Stadtspaziergang mit Frank Nopper OB-Kandidat Nopper will vor dem B-14-Umbau eine neue Filderauffahrt

OB-Kandidat Frank Nopper beim Stadtspaziergang Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Beim Thema B 14 erwartet der CDU-Kandidat für die Stuttgarter OB-Wahl erst einmal eine Ansage von Verkehrsplanern. Was er sonst anstrebt und warum er sich bewirbt, darüber plauderte er beim Stadtspaziergang auf Initiative der Stiftung Geißstraße.

Stuttgart - Die letzten Unklarheiten sind beseitigt. Wer sich noch gefragt haben sollte, warum der Backnanger OB Frank Nopper (59) ins Stuttgarter Rathaus umziehen will, weiß es nun. Im Februar oder März sei es gewesen, so der Christdemokrat, als er in der Hirschstraße minutenlang vor der Rathausfassade verweilte und die dort installierte Stuttgardia-Figur zu ihm sprach. Sie sagte: „Nopper, tu endlich was für deine Heimatstadt.“ Also habe er sich ums OB-Amt beworben.

 

Als er am Samstag dieses Erweckungserlebnis schildert, ist Nopper umringt von etwa 20 Begleitern auf einem der Stadtspaziergänge, die die Stiftung Geißstraße mit den chancenreicheren OB-Bewerbern veranstaltet. Und man glaubt ein kurzes Augenzwinkern in Noppers Gesicht zu entdecken. Wahrscheinlich meint er es ja nicht ganz ernst. Aber das ist durchaus gewollt: dass die OB-Bewerber den Teilnehmern des Stadtspaziergangs auf unterhaltsame Weise Eindrücke von ihrer Persönlichkeit und ihren Bezügen zu Stuttgart verschaffen. Und von ihren Visionen für die Stadt.

Nopper ist für den Umbau der B 14 – mit Filderauffahrt

Visionen sind relativ. Manchmal kommen sie als Absichtserklärungen für mittelgroße oder gar kleinere Projekte daher. Vor der Rathaustreppe lenkt Nopper die Aufmerksamkeit auf das Modehaus Breitling, das bald die Segel streichen wird. Künftig könnte mit dem Gebäude unter Umständen „ideal das Rathaus ergänzt werden“, sagt Nopper. Es sei nicht ausgeschlossen, dass dort ein Haus der Kulturen oder ein Haus des Tourismus oder eine Vinothek mit Stuttgarter Lokalkolorit eingerichtet werde, plaudert er aus dem Nähkästchen. So eine Entwicklung wäre, wenn Breitling unbedingt schließen muss, nach Noppers Geschmack. Denn der langjährige „Marktplatz der Tristesse“, der jetzt gottlob umgebaut werde, brauche mehr Gastronomie und Vitalität.

Etwa 900 Schritte weiter, am Eckensee, wird Nopper ganz am Ende dann auch noch auf die Zukunft des Opernhauses und der B 14 eingehen. Erstens: Die Sanierungsbedürftigkeit des Max-Littmann-Baus sei unstrittig. Zweitens: Umsetzung und Zielsetzung müssten noch offen bleiben, weil der gerade anlaufende, hoffentlich sorgfältige und unparteiisch angelegte Prozess der Bürgerbeteiligung zu respektieren sei. Drittens: Der Siegerentwurf aus dem Ideenwettbewerb für neuen Stadtraum an der Verkehrsschneise sei spannend und müsse im Grundsatz rasch umgesetzt werden – „wenn die Verkehrsplaner grünes Licht geben“. Denn natürlich müsse der Autoverkehr bewältigt werden. Nach seinem Dafürhalten brauche man dazu eine neue Filderauffahrt (zwischen dem Straßenknoten beim Daimler-Werk Untertürkheim und Degerloch).

Er könnte durchaus auch Stadtführer sein

Auf dem Weg zwischen dem Hans-im-Glück-Brunnen und dem Eckensee sagt Nopper auch: „Stuttgart muss blauer werden“, womit er mehr Wasser in der Stadt meint. Er streift Georg Wilhelm Friedrich Hegel, „einer der größten, wenn nicht der größte Sohn der Stadt“, und die „Stuttgarter Identifikationsfigur“ Friedrich Schiller. Er hebt bei Tritschler die Bedeutung der inhabergeführten Familiengeschäfte hervor. Er fordert „Maß und Mitte“ beim verkehrspolitischen Umgang mit dem Auto. Nicht zuletzt erhellt er seine Familiengeschichte in Stuttgart. Ja, er skizziert fast eine Art Nopper-Epizentrum rund um den Schillerplatz. Das ist sein Lieblingsplatz. Neben der Stiftskirche hat sein Urgroßvater 1816 die Ursprungsfirma der Eisenwarenhandlung Zahn + Nopper begründet, die bis zu den 1990er Jahren bestand. In der Schlosskirche wurden die Eltern getraut (der Vater war Stadtrat und OB-Kandidat). In der Alten Kanzlei feierte Frank Nopper einst Konfirmation. Etwas weiter, am Schlossplatz, sagt er, hier im Königin-Olga-Bau habe er vor dem Jurastudium Bankkaufmann gelernt. Und im Landtag habe er für den CDU-Politiker Friedhelm Repnik gearbeitet. Will heißen: „Ich bin eine Person, die Stuttgart kennt und liebt und die Stuttgart kann.“

Gebrauchen könnte man ihn im Zweifel auch als Stadtführer. Beim Rundgang ist er gut ausgerüstet mit Karteikärtchen und mit Stadtslogans der besonderen Art. Stuttgart ist für ihn die Stadt zwischen Spätzle und Spitzentechnologie, zwischen Umsatz und Grundsatz, zwischen dem Auto der ersten Stunde und dem umweltverträglichen Auto der Zukunft.

Und dass die Stuttgardia 2,41 Meter groß und 120 Kilo schwer ist, weiß er nicht minder gut als das Internetlexikon Wikipedia. Die allegorische Bronzefigur, die für das Selbstverständnis und den Stolz Stuttgarts steht, sei „die Frau, die mich zu meiner Bewerbung verpflichtete“.

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