Stuttgarter OB-Wahl Fritz Kuhn liegt bei OB-Wahl vorn

Von unserer Redaktion 

Die erste Runde der OB-Wahl geht an Fritz Kuhn, allerdings mit nur zwei Prozentpunkten Vorsprung auf Sebastian Turner. Die Wahlbeteiligung liegt ein wenig höher als bei der letzten Wahl im Jahr 2004.

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Stuttgart - Bei der Oberbürgermeisterwahl in der Landeshauptstadt zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kommt Fritz Kuhn (Grüne) auf 36,5 Prozent, Sebastian Turner, der von CDU, FDP und Freie Wähler unterstützt wird, auf 34,6. Bettina Wilhelm, die von der SPD nominiert wurde, auf 15,1 und Hannes Rockenbauch (SÖS) auf 10,4 Prozent. Die übrigen Bewerber schnitten wie folgt ab: Jens Loewe (1,1), Harald Hermann (0,5), Ulrich Weiler (0,4), Ralph Schertlen (0,4), Wolfram Bernhardt (0,2), Wolfgang Schmidt (0,2), Bernd Heier (0,2), Stephan Ossenkopp (0,2), Werner Ressdorf (0,1) und Markus Vogt (0,1).

Nach Angaben des Statistischen Amts lag die Wahlbeteiligung knapp höher als vor acht Jahren. Demnach stimmten am Sonntag 46,7 Prozent der circa 415.000 Wahlberechtigten (einschließlich der Briefwähler) ab. Bei der OB-Wahl 2004 waren es 46,0 Prozent gewesen.

Neuwahl am 21. Oktober

Auch bei der OB-Wahl vor acht Jahren hatte keiner der Bewerber im ersten Durchgang mehr als 50 Prozent der Stimmen hinter sich gebracht. Der Amtsinhaber Wolfgang Schuster erzielte seinerzeit 43,5 Prozent, seine sozialdemokratische Konkurrentin Ute Kumpf kam auf 32,8 Prozent, und der Kandidat der Grünen, Boris Palmer, erzielte 21,5 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag seinerzeit bei 46 Prozent.

Besonders gespannt sein darf man, ob sich Grüne und SPD diesmal für den zweiten Wahlgang auf ein koordiniertes Vorgehen verständigen, um einen erneuten Sieg eines von der CDU aufgestellten OB-Kandidaten zu verhindern. Sowohl 2004 als auch 1996 hatten Animositäten zwischen den beiden Parteien diese Strategie nicht aufgehen lassen. Ebenso fraglich ist, wem die Wähler des ausgewiesenen Stuttgart-21-Gegners Hannes Rockenbauch bei einer Neuwahl ihr Vertrauen schenken würden. Bisher haben alle Kandidaten Spekulationen über eine mögliche Unterstützung anderer Bewerber eine Absage erteilt.

Möglich sind neue Bewerber für die Neuwahl

Da keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhalten hat, findet in zwei Wochen, am 21. Oktober, eine Neuwahl statt. Der Zeitplan dafür ist eng getaktet. Am Dienstag tagt der Gemeindewahlausschuss, um das amtliche Endergebnis festzustellen. Spätestens bis Donnerstag, 11. Oktober, 18 Uhr, müssen sich die Kandidaten entscheiden, ob sie zur Neuwahl antreten und dies dem Statistischen Amt mitteilen. Wer von den 14 Interessierten zurückziehen will, muss dies schriftlich tun. An dieser Stelle kommt eine Besonderheit des Kommunalwahlrechts ins Spiel: Weil es sich bei der Wahl am 21. Oktober um eine Neuwahl handelt und nicht etwa um eine Stichwahl zwischen den beiden besten Kandidaten oder einen zweiten Wahlgang, dürfen nun auch neue Kandidaten ins Rennen. Mögliche Bewerber müssen bis zum 11. Oktober ihre Unterlagen einreichen und 250 Unterstützerunterschriften vorzeigen. Am Freitag, 12. Oktober, entscheidet der Gemeindewahlausschuss über die Zulassung der Bewerber. Für die etablierten Kandidaten bleibt die Reihenfolge auf dem Stimmzettel erhalten. Nachrücker haben sich hinten anzuschließen.

Die neuen Stimmzettel werden am Freitag, 12. Oktober, gedruckt. Am Montag, 16. Oktober, beginnt das Prozedere für die Briefwähler. Dann Tag öffnen die städtischen Wahlbüros in der Eberhardstraße 39 (bis Freitag um 18 Uhr) und in den Bezirksämtern (bis Donnerstag, 18 Uhr). Neue Wahlbenachrichtigungskarten gibt es nicht. Die Briefwahlunterlagen kann man bei den Bürgerzentren (mit Ausweis) abholen (und gleich wählen) oder bei der Stadt beantragen. Der Antrag sollte rasch gestellt werden, da die Unterlagen erst verschickt und dann zurückgesandt werden müssen.