nicht. „Flirten ist halt manchmal nur flirten. Aber es lohnt sich immer“, sagt Petra.

Schade finde sie es, dass die junge Generation dies offensichtlich nicht mehr ausgiebig tut beziehungsweise nicht mehr „live“. „So geht doch jede Menge Spaß im Leben verloren.“ Also nächstes Mal an der Ampel, an der Bushaltestelle oder im Supermarkt lieber die Augen offen halten, die Menschen um einen rum wahrnehmen und vielleicht erst wieder zu Hause auf das Smartphone schauen. Da ist die Wahrscheinlichkeit für einen netten Flirt ja ohnehin gering.

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