Stuttgarter Medienkongress Facebook ist nur Mittel zum Zweck

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In Stuttgart haben sich zum zweiten Mal rund 300 Medienschaffende aus der Region Stuttgart versammelt, um miteinander zu diskutieren.

Heute nutzt man soziale Netzwerke wie Facebook, um Freunde zu treffen oder neue kennenzulernen.  Foto: dpa
Heute nutzt man soziale Netzwerke wie Facebook, um Freunde zu treffen oder neue kennenzulernen. Foto: dpa

Stuttgart - Die ersten 24 Stunden offline habe er Entzugserscheinungen, sagt Peter Bieber. Dann würde er sich an diesen Zustand gewöhnen und könne auch sieben Tage ohne Internet auskommen. Der 21-Jährige ist Vorzeige-Digital-Native „zum Anfassen“ auf dem zweiten Stuttgarter Medienkongress. Unter dem Motto „Was will die Generation Internet wirklich?“ haben sich zum zweiten Mal rund 300 Medienschaffende aus der Region Stuttgart versammelt, um miteinander zu diskutieren und bei Vorträgen neue Impulse für ihre Arbeit zu erhalten.

Wie auch schon im vergangenen Jahr wurde der Kongress von Studierenden der Stuttgarter Hochschule der Medien (HdM) organisiert und inhaltlich wie optisch mitgestaltet. So durften sich die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion, die von dem HdM-Professor für Journalistik Stephan Ferdinand moderiert wurde, nicht auf die üblichen Ledersessel setzen, sondern wurden auf bunte, unbequeme Papphocker dicht neben- und hintereinander platziert. So wollten es die Studenten. Die Sitzordnung der acht Herren war einer lebendigen Diskussion leider nicht unbedingt förderlich. So kamen die Redner eben der Reihe nach zum Thema „Brennen Medienunternehmen für Social Media?“ zu Wort.

Viele möchten neue Freunde finden

Interessant ist eine Erkenntnis, die immer wieder aus persönlicher Erfahrung geschildert wurde: Die Jugendlichen von heute haben ziemlich genau die gleichen Interessen wie die Jugendlichen vor 20 oder 30 Jahren. Früher nannte man es „mit Freunden herumhängen“, die Telefonleitung des Hauses war oft stundenlang belegt. Heute nutzt man eben soziale Netzwerke, um Freunde zu treffen oder neue kennenzulernen. Freunde finden und Freunde treffen, sind die wichtigsten Themen der Jugendlichen – früher wie heute.

Mathias Wierth-Heining, Leiter der Entwicklungsabteilung beim Fernsehsender MTV, stellte in seinem Eröffnungsvortrag eine Studie vor, in der 26.000 Personen im Alter von 14 bis 29 Jahren aus zehn Ländern befragt wurden. Dabei gaben 79 Prozent an, dass sie soziale Netzwerke nutzen, um mit Freunden und Verwandten in Kontakt zu bleiben, 54 Prozent möchten dort auch neue Freunde finden.