Stuttgarter Off-Broadway-Show „Annie“ Zum Abschied fließen im Wizemann Tränen

Von Uwe Bogen 

Mit einer Auslastung von 50 Prozent bei 56 Vorstellungen hat sich das Musical „Annie“ im Wizemann mit Verlust verabschiedet. Doch die Veranstalter sind glücklich über die Begeisterung bei den Kinderdarstellern und beim Publikum.

Bei der Abschiedsshow von „Annie“ winken Musicalstar Kevin Tarte (Mitte) und das gesamte Ensemble dem begeisterten Publikum zu. Foto: Klaus Schnaidt
Bei der Abschiedsshow von „Annie“ winken Musicalstar Kevin Tarte (Mitte) und das gesamte Ensemble dem begeisterten Publikum zu. Foto: Klaus Schnaidt

Stuttgart - Ein bewegender Abschied mit Ovationen und großen Gefühlen: Bei „Annie“ sind am Sonntagabend im Wizemann Tränen geflossen. So eine Fülle an Gesangsnachwuchs auf der Bühne hat es bei einer mit Publikumslieblingen wie Kevin Tarte, Uwe Kröger und Hannes Staffler besetzten Musicalproduktion in Stuttgart noch nie gegeben. Hinzu kam bei der energiegeladenen und mit großer Begeisterung gespielten Langzeit-Show ein zwölfköpfiges Orchester.

„Mit einem lachenden und weinenden Auge“, sagt Alexandra Bode, die Geschäftsführerin der Stuttgarter Off-Broadway Theater Company, eines Startup-Unternehmens zur Förderung junger Musicaldarsteller, „beenden wir die fast sechsmonatige Spielzeit.“ Bei insgesamt 56 Vorstellungen (geplant waren ursprünglich 72) habe die Auslastung bei etwa 50 Prozent gelegen – zu wenig, um nicht draufzahlen zu müssen.

Zum Schlussapplaus steppen alle Darsteller gemeinsam

Am Ende hat Musicalstar Kevin Tarte, der Ur-Krolock bei „Tanz der Vampire“ in Stuttgart, in der Hauptrolle des Milliardärs Mr. Warbucks noch einmal den Kartenverkauf kräftig angekurbelt. Etliche seiner vielen Fans haben gleich mehrmals die Show besucht. Das Ziel von Dirigent Christian Million, dem Gründer der JAS Stage Academy, eine durchschnittliche Auslastung von 75 Prozent zu erreichen, damit das Projekt Null auf Null ausgeht, blieb unerreicht. Über die Höhe des Verlusts will Million nichts sagen. Aber das Geld sei gut investiert, findet er, wenn er die strahlenden Augen der Kinder und des Publikums sehe.

Off-Broadway-Shows gelten als Humus der Musicalbranche, als kreative Talentschmiede. Sie treiben die Marktführer an, sich an Neues zu wagen, nicht nur auf das Altbewährte zu setzen. Den Profis hat die Zusammenarbeit mit den Kindern großen Spaß gemacht, von denen viele ihre Leidenschaft für die Bühne entdeckt haben. Ovationen gab’s bei der großartig gelungenen Derniere, bei der das Ensemble noch einmal alles gegeben hat. Am Ende kamen alle Kinder auf die Bühne, die seit Ende September mitgespielt haben, und sie steppten gemeinsam. Was für ein schönes Schlussbild! In diesem Herbst wird es keine neue Produktion der Stuttgarter Off-Broadway Theater Company geben. dafür fehlt das Geld. Sponsoren haben sich bisher nicht gefunden. Für die Zukunft aber schließt Christian Million nicht aus, noch einmal ein Kindermusical mit Profis zu inszenieren. Seine jungen Darstellern wünschen sich dies so sehr.

Sonderthemen