Stuttgarter OB-Wahl „Darin liegt ein Teil der Versöhnung“

Den Ort hat er genauso bewusst gewählt wie jeden seiner Sätze: OB-Kandidat Sebastian Turner hat das Café Nachbarschaft in Heslach für sein Interview ausgesucht. Hier spricht er über seine Kickers-Vergangenheit, die Beziehung zum Vater und warum er gern ein Wolfgang-Rommel-OB wäre.

Rommel? Schuster? Sebastian Turner entdeckt „von beiden etwas“ in sich selbst, „vielleicht   nicht in der starken Ausprägung“. Foto: Steinert 16 Bilder
Rommel? Schuster? Sebastian Turner entdeckt „von beiden etwas“ in sich selbst, „vielleicht nicht in der starken Ausprägung“. Foto: Steinert

Stuttgart - Den Ort hat er genauso bewusst gewählt wie jeden seiner Sätze. Sebastian Turner hat das Café Nachbarschaft im Mehrgenerationenhaus in Heslach für das Gespräch ausgesucht. Turner, 46, ist mit der Stadtbahn gekommen, er trägt eine schwarze Ledertasche, in die „Zeitungen unzerknickt“ hineinpassen. Gleich zu Beginn des Interviews zeigt er alte Fotos, auf denen er als Jugendspieler der Stuttgarter Kickers zu sehen ist.


Herr Turner, seit Sie sich in der CDU als ­ehemaliger Rechtsverteidiger der Stuttgarter Kickers vorgestellt haben, spielen Sie mit dem Etikett des früheren Fußballers.
Ja, ich werde oft darauf angesprochen.

Mag sein. Aber Sie haben Ihre Jugend­spieler-Vergangenheit auch geschickt in die Öffentlichkeit gespielt.
Ich habe auch die Jungschar in der Kirche und Handball in Gablenberg erwähnt. Interessiert aber nicht so viele.

Wie stark hängt Ihnen das Etikett des Werbeprofis nach?
So stark, wie meine Kritiker das möchten. Für die meisten zählt: „Aha, der hat ein eigenes Unternehmen aufgebaut, er ist Gründer, hat immer auf eigenen Füßen gestanden.“ Frühere Kollegen sagen: Das Werbe-Klischeebild hat bei mir noch nie gestimmt.

In das eines Berufspolitikers passen Sie noch weniger. Die Wahl zum Oberbürgermeister ist auch eine Persönlichkeitswahl. Wir würden gerne wissen, wie der Mensch Sebastian Turner tickt.
Mal gucken, ob ich Antworten habe.

In Ihrer Biografie fällt auf, dass Sie oft neu angefangen haben: Sie haben in den USA an zwei Unis studiert, haben nach der Wende in Dresden als Unternehmer völliges Neuland betreten, . . .
. . . weil mich Neues reizt. Aber meine Neuanfänge lagen in einer Zeit, in der sich die meisten Menschen verändern: Weggang aus dem Elternhaus, Bundeswehr, Studium, der erste Job. Das, was ich gemacht habe, habe ich immer gründlich getan. Ich bin Unternehmer seit dem 14. Lebensjahr.

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