Stuttgarter Oper Ein heiß begehrter Kupferklumpen

Ein Sinnbild: das zerknüllte Kupferdach  der  Stuttgarter Oper. Foto: Lichtgut//Leif Piechowski
Ein Sinnbild: das zerknüllte Kupferdach der Stuttgarter Oper. Foto: Lichtgut//Leif Piechowski

Was soll mit dem zerknüllten Kupferdach der Stuttgarter Oper geschehen? Immer mehr Vorschläge gehen ein. Das Finanzministerium will bald entscheiden.

Lokales: Jan Sellner (jan)
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Stuttgart - Beim Starkregen vor knapp drei Wochen war Stuttgart glimpflich davon gekommen. Das wird angesichts der Katastrophenbilder aus den Hochwassergebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz auf beklemmende Weise deutlich. Dennoch haben die Naturgewalten auch hier Spuren hinterlassen. Vor allem am Littmannbau und im Schlossgarten, wo bis Donnerstag das ursprünglich 500 Quadratmeter große Kupferdach der Staatsoper lag. Der Sturm hatte es abgerissen und wie ein Blatt Papier zerknüllt. Ein Sinnbild für den Klimawandel – so konnte man es sehen. Die Oper und das Stadtmuseum erkannten das sofort: „Kriegen wir das?“, fragte das Stadtpalais nach dem Unwetter forsch. Darüber muss das Finanzministerium entscheiden; es ist der Eigentümer.

Der Ideenwettbewerb läuft

Inzwischen hat sich daraus eine Art Ideenwettbewerb entwickelt. Der SPD-Landtagsabgeordnete Martin Rivoir und der Stuttgarter SPD-Fraktionschef Martin Körner haben in Briefen an Landtagspräsidentin Muhterem Aras, Finanzminister Danyal Bayaz (beides Grüne) und OB Frank Nopper (CDU) angeregt, das vom Winde zerknüllte Dach zu einem „Erinnerungsort für dieses in vielerlei Hinsicht schwierige Jahr“ zu machen. Das Objekt habe ein „bedeutungshaftes Potenzial“ und sei im Schlossgarten gut platziert. OB Nopper scheint nicht abgeneigt: „Es lohnt in jedem Fall genauer hinzusehen, ob das Knäuel im Schlossgarten bleiben kann“, lässt er verlauten. „Es könnte für ein von der Natur geschaffenes Denkmal stehen.“

Derweil berichtet Sebastian Engelmann, Sprecher von Finanzminister Bayaz, von weiteren Vorschlägen. Viele kreisen um das Thema Kunst. Unter anderem wurde angeregt, das Dach bei Aufführungen als Bühnenfragment zu verwenden. Ein anderer Bürger schlug vor, aus dem mit Patina überzogenen Knäuel Kupfermünzen zu stanzen. Wieder andere fordern, das Kupfer zu recyceln. „Uns erreichen viele gute Ideen“, meint Engelmann. „Wir schauen mal, ob wir eine davon aufgreifen können.“ Und es dürfen gerne noch mehr werden: „Was soll mit dem herabgestürzten Dach der Oper passieren?“ fragte das Finanzministerium in einem Tweed am Freitag. Und die Stuttgarter Oper assistierte: „Her mit euren Ideen!“

Erstmal ist das Dach außer Sichtweite

Allzu viel Zeit sollte man sich mit weiteren Vorschlägen nicht lassen. „Wir wollen zeitnah entscheiden, was mit dem Dach passiert“, sagt Engelmann. Für erste ist es außer Sichtweite. Am Donnerstag wurde der heiß begehrte Kupferklumpen in das zentrale Depot der Württembergischen Staatstheater an der Cannstatter Zuckerfabrik gebracht.




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