Stuttgarter Luxx Studios Schwäbische Pixelarbeit für Hollywood

Von Nora Stöhr 

In den Luxx Studios im Stuttgarter Westen sind die visuellen Effekte für Filme wie „Grand Budapest Hotel“ oder „White House Down“ entstanden. Ein Firmenporträt.

Die  Luxx-Gründer Andrea Block und Christian Haas (rechts) sowie ihr Mitarbeiter Dirk Stoppe waren für die visuellen Effekte der Filmkomödie „Grand Budapest Hotel“ verantwortlich. So ist unter anderem die Schlittenszene mit den Hauptdarstellern Ralph Fiennes und Tony Revolori (im Bild) von den Experten bearbeitet worden. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Die Luxx-Gründer Andrea Block und Christian Haas (rechts) sowie ihr Mitarbeiter Dirk Stoppe waren für die visuellen Effekte der Filmkomödie „Grand Budapest Hotel“ verantwortlich. So ist unter anderem die Schlittenszene mit den Hauptdarstellern Ralph Fiennes und Tony Revolori (im Bild) von den Experten bearbeitet worden. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Extrem rasant geht es zu in einer Szene der skurrilen Filmkomödie „Grand Budapest Hotel“: Da stürzen sich die beiden Hauptdarsteller Ralph Fiennes und Tony Revolori auf einem Schlitten von einer Skisprungschanze herab, rasen auf einer von Tannen gesäumten Skipiste auf einen Abgrund zu und landen kopfüber im Schnee. Natürlich tun sie sich dabei nichts – denn die besagte Verfolgungsjagd ist hauptsächlich am Computer entstanden: Die Stuttgarter Luxx Studios waren für die visuellen Effekte des Films verantwortlich, der in neun Kategorien bei der diesjährigen Oscarverleihung nominiert ist.

Alles in allem acht Monate, so erzählt Andrea Block, die 2006 mit ihrem Lebensgefährten Christian Haas die Luxx Studios gegründet hat und auch gemeinsam mit ihm die Geschäfte führt, habe man an „Grand Budapest Hotel“ gearbeitet – bis der US-amerikanische Regisseur Wes Anderson mit dem Ergebnis zufrieden gewesen sei. Schlussendlich haben es 450 verschiedene Einstellungen des schwäbischen Unternehmens in den 100-minütigen Film geschafft. Das entspreche einer Laufzeit von etwa 40 Minuten, sagt die 46-jährige Luxx-Chefin.

Auch mit Roland Emmerich hat Luxx schon gearbeitet

Block und Haas, die sich während des Studiums an der Filmakademie in Ludwigsburg kennengelernt haben, machen den größten Teil ihres Jahresumsatzes – der zwischen 500 000 Euro und zwei Millionen Euro liegt – mit der Pixelarbeit für nationale und internationale Kino-, Fernseh- und Dokumentarfilme. Zu ihrem Portfolio gehören deutsche Produktionen wie „Max Schmeling“ (2010), „Rommel“ (2012) oder „Baron Münchhausen“ (2012) – und auch Roland Emmerichs Hollywoodblockbuster „White House Down“ aus dem Jahr 2013.

Ein Teil des Umsatzes – etwa 15 Prozent, so schätzt das Paar – entfällt aber auch auf Aufträge, die aus der heimischen Wirtschaft kommen. „Anhand der Daten, die uns ein Unternehmen zur Verfügung stellt, können wir technische Produkte, die noch in der Entwicklung begriffen sind, am Bildschirm im marktreifen Zustand präsentieren“, erklärt Block. Zu den Kunden, die solch eine technische Visualisierung ihrer Produkte bei Luxx Studios in Auftrag geben, gehören etwa der Waiblinger Motorsägenhersteller Stihl oder Kärcher, der Reinigungsgerätehersteller aus Winnenden.

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