Stuttgart - Laut Kunstministerin Theresia Bauer (Die Grünen) hat der Verwaltungsrat der Staatstheater in seiner Sitzung am Montag das Sanierungsprojekt für das Stuttgarter Opernhaus „startklar“ gemacht: „Wir haben unsere früheren Beschlüsse zur Opernhaussanierung und Erweiterung bekräftigt. Das betrifft sowohl den Erhalt des Littmannbaus als zukunftsfähige Spielstätte für Oper und Ballett als auch den Einbau einer voll funktionsfähigen Kreuzbühne.“ Die Mitglieder des Verwaltungsrates hätten damit „ein klares Votum dafür abgegeben, dass die Opernsanierung Fahrt aufnehmen kann“.
Architekten-Wettbewerb schon im Herbst?
Das von ihr selbst und dem damaligen Oberbürgermeister Fritz Kuhn im November 2019 vorgelegte konkrete Sanierungskonzept wird in der Erklärung allerdings mit keinem Wort erwähnt – es wurde damals dem Verwaltungsrat der Stuttgarter Staatstheater vorgelegt, aber von ihm nur diskutiert, nie beschlossen. Womöglich ist diese Offenheit aber auch Absicht – ab diesem Dienstag beraten die Gremien des Gemeinderates über die Opernhaus-Sanierung; Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) strebt einen Grundsatzbeschluss noch vor den Sommerferien an. Eine Mehrheit dafür ist möglich, aber keineswegs sicher – da hätten allzu feste Vorgaben aus dem Theater selbst die Debatten vielleicht belastet.
Das Sanierungsprojekt wird insgesamt mehr als ein Jahrzehnt Bauzeit beanspruchen und laut Experten-Berechnung im ungünstigsten Fall rund eine Milliarde Euro kosten, die Stadt und Land je zur Hälfte tragen müssten. Bei positivem Beschluss im Rathaus will der Verwaltungsrat auf seiner Sitzung im Herbst einen Architekten-Wettbewerb einleiten.